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San Miguels Buch (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 28. März 2019, 09:42 (vor 666 Tagen) @ Frank Zintl609 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 28. März 2019, 09:54

Hallo!

Das Buch dieses Belgiers wäre interessant.

San Miguels Buch wurde auf Französisch und Niederländisch veröffentlicht. Die niederländische Version habe ich.

Hier das Inhaltsverzeichnis.

Das sind die berühmten "französischen Hausfrauen und Nonnen", auf die BB gerne pars pro toto verweist.
Einen Teil der Quellen habe ich vor ein paar Jahren schon übersetzt. Sie sind aber noch nicht alle online.

Sollten unsere Autoren wie Stephan Berndt und Karl Leopold von Lichtenfels dort abgekupfert haben?

"Abgekupfert" eher nicht, da beide in der Regel ihre Quellen angeben. Gleichwohl ist vor allem Berndt natürlich von den dortigen Ideen beeinflußt, da er kompilatorisch Quellen zusammenbringt, die ähnliches berichten, wobei er die Deckungen für Bestätigungen hält, was eigentlich gegenseitiges Plagiieren ist und das gemeinsame Stehen auf der christlich-endzeitlichen kulturellen Grundlage. Er zieht nicht in Betracht, daß das Szenario, das sich auch durch seine Bücher zieht, nicht etwa von allen Quellen relativ einheitlich gesehen wurde, sondern ein Produkt einer gemeinsamen apokalyptisch geprägten Vorstellungswelt ist, die aus religiösen Gründen eine bestimmte Dramaturgie mit obligatorischen Wegpunkten aufweist.

Deren Bücher sind ja danach geschrieben. Löst sich die ganze europäische Prophezeiungsliteratur in eine Sammlung von Wandergeschichten und Standardmotiven auf, die in bereits vergangenen Ereignissen ihren Ursprung haben ?

Die Prophezeiungsliteratur aus dem christlichen Milieu auf jeden Fall. Je jünger die Quellen sind, desto höher kann man pauschal den Anteil an Schauungen in den Prophezeiungen ansetzen, wobei natürlich jeder Einzelfall gesondert analysiert werden muß. Irlmaier, obwohl vergleichsweise jung, ist im Wesentlichen die Übertragung des christlichen Endzeitszenarios auf die Zeit um 1950 und deren Umstände. Auch der Waldviertler ist nicht unkontaminiert, seine Texte enthalten aber Beschreibungen echter Schauungen.

Daher ist es so essentiell wichtig, zwischen Prophezeiungen und Schauungen zu unterscheiden. Fehlt einem diese analytische Trennung, ist man nicht in der Lage, die vielen Fälschungen und Einflüsse von echten Schauungen zu trennen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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