Lindenlied: alles schon bei Konzionator (1920) (Schauungen & Prophezeiungen)

randomizer @, Sonntag, 17.12.2017, 10:17 (vor 1324 Tagen) @ BBouvier (3907 Aufrufe)
bearbeitet von randomizer, Sonntag, 17.12.2017, 10:24

Hallo BB!

"Das Lied von der Linde": "Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht..."

Konzionator 1920: "...ferner wird die Finsternis mit Verpestung der Luft verbunden sein."


Zwar handelt es sich bei obigem "Lied" des Dichters Hingerl
nicht um eine valide Quelle, und es ist halt insofern eine "Fälschung",
jedoch scheint Hingerl 1920 neben den auch uns geläufigen alten Vorlagen
(fast durchgängig selbst lauter Fälschungen
oder "Prophezeiungen" zweifelhafter Basis)
um valide Prophezeiungen gewußt zu haben, die uns eben nicht bekannt sind.

Das postuliert ihr ja seit Jahren, vor allem wegen folgender Strophe:

Markant ist da insbesondere die Erwähnung des Massentourismus
ab den 60er Jahren an die Strände Spaniens und Italiens:
"Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland
."

Das mag zufällig ganz gut zum Massentourismus passen, mich überzeugt der Wortlaut nicht ausreichend, um extra eine weitere Vorlage zu mutmaßen, die womöglich sogar valide wäre. Hingerl kommentiert die Strophe in seinen Fußnoten wie folgt:

"Der Verkehr zwischen Deutschland, Italien und den spanischsprechenden Völkern wird besonders freundschaftlich."

Inwiefern solches 1920 bereits in der Luft lag, kann ich nicht beurteilen. Bei Konzionator findet sich z.B. folgende vage Passage, die vielleicht als Vorlage in Frage kommt:

"[...] daß sich Deutschland mit Spanien unter einem großen, vom Herrn bestimmten Fürsten, vereinigen wird [...]"

Und Hingerl muß noch eine weitere valide Prophezeiung/Schau
zugänglich gewesen sein, die wir nicht kennen.
Nämlich eine, die "Staubesnacht" = "Staub/verschattende Aschen" zum Inhalt hat.

Zur Finsternis finden sich bei Konzionator ja mehrere Vorlagen, Hingerl interpretiert das in seiner Poesie dann als "Staubesnacht"; das würde ich nicht überbewerten: als Indiz für eine unbekannte (womöglich sogar valide) Vorlage taugt dies wohl kaum. "Gift'ger Odem" hatte ich weiter oben ja schon belegt.

=>
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner
und der Erde Riß
."

Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur
keine Vorlage bekannt. Die Originalität läßt auf Validität folgern.

Jahenny via Konzionator (1920):
"Es wird eine dreitägige Finsternis in der Natur eintreten; [...] das Krachen des Donners wird die Erde erschüttern. Unheilvolle Blitze werden die Straßen durchzucken und dies zu einer Zeit, wo sie sonst nie vorkommen (Winter?)."

Schönen Sonntag und viele Grüße!
randomizer


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