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Frömmler frömmeln auch demokratisch (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 27. Oktober 2019, 10:10 (vor 17 Tagen) @ offtopic843 mal gelesen

Hallo!

Eine Anmerkung aus der Distanz:

Es scheint sich mir hier wieder mal zu bestätigen, daß Frömmler auch auf anderen Gebieten zu glaubensmäßigen Anhänglichkeiten neigen.

Das wird ab dieser Wendung klar:

"[...] auch hier :herz: im demokratisch vorbildlichen Nordeuropa :herz: wird den Samen das Leben in einem freien eigenen Land seit Jahrhunderten verweigert."

Wer der Bibel einen erhöhten Tatsachengehalt zugestehen muß, damit seine Glaubensgrundlagen nicht in sich zusammenfallen (z. B. muß es ein historisch unzweifelhaftes höheres Ereignis gewesen sein, das diese Religion über andere hinaushebt), ist offenbar auch in anderen weltanschaulichen Bereichen eher abhold, allzu genau hinter die Dinge zu blicken. Wie soll man auch einigermaßen selbstkonsistent auf der einen Seite moderne Zivilreligionen analytisch unterminieren können, wenn man auf der anderen Seite die fragwürdigen Elemente der eigenen Religion und ihrer Geschichte lieber unangetastet läßt. Eher betet man die neuzeitlichen Massentäuschungen mit vergleichbarer Inbrunst nach. Den mangelnden Willen zum Durchblick kompensiert man dann mit Überzeugungen. Man hat eine Moral, die einem Stellungnahmen ermöglicht, wo man ansonsten nichts Fundamentales beitragen kann. So gibt man mit anklagendem Untertone Behauptungen von sich, die oft einer näheren sachlichen Prüfung nicht standhalten.

Frank glaubt offenbar noch die kindischen Märchen der Demokratie:

  • Das Volk hätte einen eigenen Willen.
  • Volksvertreter würden das Volk repräsentieren.
  • Parlamente würden die Mehrheitsverhältnisse der Interessen verschiedener Bevölkerungsgruppen abbilden.
  • Menschenrechte und Völkerrechte wären ein der Natur inneliegender Wert an sich, dessen Verwirklichung die Volksvertretung dienen würde (= das säkularisierte, zivilreligiöse Gegenstück zur Umsetzung des Gotteswillens, dem sich die Religionsvertreter verschrieben haben).

Die historische Erfahrung zeigt, daß in allen Fällen das Gegenteil zutrifft:

  • Völker haben keinen eigenen Willen. Sie sind ihrer selbst unbewußte organisch-pflanzenhafte Lebensformen. Entsprechend kann es auch keine "Willensnationen" geben. Die USA sind eine Nichtnation, desgleichen die Schweiz, die tatsächlich aus mindestens drei Nationen besteht.
  • Volksvertreter repräsentieren nicht ihre Nationen, sondern die Internationalsozialisten.
  • Es gibt keine völkischen Interessensvertretungen in den Parlamenten. Die Parteien spiegeln die Ansichten wider, die der Bevölkerung durch Presse- und Medienarbeit als ihre vermeintlich eigenen eingegeben wurden, welche sie nun von den Parteien vertreten zu werden erwartet.
  • Menschen- und Völkerrechte, die lediglich proklamiert, also durch Ausrufung postuliert wurden, sind in Natur und Geschichte tatsächlich inexistent. Von der Politik werden diese "Rechte" als Werkzeug zu Felde geführt, das allein gegen die an sie Gläubigen Wirkung zeitigt und in der Regel nicht zu ihrer Verwirklichung sondern zur Ächtung des politischen Gegners durch Ausschluß aus ihrem Wirkungskreise eingesetzt wird. Wer nicht für die angeblich Menschen- und Völkerrechte anstrebende Gemeinschaft der Volksvertreter und ihrer scheinsouveränen Anhängerschaft ist, der ist gegen sie, und auf sie sollen diese Rechte auch keine Anwendung finden. Das vormoderne Gegenstück ist die kirchliche Exkommunikation.

In diesem Lichte sollte es eigentlich nicht verwundern, daß sowohl ethnische Minderheiten, vielmehr aber alle Völker dieses Planeten in der Demokratie nicht etwa ihre endgültige Verfassung, sondern endgültige Unterdrückung und Auflösung erfahren. Die Menschheitsreligion (= die eine Menschheit auf der einen Welt) als übergeordnetes Ideal, deren Ausdruck die Demokratie in allen Facetten ist, läuft zwingend auf die Auflösung aller trennenden Gegensätze zwischen Menschen hinaus. Entsprechend kann nicht erwartet werden, daß Völker wie die Samen oder Kurden, selbst größere Kulturnationen wie die Deutschen von Demokraten echte Existenz- und Lebensrechte zugestanden bekommen. Man sieht es selbst an den einstigen Siegern, den Briten, deren Rückkehr zu einem höheren Grade der Eigenständigkeit vom international ausgerichteten Klüngel der "Volksvertreter" im britischen Parlament und der EU weitestmöglich verzögert und verkompliziert wird mit dem Ziele, das Zerbrechen übergeordneter Zusammenfassungen zu verhindern oder zumindest Nachahmer pauschal abzuschrecken.
Das Streben nach der Einigung der Welt ist übrigens keine ausschließlich moderne Erfindung. Es findet sein religiöses Vorbild in den nahöstlichen Offenbarungsreligionen, deren Ideal stets die Verbreitung des einzig wahren Glaubens war, wofür Ungläubige entweder missioniert oder ausgemordet werden sollten. Der Sinn der Geschichte ist erst dann erfüllt, wenn allgemeingültig geworden ist, was man im Rahmen der eigenen Religion als den Willen Gottes ansieht. Das eigene Lebensgesetz, das man als das göttliche Gesetz identifiziert, muß auf alle Welt ausgedehnt werden. Demokratische "Befreier" gleichen hierin den christlichen, jüdischen, islamischen "Erlösern", was all diese Haltungen auf den selben ideellen Ursprung zurückführt. Allem wohnt ein "internationales Element" inne. Die Herrschaft des Demos (allerdings nicht des Volkes, sondern des gemeinen Menschen, letztlich aber aller Menschen, also der Menschheit) ist die aus christlichen Ursprüngen ins Weltliche und Säkulare erfolgte Umwandlung der Herrschaft Gottes, bei der die Religion strukturell beibehalten und im wesentlichen nur der Mensch bzw. die Menschheit an Stelle Gottes gesetzt wurde. Unreflektierte Christen (die konservativen Parteien sind ihrer voll) empfinden diese Ausrichtung wohl nicht als grundlegenden Gegensatz ihrer Religion zur Demokratie, die bei ihnen Hand in Hand gehen. Darüber hinaus wird an dieser Stelle erkennbar, inwiefern die Ausbreitung des Mohammedanismus unserer Tage mitnichten ein Gegensatz zur westlichen Demokratie ist, sondern vielmehr ihre Ergänzung. Beide Strömungen wollen Ähnliches, nämlich weltumspannende Gültigkeit, weswegen die Importierung der Mosleme von den Demokraten als Mittel zur Zersetzung völkischer Einheiten angesehen wird, während Mosleme die demokratisch verfaßte Umgebung zur Verbreitung und Durchsetzung ihrer politischen Forderungen nutzen können.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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