@Ulrich (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

aber @, Dienstag, 10. September 2019, 11:47 (vor 66 Tagen) @ Ulrich644 mal gelesen

Lieber Ulrich,

mangels anderer Lösungsvorschläge wird Dir - ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches - der Preis zuerkannt. Sozusagen in Umkehrung der Binse "Ohne Fleiß kein Preis".
Dein Vorschlag mit dem Weihwasser geht allerdings zu weit, meine Respektlosigkeit hat Grenzen.

Wer wird denn so dogmatisch sein. Man wird doch wohl noch provozieren dürfen.

In Deinem Lösungsvorschlag hast Du m.E. etwas übersehen:

D.i.E. missbraucht in seiner absurden "Beweis"führung auf Roland-Freisler-Niveau den Begriff "Hoaxgläubiger" als selbst-evidentes Axiom:
Als ob aus Eyspfeils Frage ("Meinst Du, der heutige Zustand ist noch im grünen Bereich angesichts von Meldungen wie diesen in den Nachrichten, daß praktisch der gesamte Amazonas-Wald abbrennt?"), die impliziert, dass er den Wahrheitsgehalt dieser Pressemeldung NICHT bezweifelt, bereits folgen würde, er sei ein "Hoaxgläubiger".

Diese Folgerung setzt jedoch die Richtigkeit der zu beweisenden Behauptung (die Presse als notorische "Hoax"-Produktion) voraus, weshalb Eyspfeils sich Beziehen auf eine Pressemeldung keinesfalls als Beweis für die zu beweisenden Behauptung dienen kann, da ja die Deklaration als "Hoaxgläubigkeit" die Richtigkeit dieser Behauptung voraussetzt:
Wenn D.i.E. einen Hoaxgläubigen daran erkennen zu können glaubt, dass jener sich auf Pressemeldungen bezieht, setzt dies voraus, dass es sich bei Pressemeldungen grundsätzlich ("Ohne die täglichen Lügen der Medien wäre die Situation, die wir heute haben, völlig unmöglich.") um vorsätzlich falsche Berichterstattung handeln würde.

So ein langer Absatz. Sag doch gleich: Aus (Aussage B1) "Die Presse lügt immer." ist unwahr und (Aussage B2) "Eyspfeil glaubt immer der Presse." ist unwahr folgt (Aussage B3) "Eyspfeil glaubt immer, die Presse lügt nie." Diese Folgerung ist jedoch nicht unwahr, wie du meinst. Denn in der 3. Klasse haben wir ja alle gelernt: Die Folgerung (Implikation) aus einer falschen Aussage (Prämisse) ist immer richtig, unabhängig vom Gefolgerten (Konklusion – daher die Bezeichnung aus Falschem folgt Beliebiges). Bekannter unter der geläufigen Floskel: Ex falso quodlibet. Daher darf ich in meinem Lösungsvorschlag durchaus "Hoaxgläubiger" als selbstevidentes Axiom voraussetzen. Q.e.d.

Heute sind Medien und deren Journaille willige Vollstrecker bei der geistigen Kastration der Menschen zu deren totaler Versklavung.
Das beweist hier allein schon Ihre Parteinahme für Hoaxgläubige und Ihre Verleumdung desjenigen, der es wagt, solches offenzulegen.


Das Wort "das" zu Beginn des zweiten Hauptsatzes ist zumindest missverständlich:
[...]
Dass letztere Version gemeint war, hat D.i.E. bereits in seiner vermeintlichen "Nachhilfe in Deutsch" ( https://schauungen.de/forum/index.php?id=53005 ) dargelegt - ein Offenbarungseid.

Von dem wusste ich nichts, ich hatte das aber einfach mal wagemutig interpoliert. Und siehe da, ich lag richtig. Also etwas mehr mathematische Intuition, Ulrich. Abenteuerliches Interpolieren kann dir seitenlanges Beweisen ersparen.

Mit dem missglückten "hier allein schon" bin ich überfordert, eine zutreffende Interpretation mag nachfolgenden Generationen vorbehalten bleiben:

Ich helf dir da immer gerne weiter. Nur her mit den Fragen. Ich hab's grade ganz besonders mit Paradoxien. Da wird man so schön plemplem von.

mein "beweist hier allein schon"
ist eine Eingrenzung auf den hiesigen Sachverhalt und die Ausgrenzung weiterer Gründe ("allein schon") für meine Feststellung.


Ist "Eingrenzung" und "Ausgrenzung" so ein Cantor'sches Mengen-Ding?

Jetzt wirds spannend. Georg Cantor ist eine meiner früheren Inkarnationen. Im jetzigen Leben habe ich allerdings nurmehr den Wahnsinn mit ihm gemein, der ihn in den letzten Jahren seines Lebens heimgesucht hat. Wer würde denn auch im Angesichts der Erkenntnis, dass es mehr als nur eine Dimension des Unendlichen gibt, nicht durchdrehen? Ich schrieb da mal ein Essay drüber mit hebräischen Buchstaben als Mengenbezeichnungen, war wohl so richtig kabbalistisch, habs aber vergessen.
Also Eingrenzung-Ausgrenzung ist so ein Männer-Frauen-Ding. Frauen grenzen sich ein und Männer grenzen andere aus. Das ist aber im Prinzip dasselbe, nur anders, d.h. von zweierlei Warten ausgedrückt, also zwei Seiten derselben Medaille und blabla. Holismus und so. Weißt schon.

Habe ich "Gründe" als kausales "weil > deshalb" zu verstehen?

Was meinst du mit weil ist größer deshalb? Oder sollte das ein impliziert-Pfeil sein, also aus weil folgt deshalb? Falls letzteres, dann ja. Falls du weil ist größer deshalb meinst, dann nicht. "Größer" ist ein Komparativ, daraus kannst du nicht einfach auf Kausalität schließen. Es könnte auch eine Konizidenz sein, das hängt aber auch mit vom kategorischen Imperativ ab. Du darfst nicht vergessen, eine Aussage muss nicht zwangsläufig faktisch wahr sein, sondern es kommt darauf an, ob sie logisch wahr ist.

Folgt daraus, und aus "hier allein schon" als Alleinstellungsmerkmal, so etwas wie "oje, was habe ich da nur angerichtet"?

Nein. Dass etwas "angerichtet" ist, würde ja voraussetzen, du hättest den Tisch gedeckt und uns was zu Essen gemacht. Davon war aber hier nie die Rede. Mal eben unverabredet eine neues Prämisse einschmuggeln, was? Du Schlingel. Meinst du, ich merke das nicht?

Fragen über Fragen...

Ich versteh dich. Geht mir auch immer so.

Wenn Falls Du bis hier durchgehalten hast, hast Du die Schokolade redlich verdient.

Na hör mal. Willst du jetzt etwa die Ölsardinen und die geweihten Kerzen unterschlagen? Für wie unaufmerksam hältst du mich? Das wird bitte alles schön einzeln verpackt und nicht gequirlt, sondern geschüttelt.


Liebe Grüße,
und


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