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Heimat des Lichts (Schauungen & Prophezeiungen)

Fenrizwolf @, Sonntag, 27.08.2017, 11:45 (vor 1926 Tagen) @ Steffomio (3380 Aufrufe)
bearbeitet von Fenrizwolf, Sonntag, 27.08.2017, 11:54

Hallo Steffomio!

Bei Deinem offenbar angelegtem Wissen um okkulte Weisheitsbrocken bin ich mir nie ganz schlüssig, welcher Lehre Du da denn folgst, oder ob Du synkretisch vorgehst, wie ich es prinzipiell ebenfalls tue.

Mir geht es nicht um’s Rosinenpicken, da darf gerne auch der Saturn laut dröhnen, sondern um Orientierung und Ausrichtung.

Ist Dein Wissen vornehmlich kabbalistisch?
In meiner baren Nacktheit staune ich vor all dieser Komplexität, die doch Licht bringen soll.

Die beiden Bücher über die Kabbala, die mir in die Hände gefallen sind, hatten als Vorbesitzerinnen Frauen, die Esoterik wohl im Sinne von zeitgeistlichen Wohlfühlaromen verstanden haben, und schon beim Vorwort überfordert waren.

Auch auf mich macht das mächtig Eindruck. Nach drei Sätzen möchte man sich setzen, oder lieber noch zersetzen, so grauenvoll die Schreibe der schlauen Autoren.

Mit mathematischer Komplexität werden Hürden gebaut, die man im Stechschritt zu nehmen hat, während einem die Unantastbarkeit der Heiligkeit des Undenkbaren und Unaussprechlichen vor die Stirn gekloppt wird.

Am Anfang war das Organ. Keith zeugte Kevin, Jason zeugte Jeff, Josh zeugte sich selbst und Spiderman. Mister-X gebahr Hollywood, und aus einem Stück seines Steißbeines wurde Kay-Jay. Aus Kay-Jay wurde Heyhey und die zusammen zeugten alle Hollywood.

Die mögen sich rühmen die längsten Glieder und die rundesten Nasen zu haben, doch ihre Hinterlassenschaften sind schlicht unverständlich.

Aber sie rühren und röhren direkt aus Gottes Mund – isn’t it fantastic?
Am besten verstehe ich noch Onan. Jesus hat am Ende ja auch nur dumm rumgehangen.
Ne, den Kram kann man heimlich im Wald 17-jährigen Mädchen in Unterfranken erzählen.

In aller vermeintlichen Weisheitsleere sehe ich keine Handreichung.
Eher ist da ein: „komm‘ mein Kind, ich zeig‘ Dir meinen Großen Bären“, da hast’n Lolly.

Freilich entzünden sich große Ideen nicht zuerst in den kleinsten Köpfen, aber muß die Komplexität der Dinge stets so erschlagend sein, daß sie immer und für ewig nur Auserwählten vorbehalten ist?
Wer denn wirklich glaubt, daß das Leben im Diesseits nicht das Ende der Fahnenstange ist, und Gott für gegeben, aber als noch unverständlich einordnet, der sollte einen heiligeren Pfad vorfinden, als jenen, der ihm mutmaßlich absichtlich verdunkelt wird.

Ich befleißige mich selbst gerne bildhafter Sprache und Übertreibungen, um besser verstanden zu werden. Und ja, ich gebe mir Mühe, nicht als der Dümmsten einer zu erscheinen.
Schlimmer noch – ich manipuliere, indem ich bewußt Effekte erzielen will.

Das ist aber nicht so schlimm, weil hier eh nur unerkannte Autisten Audienzen vor sich selbst abhalten.

Ich leugne nicht den Gehalt alter Schriften, aber nur angenommen, sie wären mindestens ebenso affektiert motiviert und grundsätzlich prätentiös formuliert, wie sie scheinen, wäre da nicht ein Vergleich zu Irlmaier statthaft, der trotz nachgewiesener Begabung andere direkt, oder indirekt zum Narren hielt?

Zur Versöhnung will ich sagen, daß ich alten Schriften nicht per se ihren Gehalt absprechen will, und alles andere als atheistisch bin.

Aber je purpurner und sakraler der Mummenschanz gleich eines Pfingstochsens daher stolziert kommt, desto größer wird meine Skepsis.

Es ist heute auch nicht die Zeit dafür gegeben, Gotteszitate freiwohl im Akkord über das niedere Volk herunterzukanzeln.
Wissen ist übertragbar, auch wenn man sich zunächst als würdig des Empfangs erweisen muß.
Ich würde keinem Pubertierenden beibringen wollen, wie man gefährliche Gegenstände herstellt.

Auch würde ich keinem Unbedarften oder Unterentwickeltem Geister an die Seite stellen, denen er sich nicht erwehren kann.

Doch schlimmer als jede Heimsuchung aus dem Jenseits, scheinen mir in Zeit und Raum da jene zu sein, die Weisheit heuchelnd, Kraft suggerieren wollen.

Mit sportlichen Grüßen

Fenrizwolf


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