Physik und Spiritualität – Experiment vs. Einstein (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Leserzuschrift, Donnerstag, 21. September 2017, 22:30 (vor 758 Tagen) @ Steffomio4256 mal gelesen

Lieber Steffomio,

mit großen Interesse verfolge ich Deine Beiträge hier - und fast immer lerne ich etwas. Bei Deinem Videohinweis fühle ich mich verpflichtet, auf drei Dinge hinzuweisen:

1. Einstein hatte ein massives Problem mit experimentellen Befunden. Der Film sieht dagegen in Einstein so eine Art Propheten, und interessanterweise ist diese Sichtweise bis heute feuilletonfähig.
Ich empfehle den Interessierten als Einstieg einen Blick in dieses Buch Buch und speziell diesen Satz.
Felix Ehrenhaft ist der Entdecker der Elementarladung, vor Millikan und genauer als dieser. Es gibt bis heute eine große, aber akademisch erbarmungslos bekämpfte Gruppe an Physikern, die Einsteins Relativitätstheorie als eine mögliche Sichtweise akzeptieren, aber nicht als alternativloses Denkdogma. Hier ist aber nicht der Ort für derartige Gefechte.

2. Bei der Vereinigung von Physik und Spiritualität, muss man in Demut einsehen, dass alle Errungenschaften der heutigen Physik relativ zur heute mehrheitlichen Bewußtheit stehen.
D.h.: In Opposition zur Einheit der Schöpfung, oder in Opposition zur Erkenntnis unserer eigenen, nicht-körperlichen Wirkung auf die Schöpfung.
Oder noch anders: In wilder Abscheu vor der Möglichkeit eines alldurchdringenden Äthers. Diese Möglichkeit konventionell zu referieren, erfordert einen Tarnmantel aus völlig unverständlicher Mathematik. Tragischerweise hat dieser Tarnmantel die üble Folge, bei den allermeisten normal verfassten Menschen einen tiefen Schnitt zwischen Vernunft und Gefühl zu setzen - d.h. dem Gegenteil dessen, was uns weiterbrächte.
Der gleiche Aspekt in anderem Gewand: Der heute als vorbildlich erachtete Experimentator hält es für eine gute Idee, sich selbst als Einfluss zu eliminieren.

3. Wahrscheinlichkeit ist als Begriff nur dann sinnvoll, wenn man eine feste Meinung über die Gesamtheit setzt. Man behauptet alles zu kennen, und dieses "Alles" wird dann abgezählt, und relativ zu diesem "Alles" kann man dann Zahlen behaupten. Doch wehe, wenn man doch nicht alles kannte. Schwamm drüber, besser klug mit Zahlen aussehen als blöd beten, denn wir leben ja nur kurz, könnten Spenglerfreunde entgegen. Das Wuchern von "Wahrscheinlichkeitsaussagen" könnte man aber auch als lebensmüde Wahrnehmungswellness bezeichen. Statt den Sonderfall als Lebensnorm zu integrieren, mittelt man mit grober Bürste über alles, was nicht ins Konzept passt.
Witzig ist in diesem Zusammenhang, ab wann eine quantenmechanische Messung als Messfehler gilt: Nie oder immer? Wenn alles alles durchdringt, ist messtechnisch alles wesentlich, und nichts auszuschließen.

Mit all dem (und dem) will ich Dir eigentlich nur übermitteln, dass der Materialismus, und sei er noch so dialektisch, noch viel mehr auf dem Holzweg ist, als es die Amerikaner in dem Film portionieren.

Wünsche Dir Frieden im Geiste!

nvf33


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