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Stäube und verfinsternde Aschen (Schauungen & Prophezeiungen)

BBouvier, Sonntag, 17. Dezember 2017, 00:56 (vor 1131 Tagen) @ BBouvier3734 mal gelesen
bearbeitet von BBouvier, Sonntag, 17. Dezember 2017, 01:24

Hallo!

Dazu:
=>
"Das Lied von der Linde":
"Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht..."

Zwar handelt es sich bei obigem "Lied" des Dichters Hingerl
nicht um eine valide Quelle, und es ist halt insofern eine "Fälschung",
jedoch scheint Hingerl 1920 neben den auch uns geläufigen alten Vorlagen
(fast durchgängig selbst lauter Fälschungen
oder "Prophezeiungen" zweifelhafter Basis)
um valide Prophezeiungen gewußt zu haben, die uns eben nicht bekannt sind.

Markant ist da insbesondere die Erwähnung des Massentourismus
ab den 60er Jahren an die Strände Spaniens und Italiens:
"Dantes und Cervantes welscher Laut
Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
Und am Tiber - wie am Ebrostrand
Liegt der braune Freund von Hermannsland
."

... was Hingerl irrig als "die guten Zeiten nachher"
versteht und daher ganz an das Ende seines Gedichtes setzt.

Und Hingerl muß noch eine weitere valide Prophezeiung/Schau
zugänglich gewesen sein, die wir nicht kennen.
Nämlich eine, die "Staubesnacht" = "Staub/verschattende Aschen"
zum Inhalt hat.

In dem frz. Prophezeiungskanon des 19.Jahrhunderts
wird zwar bibelanalog immer wieder mal eine dräuende Dauernacht
bemüht - diese jedoch rein abstrakt als Ausdruck des Zornes Gottes.
Der ist nämlich stocksauer - warum auch immer -
und dreht der sündigen Menschheit mal kurz das Licht ab.

Was es mit einer "Dunkelheit" wohl tatsächlich auf sich haben könnte,
lag selbst völlig im Dunkel. War ja auch nicht wichtig.
Konrad Klee - kein ganz Dummer und einer der ersten Prophezeiungsexperten
Mitte der Achziger - grübelte damals in Richtung eines "Atomkrieges".
Andere spekulierten: "Die Erde bleibt einfach mal stehen,
und falls sich dann Europa auf der sonnenabgewandten Seite
befindet, dann ist es dort eben duster."

Der Aha-Durchbruch Richtung "Stäube/Aschen" kam erst deutlich später,
u.a. mit den erst hier in der Quellensammlung veröffentlichten
ganz jungen und dokumentierten Schauungen.

Zurück zum Thema:
Was mich mächtig wurmt ist, daß es offensichtlich
vor bereits 100 Jahren eine Hingerl damals zugängliche Quelle gab,
die die Ursache der "Dunkelheit" offenbar korrekt auswies.
Daß uns diese Prophezeiung jedoch nicht bekannt ist!
Viel schlimmer jedoch noch:
Was ist, falls in jener - wohl validen - Quelle
noch weitere künftige wichtige Tatsachen geschildert wurden,
von denen wir allerdings keinen blassen Schimmer haben -
und das nur, weil Hingerl die nicht in sein Gedicht aufgenommen hat?

Eine Bemerkung zum Abschluß noch.
Aus Hingerls Gedicht:
=>
"Winter kommt, drei Tage Finsternis,
Blitz und Donner und der Erde Riß
."

Auch für diesen Erdriß ist mir in der Prophezeiungsliteratur
keine Vorlage bekannt.
Die Originalität läßt auf Validität folgern.

Im Gegensatz dazu steht Berndts statistische Vorgehensweise, der aus
der bis hin zu fast identischer Gleichheit gewisser "Prophezeiungen"
folgert, sie wären wohl sämtlich originär = valide.
Und der dabei völlig außeracht läßt, daß sich deren
Gleich- und Ähnlichkeit fast durchgängig durch ausgedehnte
Plagiate alter Betrügereien erklärt, die sich über Jahrzehnte hinweg
in immer gleichen Varianten durch die Fälschungsliteratur schlängeln.

Gruß,
BB


- es ist gemein, Blinden Stummfilme zu zeigen
- eine schöne Theorie sollte man sich mit Forschung nicht kaputt machen
- Irlmaier: "Ein Mann erzählt das, was er irgendwo mal gelesen hat."


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