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Ideologie und Analyse (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 01. Dezember 2019, 08:21 (vor 12 Tagen) @ Jacob609 mal gelesen

Hallo!

Die ganz real bestehenden persönlichen Risiken in einem repressiven politischen Umfeld, wie es aktuell vorhanden ist, sind um ein Vielfaches höher zu bewerten, als ein Gewinninteresse durch Buchverkäufe, wie hier unterstellt wird.

Ja. Der Laie macht sich in der Regel erhebliche Illusionen über den Gewinn, den ein Autor mit Buchverkäufen machen kann. Dieser steht in keinem Verhältnis zur Bekanntheit eines Autors. Man müßte schon Unterhaltungsbestseller schreiben wie Joanne K. Rowling oder Stephen King. Mit Sachbüchern ist das bei einer Autorenmarge im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Kaufpreises nicht zu erreichen.
Das "Argument", jemand wolle nur seine Bücher verkaufen (Dziamdzia: "mehr nicht"), ist gleichermaßen billig wie falsch.

Krall geht es offensichtlich um mehr. Er hat einem marktliberalen, liberal-konservativen ideologischen Hintergrund, weswegen seine Lösungsvorschläge und Projektionen des weiteren politischen und sozialen Krisenverlaufs kritisch und meines Erachtens getrennt von der "harten" Analyse des Banken- und Finanzsystems zu betrachten sind. Krall nutzt seine Popularität, um seine Ideen unters Volk zu bringen. Wie immer, wenn jemand eine Agenda hat, wirkt sich das reduktionistisch auf die Weltbetrachtung aus. Als wahr und richtig wird dann tendenziös bewertet, was zur Agenda paßt. Man merkt es daran, daß es in den Äußerungen dann nicht mehr um das geht, was ist und sein wird, sondern wie die Dinge sein sollen. Der Wille steht dann über der Wahrnehmung. Entsprechend sieht Krall nach der Krise eine Art Renaissance der Erhardära, was ich angesichts der Lage, in der sich Deutschland und die Welt über das Finanzmäßige hinaus befinden, für illusorisch und unsachgemäß halte.
Daß er sich überhaupt auf den Kampfplatz wagt, sei ihm freilich unbenommen und ist zu goutieren. Auf seine Art sägt er, wie viele andere, an den Beinen des Systems und liefert wichtige Partikularinformationen.

Kralls fachmännische Beschreibung des Bankensystems und die Extrapolation des Istzustandes in die Zukunft bis zu einem gewissen "Bruchpunkt" halte ich dagegen (im Rahmen meines laienhaften Verständnisses) für belastbar. Wer hier einhaken will, kommt (wie immer bei sachlich-analytischen Beschreibungen) mit Ad-hominem-Argumenten nicht weiter, sondern muß sich unabhängig von dem lediglich als "Seismographen" fungierenden Überbringer der Mitteilung mit der im Fokus stehenden Sache an sich befassen, sachliche Fehler der Analyse oder Irrigkeit der Axiome nachweisen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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