dann stelle ich mal die Frage anders herum (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Baldur @, Montag, 25. September 2017, 20:16 (vor 921 Tagen) @ Taurec4524 mal gelesen

Hallo, Taurec,

ich gebe Dir Recht, dass Deine Sichtweise einen bedeutenden Teil des Volkes zutreffend beschreibt.

Vor einigen Monaten sagte mir ein Arbeitskollege, ich sei der allererste überhaupt, der ihm im Leben begegnet sei, der offen eine ganz andere Meinung vertitt, als er sie von jeher kennt und aus dem Umfeld erlebt.

Das brachte ihn, der aus einem streng linksalternativen Elternhause kommt, immerhin zum Nachdenken.

Eine solche, andere Perspektive war absolut neu für ihn, aber er vermochte sie einmal zu betrachten.

Andere können/wollen das nicht.

Diese sind allesamt auf einer anderen Stufe, die Welt zu bewerten.


Man kann nicht von sich selbst und seiner vermeintlichen Erkenntnis auf die Allgemeinheit schließen, und von ihr die selbe geistige Höhe einfordern (ein sogenannter individualistischer Fehlschluß).

Worum es mir geht, ist die andere grosse Gruppe im Volk, die eigenartigerweise 4 Jahre minus einen Tag mosert, stänkert, schimpft und motzt über die da oben, über die Ungerechtigkeit, über den Irrsinn.

Im persönlichen Gespräch sind diese Leute sehr wohl willens und fähig, sich umfassend mit Themen auseinanderzusetzen, können mitreden, haben überraschend gute Kenntnis von dem, was gerade an Üblem läuft.

Sie müssten also grundsätzlich auf einer gemeinsamen Basis mit einem selbst stehen.

Und am Wahltag? Da tritt irgendein geheimnisvoller Mechanismus in Kraft, der sich aus Deinen obigen Betrachtungen nicht herleiten lässt, meiner Meinung nach.

Ein Bekannter war mal Mitglied einer radikalen Protestpartei, und entschloss sich vor den Wahlen nichtsdestotrotz, aus taktischen Gründen eine andere Partei aus dem Einheitssozialistenblock zu wählen, die für ihr notorisches Umfallen seit Jahrzehnten bekannt ist.

Und? Sie fiel kurz später wieder um, was denn auch sonst.

Und der Bekannte? Moserte und motzte weiter.

Na, da sage ich doch, danke an den Hausverstand.

Natürlich hätte eine konsequente Wahlentscheidung im grossen nichts geändert, aber er hätte sich hernach wenigstens noch im Spiegel ansehen können.

Wie war das mit dem normativen, Kantschen Verhalten?

Vorbild sein!

Allerdings gehen einzelne Vorbilder in der trampelnden scheubeklappten Herde unter, für sie ist es besser, sich andernorts eine für sie vernünftigere Umgebung zu suchen.

Und das heimische Elend (das im Grossen ja noch aussteht, und nur im Kleinen wie Gift lähmend und zerstörerisch wirkt) aus der Ferne zu betrachten.

Beste Grüsse vom Baldur


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