Gibt es Vorhersagen dazu? (Freie Themen)

Ranma, Mittwoch, 12. September 2018, 07:23 (vor 399 Tagen) @ Sagitta980 mal gelesen

Hallo!

Ich nehme das als zarten Fingerzeig (früher sagte man 'Omen') für weitere Eintrübungen der Atmosphäre, die aber andere Ursachen haben mögen. Vor einigen Tagen lief ein Doku von QUARKS über den großen Ausbruch im 13. Jahrhundert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbruch_des_Samalas_1257

Laut dem Artikel gab es in der Folge dieses Ausbruches Kälte bis in den Juni, Überschwemmungen, Mißernten und schließlich Hungersnöte. Schon in London alleine soll der Ausbruch zu fünfzehntausend bis zwanzigtausend Hungertoten geführt haben! Die Getreidepreise stiegen nicht nur in England, sondern auch in Frankreich und Italien sprunghaft an. Der Vulkanausbruch gehörte zu einer Reihe, die das Ende der mittelalterlichen Wärmeperiode bedeutete. Aber besonders dieser soll das Ende der byzantinischen Herrschaft über Westanatolien bedeutet haben, weil die byzantinischen Bauern nach den Mißernten durch türkische Hirten abgelöst wurden. Deutschland und Holland produzierten trotzdem noch genug Getreide, so daß etwas davon in die Nachbarländer exportiert werden konnte.

Und heute? Kälte bis in den Juni ist weiterhin möglich und selbstverständlich wird das zu Mißernten führen. Dann Hungersnöte, die so oft die wahre treibende Kraft hinter historischen Entwicklungen waren? Das eher nicht, schließlich werden bereits so viele Überschüsse produziert, daß man die Weltbevölkerung locker zweimal bis dreimal davon ernähren könnte, so man das wollte. Transporte über große Entfernungen sind heute auch leichter. Also werden jene, die heute genug haben, weiterhin ernährt werden und jenen, die man heute hungern läßt, kann man weiterhin die Nahrung verweigern, weil schließlich auch das nicht schwieriger wird. Nur das Schicksal der byzantinischen Bauern gibt einen Hinweis. Ein paar Mißernten nacheinander, dafür reichen die Dürre dieses Jahr, Frost während der Blütezeit, noch eine Dürre danach völlig aus, führen dazu, daß Kleinbauern aufgeben müssen. Große Konzerne übernehmen dann die Felder. Unsere Ernährung wird mehr und mehr von Monopolisten abhängig. Deutschland ist darin schon ziemlich weit, die Dürren werden das im Osten der EU vorantreiben. Es wird kaum noch Wege geben, alte Sorten zu erhalten oder minderwertigem Einheitsfraß auszuweichen. Obwohl es wie Panikmache klingt, ist das als ernste Prognose gemeint.

Gruß,
Ranma


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