Zwangsbewirtschaftung und Krisen (Vorsorge & Überlebenstechniken)

Bubo @, Freitag, 09. November 2018, 14:00 (vor 7 Tagen) @ Ranma487 mal gelesen

Hallo Ranma!

Zuerst zur Zwangsbewirtschaftung im Dritten Reich, die, ebenso wie die aktuellen Bestrebungen zur Versorgung im Krisenfall, häufiger Gesprächsthema in unserer Familie ist. Soweit wir uns aus Unterhaltungen mit damals Betroffenen erinnern können, diente die Zwangsbewirtschaftung anfangs vor allem der Sicherung der Versorgung deutscher Soldaten. Erst später musste die Ernährung der Bevölkerung gewährleisten werden. Ziel der Zwangsbewirtschaftung war vor allem die Eindämmung der Schattenwirtschaft. Flankierend dazu gab es umfassende Propagandamaßnahmen (z.B. Ernteeinsätze, zu denen Schulklassen und Studenten herangezogen wurden). In der Gesamtbetrachtung darf zudem nicht vergessen werden, dass die Bevölkerung im Dritten Reich an das System glaubte und den Obrigkeiten größtenteils noch Vertrauen schenkte.
Die Zwangsbewirtschaftung funktionierte damals nicht überall, denn es wurde der Anbau von Pflanzen gefordert, für die nicht überall geeignete Anbaubedingungen herrschten. Hierbei erwähnenswert, die weiße Maulbeere, die notwendig war, um Fallschirmseide herzustellen. Ebenfalls wichtig, der Flachsanbau zur Herstellung von Textilien.
Für die Bauern gab es eine Ablieferungspflicht, sie mussten alles bis auf die Nahrungsmittel, die sie zur Selbstversorgung benötigten, abgeben. Wer bei Zuwiderhandlungen erwischt wurde, den ereilten drakonische Strafen. Alle Maßnahmen sollten nicht nur den Bedürftigsten dienen, sondern vor allem den Brauchbaren und Nützlichen in der Gesellschaft.
Die Eindämmung einer sofort auftretenden Schattenwirtschaft in entsprechenden Krisenzeiten mittels solcher Gesetze und deren konsequente Durchsetzung halte ich grundsätzlich für sinnvoll.

Nun einige Gedanken zu einer eventuell eintretenden schweren Krise mit geplanten Enteignungen in der heutigen Zeit.
Der Bundesrechnungshof hat also etwas angestoßen.
Der Bundesrechnungshof hat die Aufgabe die Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes, der Sozialversicherungsträger und das Handeln des Bundes bei privatrechtlichen Unternehmen an denen er beteiligt ist, zu prüfen (www.bundesrechnungshof.de). Es wurde die Erarbeitung aktueller Krisenszenarien angemahnt.
Jetzt sind/waren Experten damit beschäftigt Pläne zu erstellen.

Nun kann ich mir Gedanken darüber machen, wie eine Enteignung bzw. Versorgung der Bevölkerung im schlimmsten Krisenfall wohl abläuft.
Es müssen in der richtigen Abfolge die passenden Betriebe unter Kontrolle gebracht werden, was ohne den unvermeidbaren Verwaltungsaufwand nicht möglich sein wird. Wahrscheinlich kommt das System bereits hier wochenlang zum Erliegen. Was großflächige Stromausfälle nicht nur in regionalen Amtsstuben für Auswirkungen haben, kann sich vielleicht noch jeder vorstellen. Die Folgen davon in Logistik und in den Betrieben der Landwirtschaft bzw. Lebensmittelherstellung mit ihrem immensen Energie- und Wasserverbrauch eher nicht. Bis die schwerfällige Maschinerie der Verwaltung und die anschließende Durchsetzung von Anordnungen halbwegs funktioniert, gibt es voraussichtlich nichts mehr zu verteilen. Die Kleinstbetriebe dürften zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeräumt sein.

Daher stimme ich Albert Simeth zu. Die Versorgung der Bevölkerung ist unter den heutigen Umständen in einem Krisenfall nicht mehr zu bewältigen oder besser, auch angesichts aktueller Zustände hinsichtlich der Durchsetzbarkeit von Recht und Ordnung, unmöglich geworden. Sobald der Krisenfall eintritt, wird in diesem Land das Recht des Stärkeren gelten, dabei sind Individuen mit entsprechender Herkunft und Sozialisierung eindeutig im Vorteil. In einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren, die größtenteils jede Erdung und den gesunden Menschenverstand verloren hat, dürften nach etwa 3-4 Wochen die meisten Leute weg vom Fenster sein. Natürliche Auslese, der Stärkere gewinnt, der Weichspüler verliert.
Die kleineren Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe werden seit Jahren durch einen vollkommen aus dem Ruder laufenden bürokratischen Aufwand und unzählige staatliche Aktionen (Schikanen), die mit der Durchsetzung des EU-Rechts oder deren Vorschriften begründet werden, aufs Abstellgleis geleitet und bald verschwunden sein. Damit entfallen nicht nur die aktuell geforderten beruflichen Kenntnisse, sondern meist auch die über Generationen weitergegebenen notwendigen Fertigkeiten und das fachspezifische Wissen in für Krisenzeiten überlebensnotwendigen Sparten.

Gruß
Bubo


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