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Die geistige Situation des modernen Herdenmenschen (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Taurec ⌂ @, München, Montag, 25. September 2017, 19:22 (vor 749 Tagen) @ Baldur4228 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Dienstag, 26. September 2017, 09:48

Hallo!

mit Verlaub, darum geht es doch gar nicht.

Doch, genau darum geht es.

Man kann nicht von sich selbst und seiner vermeintlichen Erkenntnis auf die Allgemeinheit schließen, und von ihr die selbe geistige Höhe einfordern (ein sogenannter individualistischer Fehlschluß).

Der selbe Fehler wird seit mindestens 250 Jahren von (meist selbsternannten) Trägern der Aufklärung begangen, die von ihren Mitmenschen verlangen, sich ihres Verstandes zu bedienen. Sobald sie dies nur täten, würde sich die Welt schon in eine bessere verwandeln, denn dann wäre die allgemeine Ratio eingetreten, die bei Erkenntnis der Gründe auch notwendigerweise überall zu denselben Vernunfturteilen führen würde.
(Die französische Revolution als Prototyp der gesamten Entwicklung, die sich seitdem im Großen vollzieht, neigte dazu, die nicht passenden Elemente als entartet einfach auszumorden.)

Das ist die irrige Grundannahme aller Verfechter der Demokratieutopie. Es ist auch Dein Irrtum. Dein Gram über das dumme Wahlvieh, das seine eigenen Schlächter wähle, ist die unmittelbare Folge eines falschen Axioms über die Natur des Menschen und seine Möglichkeiten, sobald er als Masse auftritt. Deine Enttäuschung ist ebenso zwangsläufig wie ohne Grundlage.

Es geht darum, dass eine Erna Dosenkohl vier Jahre lang mit den Ergebnissen der Regierungstätigkeit konfrontiert wird. Ganz real, in allen Bereichen.

Keinen geringen Anteil an der Misere hat der Umstand, daß die traditionellen sozialen Verbindungen (Familie, Kameradschaft etc.) heute zerstört sind, welche den Menschen in ihrer unmittelbaren Umwelt als Spiegelbild der höheren Ordnung Struktur (Sitten, Verhaltensnormen und eine Einheit der Lebenseinstellung) gaben. Das in der Zivilisation isolierte und vereinsamende Individuum sucht notgedrungen den Anschluß an äußere Normen, wobei sich nur Ersatzreligionen, Ideologien, "Subkulturen" und ein unreflektiertes Schwingen im Zeitgeist neben anderen Verlorenen anbieten. So wird wenigstens ersatzweise eine trüber Nachklang der verlorenen Gemeinschaft empfunden. Die meisten Menschen sind von ihrem Naturell her Herdenexemplare. Das ist auch gut so. Mit lauter Exzentrikern, die ihr eigenes Ding durchziehen wollen, läßt sich kein Staat, geschweige denn eine Kultur machen. Solche machen idealerweise nur eine kleine Minderheit aus, die neue Impulse bringt.
Die negativen Tendenzen, die wir heute beobachten, sind eine Folge dessen, daß die ursprüngliche Ordnung völlig auf den Kopf gestellt wurde, während noch dieselben, eigentlich Aufbauendes anstrebenden menschlichen Energien wirken, so daß eine negative Verstärkung nach unten erfolgt. Man kann sich kaum vorstellen, wie entfremdet sich Erna Dosenkohl eigentlich fühlt, ohne klaren Durchblick, was eigentlich vor sich geht, aber mit dem dumpfen Gefühl bewehrt, daß irgend etwas mit der Welt grundsätzlich nicht stimmt. Alle Antworten, die sich in der Umgebung finden, sind eigentlich nicht hinreichend. Um das zu erkennen, bräuchte sie die geistige Verwurzelung, die sie (ohne eigenes Verschulden) nicht mehr hat. Als psychologischer Reflex werden die dürftigen Angebote der Umwelt für ganz besonders richtig und wahr gehalten. So mag man wenigstens das nagende Gefühl der Unzulänglichkeit durch einen Akt des Selbstbetruges, der zur Lebenslüge wird, übertünchen. Nicht wenige aber wählen schlicht aus Gewohnheit, was sie meinen, daß die Mehrheit in ihrer Umgebung wählte, weil sie einfach den Anschluß nicht verlieren wollen.

Das einzig sinnvolle wäre, nicht bei den anderen die Fehler zu suchen, sondern nur bei sich selbst. Wer die natürliche Ordnung in sich wieder herstellt, vermag in seine Umgebung auszustrahlen und den verirrten Schafen, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, als Leuchtturm zu dienen (wieder strukturierend "von oben nach unten"). Nur im Einzelnen, nicht in der Masse liegt die Lösung. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen "rechtem" (also "richtigem") Denken und "linkem" (also "falschem"). Der Rechte korrigiert sich selbst, der Linke macht alle anderen für sein Leid verantwortlich und will "die Welt reparieren" (letzteres mit den Worten der Erfinderin des "Gender Mainstreamings").
Das ist es auch, was das Abendland, den faustischen Menschen im Kern ausmacht: die bis zum letzten, bis zur schmerzhaftesten Konsequenz getragene Selbstverantwortung. Auch der Preuße (pars pro toto für die Deutschen) verliert sich nicht im Ganzen, sondern fragt, wie er als Einzelner (wie Friedrich II. als erster Diener seines Staates) dem Ganzen dienen kann, jedenfalls sofern er sich auf der Höhe seiner geistigen Möglichkeiten befindet.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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