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"Bewußt" (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 27. November 2018, 10:59 (vor 19 Tagen) @ nemo405 mal gelesen

Hallo!

Macht ist Wissen, wie man Bewusstsein erlangt. Bewusstsein zu erlangen
ist immer mit Verständnis verbunden. Aber damit ist nicht das Verständnis
gemeint, andere zu beherrschen oder zu manipulieren, sondern das Verständnis,
dass wir in einem Universum der Bewusstheit leben, das auf energetischen
Gesetzen beruht und nur durch Bewusstsein verstanden werden kann.
In dieser Welt hat Lüge, Gewalt, Egoismus und Korruption keinen Sinn.

Niemand weiß, was dieses (höhere) "Bewußtsein", "Bewußtheit" und dergleich sein soll. Dabei handelt es sich wieder um eine dieser gutklingenden Esofloskeln, die letztlich gar nicht erklären (ähnlich wie Gott als letzte Ursache und Allerklärung, wenn man mit seinem Verstand an die subjektiven Grenzen stößt). Bewußtsein ist sozusagen der Ersatzgott der modernen Esoteriker.
Weil niemand einen Begriff von "Bewußtsein" hat, verwechselt man es bzw. hält es in der Regel für die Sphäre des Verstandes, d. h. das in einem bestimmten Augenblicke wissentlich über irgend etwas Nachdenken. Dies auf das ganze Universum zu übertragen und zu unterstellen, es sei eines der "Bewußtheit", ist mehr als eine unzulässige Verallgemeinerung. Man projiziert den eigenen Zustand (denn darin erschöpft sich der Begriff des "Bewußtseins" vollständig – etwas anderes ist darunter gar nicht vorstellbar!) auf den Rest der Schöpfung. Somit ist es in gewisser Weise wieder die übliche Selbstvergötterung des Menschen und seines Verstandes, welcher der (unverstandenen) Welt sein eigenes Gesetz aufdrücken will.
Ich behaupte: Die meisten Vorgänge im Universum laufen ab, ohne daß sich irgend jemand oder irgend etwas bewußt wäre. Es sind weniger Naturgesetze (von jemandem gesetzt und von anderen befolgt) als Naturgesetzmäßigkeiten, die sich nach einer bestimmten, zugrundeliegenden Uridee verhalten. Bewußtsein/Bewußtheit ist hierfür gar nicht nötig. Auch Gott ist nicht als bewußtes Wesen vorstellbar, es sei denn, man will sich wieder einen personifizierten Götzengott erschaffen, der bloß der zum Gott erhobene menschliche Typus ist. Bewußtsein ist der Modus, in dem der Mensch funktioniert und, abgestuft, Tierwesen. Schon bei Pflanzen und Einzellern ist Bewußtsein überhaupt nicht vorhanden. Bei diesen handelt es sich aber mitnichten um weniger entwickelte Lebensformen, wie von der unsäglichen Evolutionstheorie verlangt, sondern lediglich um eine andere Art des Lebens, die im symbiotischen Miteinander der Natur spezifische Rollen einnimmt. Der Mensch mit seinem (beschränkten und in seiner Intensität wechselnden) Bewußtsein ist hierin nur eine Form des Daseins mehrerer in der Schöpfung letztlich gleichberechtigt existierender. Das zeigt sich schon daran, daß man pflanzliches und tierisches Leben nicht wegdenken kann, ohne dem Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen. Ein Trugschluß ist es also, zu meinen, die menschliche Schiene des Bewußtseins wäre die einzig richtige und alle vermeintlich primitiveren Stufen wären mehr oder weniger Relikte des Aufstiegs, die irgendwann ins Bewußtsein aufgehen und verschwinden müssten.

Es ist nicht Aufgabe des Menschen, "maximales Bewußtsein" zu erlangen, was letztlich – die zwingende Folge Deines Beitrages – bedeuten würde, alles zu verstehen und somit (logische Konsequenz) selbst Gott zu werden. Der Mensch hat sich so weit zu entwickeln, daß er seinen Rang und seine Aufgabe im Schöpfungsganzen versteht und sie sich freiwillig unterordnend wahrnimmt. Das bedeutet, daß es möglicherweise Bereiche in der Schöpfung gibt, die sich dem menschlichen Verständnis auf ewig entziehen und in denen er nichts zu suchen hat.

Denn es gibt keine Privatintelligenz, sondern nur verschiedene Stufen der Wahrnehmung innerhalb einer Wirklichkeit, die für alle gilt. Oder man kann auch sagen, verschiedene Stufen von Vernunft.

Verkürzt ausgedrückt: Wahrnehmung innerhalb der Wirklichkeit = Vernunft.
Damit setzt Du (ein häufig anzutreffender Irrtum) Verstand und Vernunft gleich, was natürlich die Folge der unzulässigen Verallgemeinerung des (allzumenschlichen) Bewußtseins auf das ganze Universum ist. Der Verstand ist ein menschliches Werkzeug, das ihm mit dem Körper gegeben ist (ein anderes typisch menschliches Werkzeug ist die Hand!). Die Vernunft übersteigt den Verstand. Sie ist der in der Welt zielgerichtet und sinnvoll wirkende Geist. In dem Grade, in dem etwas diesem Geiste gemäß ist, ist es vernünftig. Diese (Welt-)Vernunft (ein anderes Wort ist Logos) ist aber unabhängig von Bewußtsein, sondern wirkt als Naturgesetzmäßigkeit. Sie ist dem Verstand übergordnet. Unnötig zu erwähnen, daß nicht wenige Erzeugnisse des Verstandes im höchsten Maße unvernünftig sind und dem Sinn der Schöpfung zuwiderlaufen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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