Schon Schiller wußte das (Vorsorge & Überlebenstechniken)

Ranma, Montag, 05. November 2018, 03:09 (vor 12 Tagen) @ rauhnacht520 mal gelesen

Hallo!

Das Dumme ist nur, um ein solches „Mittel“ einsetzen zu können, bedarf es Beziehungsgefüge.

Die Europäische Zentralbank sieht sich bereits veranlaßt, auch Unternehmensanleihen aufzukaufen. Aber sie kauft die nicht wahllos auf. Dann wäre die Gründung neuer Unternehmen leicht und so viel wie Elon Musk, der es selbst für ein Wunder hält sein Unternehmen Tesla noch nicht in den Bankrott geführt zu haben, brächten hier viele zustande. Man muß für solche Vorteile schon lange aktiv gewesen sein und entsprechende Beziehungen zu den Entscheidern in der Europäischen Zentralbank haben. Dann kann man sein Unternehmen beliebig vergrößern. Es ist eine vom Steuerzahler finanzierte Marktverzerrung. Auf diese Weise geht es nur noch schneller Richtung Abgrund.

Nur ein größerer Krieg könnte noch herausführen. Nur im Krieg ist genau das Wehrkraftzersetzung und Sabotage, was zur Zeit im Frieden das Tagwerk der Bureaukraten ist. Wegen der geänderten Regeln im Krieg braucht unser System den Krieg, nicht etwa nur, um etwas Wiederaufbau vorzubereiten.

Wie kam denn die „Macht“ und deren weiträumig akzeptierte Memen zu stande?

War /Ist das ein hinterhältiger Zauber, der in Variation im Beziehungsgefüge bis heute mit Aufhübschung der sogenannten „Menschenrechte“ in Schönsprech und Makulatur funktioniert?
Oder war/ist das „menschgemachte Ordnung“, die sich in Variation zu Macht und Ohnmacht immer weiter evolutiert?
Oder waren/sind das gar Zyklen, die dann mal zurückführen und neue „Zeichen“, Meme setzen?

Und: Wie kommt es zu Wandel?


Fazit: Alles nicht so einfach.
Eines weiß ich aber doch: Der Weg voran ist NICHT konservativ, sondern NEU. Und darum kein bisschen Buchhalterei als Makulatur.

Schon Friedrich Schiller wußte, daß die oben dann aufhören werden zu herrschen, wenn die unten aufhören zu kriechen. Also nicht in Sicht.

Es gibt zu dem Thema die berüchtigte, schöne Anekdote, daß einst ein Senator im Römischen Reich meinte, es wäre doch ganz praktisch wenn man die Bürger (die Wähler der Senatoren) auf Anhieb von den Sklaven unterscheiden könne und darum solle man doch die Sklaven dazu verpflichten, stets eine weiße Armbinde zu tragen. Der Senat wurde sich schnell darüber einig das abzulehnen, weil man dadurch den Sklaven zeigen würde, daß sie die erdrückende Mehrheit stellten. Das Erstaunliche und somit Informative daran ist, daß man es im Alten Rom offenbar nicht für offensichtlich hielt, daß die Sklaven die erdrückende Mehrheit stellten, obwohl man doch durch kurzes Nachdenken so schnell darauf hätte kommen können wie es die Senatoren schließlich taten.

Heute ist es kaum anders. Ich bin immer wieder baff erstaunt, wieviele Leute sich für reich halten, obwohl sie für Geld arbeiten. Das wäre richtig komisch, wenn es nicht so bitterernst und traurig wäre. Einen Reichen hindert zwar nichts daran zu arbeiten, wenn ihm das Freude bereitet, aber wer für Geld arbeiten muß, der kann alles Mögliche sein, aber keinesfalls reich! So ist offenbar, daß die meisten Leute niemals darüber nachdenken, was in der Welt überhaupt los ist. Wäre wahrscheinlich zu schmerzhaft.

Auf der anderen Seite haben sich auch die Reichen nicht abgesprochen, die Armen zu bekämpfen. Reiche Leute bekämpfen alle anderen und gehen sich auch gegenseitig an die Gurgel. Das ist es, was schließlich zum Zusammenbruch führt. Die Ukraïne zeigt zur Zeit am deutlichsten wie Oligarchen gegen Oligarchen kämpfen. Der Krieg in Syrien ist nicht nur ein Stellvertreterkrieg für die Interessen einiger beteiligter Staaten, sondern sogar (in diese Richtung wandelt er sich zumindest gerade) ein Stellvertreterkrieg nordamerikanischer Demokraten gegen nordamerikanische Republikaner.

Obwohl die Diskussion des Systems interessant und lange überfällig ist, hatte ich den Faden eigentlich eröffnet, weil ich wissen wollte, wie sich die Staatsmacht bei einem Zusammenbruch verhalten wird. Wahrscheinlich hätte ich länger über eine Definition nachdenken und dann differenzieren sollen. Es geht schon um das Ende des heutigen Systems. Martin Armstrong erwartet das Ende des Euros. Ich erwarte (wahrscheinlich von vielen Jahren des Mitlesens beim Thema Vorsorge hier und auf verwandten Foren beeinflußt) vor allem Versorgungsengpässe ähnlich denen, die zur Zeit den Benzinpreis nach oben treiben, nur heftiger und auf mehr Sektoren. Möglicherweise können die Staatsorgane da garnichts machen. Die Notstandsgesetzgebung läßt bewußt offen, welcher Art der Notstand sein wird. Nur einen Arbeitskampf schließt sie explizit aus. Das ist wohl ein Hinweis, in welchem Rahmen dabei gedacht wurde.

Nur eines ist klar: Hätten diejenigen, die sich teuere Vorbereitungen leisten können, große Chancen, diejenigen, die sich nur etwas Vorbereitung leisten können, geringe Chancen und jene, die sich keine Vorbereitungen leisten können, keine Chancen zu überleben, dann wäre hinterher nichts anders als jetzt. Es würde sich auf diese Weise garnichts ändern und die von uns erlebten Jahrzehnte wären aus weltgeschichtlicher Perspektive nichts weiter als eine Zeitverschwendung.

Gruß,
Ranma


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