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Moral in der Geschichte (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 16.06.2019, 17:06 (vor 1112 Tagen) @ Frank Zintl (1410 Aufrufe)

Hallo!

Hatten diese Völker - mein eigener Stamm eingeschlossen - das
RECHT so zu handeln ? Hatten sie das Recht die Alteingesessenen
als Untertanen oder gar Sklaven im eigenen Land zu behandeln ?

Desgleichen ist doch völlig gleichgültig. Die Geschichte urteilt nämlich nicht moralisch, sondern bevorzugt denjenigen, der sich behaupten kann.
Daß Du heute diese moralischen Erwägungen überhaupt für bedeutsam hältst, ist doch lediglich die Folge der Niederlage Deines "Stammes". Dem schloß sich unter moralischen Vorzeichen ein "Refraiming" der eigenen Geschichte und zeigeschichtlichen Erfahrung durch die Sieger an. Heute heften sich die Besiegten nur allzu gerne die Kokarde des Schuldigen ans Revers und vergessen, daß Schuldfragen grundsätzlich weder sachlich noch moralisch irgendeine Frage zu klären in der Lage sind, sondern nur die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln darstellen.

Ich sage: Natürlich hatten sie das Recht! Recht wird von demjenigen geschaffen, der sich bzw. sein Recht mit Waffengewalt behaupten kann. Das war es auch schon. Moralische Erwägungen sind auf dieser Ebene objektiv scheißegal.

Darüber hinaus bzw. darunter liegt eine ganz andere Ebene, auf der allein moralisch bzw. ethische oder religiöse Überlegungen angebracht sind. Diese betrifft die individuelle Schuld der im Geschehen involvierten Einzelpersonen. Da ist jeder Einzelfall, jedes kleine Ereignis des Krieges und die daran beteiligten Personen zu betrachten und abzuwägen, welche Verantwortung man persönlich als Mitglied der Erobererfraktion, aber auch der Eroberten an üblen (aber auch positiven, hilfreichen und Menschen rettenden) Begebnissen hatte. Die Waagschale der Schuld wird unter dieser Betrachtung zwischen Deutschen und Besetzten wohl weitaus ausgeglichener sein als Du es unterstellst.

Deine Frage halte ich also für grundsätzlich falsch gestellt bzw. von falschen Grundannahmen über Moral ausgehend. Es geht immer nur um Einzelne und deren Verantwortung, deren Seelenheil, nicht aber um Gruppen. Über Umwege kommst Du nämlich doch zur Sippenhaft und Kollektivschuld zurück, gleichwohl Du dies von Dir weist und es wahrscheinlich sogar glaubst.

Die Frage ist wichtig für die moralische Beurteilung der Dinge,
die wie heute im alten "Westen" erleben. Wenn unsere Vorfahren
sich so verhalten haben und wir das im Nachhinein gut und
richtig finden - wie können wir dann Afrikanern und Arabern, die
(gerufen oder ungerufen) zu uns gekommen sind, verübeln dass sie
ebenfalls ihre Chance nutzen, falls wir uns als schwach erweisen?

Völlig gleichgültig. Die heutigen Ereignisse betreffen uns. Wir bauen unsere eigene Verwantwortung auf. Was unsere Vorfahren taten oder nicht taten, hat dabei gefälligst nicht die geringste, aber auch nicht den leistesten Hauch einer Rolle zu spielen.

Das ist letztendlich die Frage, ob geschichtlich mit zweierlei
Mass gemessen werden darf - mit einem für früher und mit einem
anderen für heute.

Es gibt nur ein Maß in der Geschichte von Völkern, nämlich Sieg oder Niederlage.

Ich will natürlich darauf hinaus, dass die Alteingesessenen die
älteren und damit grösseren Rechte haben.

Die Rechte haben sie, wenn sie sich behaupten. Unterliegen sie, verlieren sie objektiv ihr Recht. Daraus ergibt sich der Rahmen der heutigen Situation der Deutschen. Wenn aus den Taten der Vorfahren überhaupt irgendeine Verantwortung entspringt, dann die, diese Situation zu korrigieren und für künftige Generationen zu richten (im Sinne von "berichtigen").

So gesehen waren aber die Taten meiner fränkischen Vorfahren, der Anglonormannen und
unserer aller Vorfahren in der Ostkolonisation Verbrechen

Da die Dinge so nicht gesehen werden können, ist auch die Bezeichnung als Verbrechen gefälligst weit abzuweisen. Völker können per se keine Verbrechen begehen. Es handelt sich nämlich nicht um selbstbewußte Individuen, die eigene Entscheidungen treffen können, sondern um sich pflanzenhaft entwickelnde Kollektivwesen. Ebensowenig kannst Du einen Wald dafür verantwortlich machen, daß er wächst, wo er wächst.

Wenn Du unbedingt jemanden beschuldigen willst, weil es Deiner religiös-moralinschwangeren Einstellung entspricht, reduziere diese Schuldzuweisungen auf die Mitglieder der Regierung und konkret an Einzelereignissen beteiligten Deutschen, Engländer, Franzosen, Schweden, Norweger usw.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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