bemerkens- und anmerkenswert (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Nullmark, Donnerstag, 05. September 2019, 13:49 (vor 72 Tagen) @ dersoeflinger615 mal gelesen
bearbeitet von Nullmark, Donnerstag, 05. September 2019, 13:55

Guten Tag dersoeflinger,
hallo zusammen,

Das Bild „Drahtlose Telephonie“ ist auch gar nicht so bemerkenswert.

Das ist richtig. Dieses Bild bei Forecats for 1907 geht auf noch eine ältere Quelle zurück. Die drahtlose Telegafie wurde von Marconi bereits 10 Jahre zuvor, im Jahre 1897 in Italien getestet und ab 1899 kommerziell angewendet.

1918 wurde die drahtlose Telefonie in D schon getestet.

aber schon 1904 gelang zum ersten Mal eine Sprechverbindung mit Funktechnik.
1906 wurde die ausgereifte Technik veröffentlicht.

Aber darum geht es (mir) nicht. Das sind alte Hüte - ist alles bekannt und dürfte bezüglich der allgemeinen Anwendung ein paar Jahrzehnte später auch dem Brunnenbauer Irlmaier nicht fremd gewesen sein. Was er gesehen haben will oder vielmehr gesehen haben soll, ist ein Sprechfunkgerät in den Abmessungen einer Zubanschachtel.

Und diese Schachtel(n) gibt es zweifellos in verschiedenen Größen. Der Alois war Pfeifenraucher. Also dürfte sein Größenvergleich zu einer Tabakdose naheliegen. Vielleicht noch zu einer Zuban-Zigarrenschachtel, da Pfeifenraucher eher zur Zigarre greifen, als zu einer Zigarrette. (Ich weiß, wovon ich rede :ok: ).
Oder gibt es vielleicht noch andere Editionen der Schachtel?

Warum ist das wichtig?
Die Funktionalität eines drahtlosen Telefons war damals im wesentlichen allgemein bekannt. Das kleinste bis da produzierte Funktelefon war die noch mit Röhren bestückte Dorette aus dem Jahre 1944/45 mit den Abmessungen 130 x 200 x 70 mm. Also für damalige Verhältnisse vergleichsweise sehr klein.
https://www.radiomuseum.org/r/mil_kleinfunksprecher_d_dore.html

Das Gerät war gegen Endes des Krieges nicht mehr besonders erwähnenswert.
Nach dem der deutsche Physiker Oskar Heil im Jahre 1934 den ersten Feldeffekttransistor patentieren ließ und 1942 Herbert Mataré bei Telefunken den Spitzentransistor erfand, war auch die weitere Entwicklung der Funktechnik vorgezeichnet.
Spätestens als 1951 Teal, Sparks und Shockley bei den Bell Labs die produktionsreife Technologie zur Herstellung von Flächentransistoren vorstellten, war klar, dass dies die gesamte bis da existierende Röhrentechnik und damit insbesondere auch die portable und mobile Funktechnik revolutionieren würde - und zwar zuerst in Volumen und Energieverbrauch.
Dies führt zu Konsequenzen, ohne weitere Details zu kennen oder zu bennenen. Schon vom Hörensagen genügt dies, um das Ergebnis vorweg zunehmen. >>> "Größe einer Zubanschachtel." Dies also spätestens im Jahre 1951!

Das Innenleben oder die genauen Zusammenhänge und Funktionsweisen spielen für die Zuban-"Aussage" ohnehin keine Rolle.
Jedermann weiß heute, was ein Computer ist. Aber wie so ein Teil funktioniert, wissen die Wenigsten. Wie es bedient wird schon eher und was an Technik und Technologie drin steckt weiß kaum jemand. Aber von Aussehen und Gestalt ist alles möglich.

Ich denke deshalb, dass die Zubanschachtel-Geschichte erfunden ist. Sie beruht auf Umständen und Kenntnissen, die zum Zeitpunkt der Dokumentation, d. h. der Aussage der Zeitzeugin bereits in Gänze bekannt und das Wissen dazu verfügbar waren.
Die Geschichte wurd mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Irlmaier angedichtet - warum auch immer.
Dazu kommt das typische Problem der Glaubwürdigkeit als Personenmerkmal von (Zeit-)Zeugen überhaupt, insbesondere dann, wenn wie hier, die Aussagen auf ein bestimmtes Geschehen bezogen sind.
Die Wahrnehmung des Sachverhalts, die Speicherung unter Berücksichtigung der jeweiligen Bewusstseinslage, die Wiedergabequalität bzw. Aussagetüchtigkeit und der Wahrheitsgehalt der Aussage in sich (Glaubhaftigkeit im Sinne: Kann das überhaupt sein?) müssen demnach zuerst betrachtet werden, bevor man sich dem Sachverhalt zuwenden kann. [Vgl. M. Jahn: Grundlagen der Beweiswürdigung und Glaubhaftigkeitsbeurteilung im Strafverfahren. (pdf) Uni Frankfurt, S. 7, vom 12.02.2018]
Wenn also solche Dinge Ergebnis von Ursache-Wirkungsbeziehungen bzw. Wirkungsketten sind, haben die m.M.n. mit Schauungen nichts zu tun, zumal jeder persönliche Bezug fehlt - egal was Zeitzeugen sagen.

Es werden sehr wohl Ereignisse gesehen, aber eher nicht die damit verbundenen Dinge. Ünglücke, Katastrophen, persönliche Schicksalsschläge, Naturgeschehen, etc.- derlei wird gesehen. Und erst in Folge der Interpretation des Schauungsergebnisses entwicklt sich diese Schauung zum kollektive Ereignis. (Danke BB!)

Mehr möchte ich dazu nicht ausführen - in dem vollem Bewusstsein,
mich auch irren zu können.

Gruß
0,- M


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