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Pläne und Bewußtsein (Übersinnliches & Paranormales allgemein)

Taurec ⌂ @, München, Montag, 14.08.2017, 12:08 (vor 1503 Tagen) @ Tom (2216 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Montag, 18.09.2017, 08:56

Hallo!

Schauungen, Wahrträume und Hellsehen sind möglich, da unser Unterbewusstsein (oder Überbewusstsein) angeschlossen ist an der Quelle allen Seins. Es ist vernetzt mit allem Bewusstsein des Universums. Daher weiß es um die Gedanken und Pläne einzelner Menschen, einer Gruppe oder Nation oder der gesamten Menschheit. So ist es offenbar dem Unterbewusstsein möglich Künftiges auf verschiedene Weise zu zeigen, noch bevor es sich in der Realität manifestiert hat. Das Unter- oder Überbewusstsein sieht also die Pläne und Gedanken der Menschen, die zum Zeitpunkt der Schau aktuell sind, und kann sie daher als Warnung oder Inspiration mitteilen. Genauso "weiß" es um die künftigen Entwicklungen der Materie und der Elemente im Universum: die der Erde, der Sonne, des Mondes, der Gestirne und jeder anderen Art von Materie sowie Antimaterie, die vorhanden ist. Somit ist dieses Allbewusstsein in der Lage das Kommende schon vorher zu erkennen. Immer aber auf dem Stand dessen, was im Moment einer Schauung als erkennbar Künftiges gegenwärtig ist.

Ändern sich allerdings die Gedanken und Pläne der Menschen, einer Nation oder einem Teil der Menschheit, noch bevor sie realisiert worden sind, so ist eine bereits erfolgte Schauung in Teilen veraltet oder gar obsolet. Der freie Wille der Menschen ist also Teil dieser Entwicklung und ist in der Tat frei. Ändern Menschen ihre Pläne, denken sie über etwas Künftiges anders nach, ist dies augenblicklich auch im Allbewusstsein neu erkennbar.

Die Theorie führt im Grunde auf eine quasi religiöse Grundannahme zurück, die für den Menschen unserer zivilisierten Spätzeit typisch ist. Schon die individualistische (das Selbst voranstellende) Grundhaltung, die ihr zugrunde liegt, ist für andere Kulturkreise nicht haltbar.
Nachdem sich der faustische Mensch der Moderne selbst an Stelle Gottes gesetzt hat (den er "getötet" hat), macht er gedanklich alles Sein von seinen eigenen Gedanken, seinem eigenen Willen abhängig. Daraus entspringt der für unsere Gesellschaft typische Planbarkeitswahn und die (meines Erachtens irrige) Annahme, die Zukunft wäre überhaupt eine Folge unserer Gedanken und Handlungen. Da wir nichts außer uns selbst anerkennen können, ist diese Annahme ebenso zwangsläufig, wie sie falsch ist. Im Wesentlichen folgt der Lauf der Welt aber Gesetzmäßigkeiten, die weit über uns stehen.

Der Wille mag uns zwar frei erscheinen. Schon die Folgen einer getroffenen Entscheidung, mag man sie auch noch so mühevoll zu antizipieren versuchen, entziehen sich unserem Einfluß vollständig. Moltke: "Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt."
Die Gewalten sind uns überlegen. Wie das Schicksal auf unsere Entscheidungen reagiert, liegt außerhalb unserer Macht. Ich gehe davon aus, daß (bestenfalls) kleine Variationen möglich sind, Umwege, die aber stets zu einem großen Gesamtbild führen, das tatsächlich feststeht. (<= Was aber möglicherweise nur ein Zugeständnis an unser unausrottbares Selbstbild ist, das auf ein Minimum Gestaltungsfreiheit beharrt, um das Trugbild unserer Größe zu wahren.)

Ich neige zu der Ansicht, daß die Schöpfung auf allen Ebenen einheitlich beschaffen ist und es keine Brüche in der Art und Weise gibt, wie die Welt sich selbst hervorbringt. Wenn wir selbst mit unser begrenzten Auffassungsgabe große Ordnungsvorgänge im Universum feststellen können, Naturgesetzmäßigkeiten, die stets auf die selbe Art z. B. höhere Lebewesen hervorbringen, die ihrerseits der Natur völlig unterworfen sind, besteht kein Grund zu der Annahme, daß der Mensch hierbei eine Ausnahme ist. Allenfalls ist der Grad der Komplexität unseres Daseins höher, wobei wir aus unserer Innenperspektive die Grenzen unserer eigenen Natur und wie sie den höheren Schöpfungsgesetzen unterworfen ist, weniger scharf oder gar nicht wahrnehmen. In diesem Sinne ist es durchaus denkbar, daß der sogenannte "freie Wille" eine Illusion ist, die wir für unser Funktionieren im größeren Ganzen benötigen, die Gedanken und Handlungen aus Sicht einer unser Vermögen übersteigenden Warte aber bereits feststehen und wir "geführt" sind. Auf dieser Ebene kann man die Herkunft des Schauungswissens vermuten.
Dem liegt die Annahme zugrunde, daß die Schöpfung mitnichten "frei" und "offen" ist, sondern von Anfang an einen Zweck verfolgt, bzw. einem bestimmten Zustand zustrebt. Daraus folgt, daß nichts geschieht, das nicht bezweckt wäre, daß auch unsere Entscheidungen voll den einer höheren Vorsehung unterworfenen Bahnen folgen.

Eine andere Möglichkeit wäre, daß Schauungen nicht die echte Zukunft zeigen, sondern mehr oder minder vielschichtige Projektionen, welche die jeweils herrschende Form des geistigen Hintergrundrauschens der Menschen wiedergeben. Ein Nichteintreffen würde nicht die Schlußfolgerung fordern, daß sich die Zukunft selbst geändert hätte.

Wäre diese Theorie belastbar (was natürlich wissenschaftlich nicht möglich ist), wäre es eine Erklärung dafür, warum sich manche Schauungen "ändern" bzw. ausbleiben.

Das Problem liegt darin, daß im Vorhinein nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, was überhaupt eine "echte Schau" ist. Daher fällt die Schauungsdefinition auf die Feststellung zurück, daß eine Schau sei, was eintrifft. Trifft etwas nicht ein, war es dementsprechend von Anfang an keine Zukunftsschau, sondern etwas anderes. <= Eine unbefriedigende Definition.

Es läßt sich nach Nichteintreffen (schon das definitive Nichtgeschehen zu bestimmen, ist eine verzwickte Angelegenheit) nicht feststellen, ob eine vermeintliche/scheinbare Schau nicht eingetroffen ist, weil die Zukunft geändert worden oder weil sie von Vornherein nur Abbild irrealer, subjektiver Projektionen des Schauenden gewesen wäre.
Daher ist die Idee, daß Schauungen sich "ändern" oder ausbleiben könnten, eine weltanschauliche Wunschvorstellung, die man auf das Phänomen projiziert.

Auch, dass genaue Daten kaum gesehen werden können, da das Allbewusstsein diese in der Regel auch nicht kennt, erst wenn ein Entwicklungspunkt erreicht ist, der alle Voraussetzungen erfüllt. Ausnahmen wird es geben, die als feste Eckpunkte anzusehen wären, die in jedem Fall geschehen müssen, damit bestimmte Entwicklungen im Universum und in der Geschichte möglich sind (darin enthalten sind z. B. Evolutionsverläufe der Natur u.ä.). Ist in solchen Fällen das Handeln von Menschen notwendig, gibt es dafür offenbar eine der Entwicklung dienende Einschränkung der menschlichen Freiheit. Vielleicht liegt im letzten Punkt auch der Ansatz für die Möglichkeit trotz allem valide Voraussagen (z. B. Nostradamus, Feldpostbriefe) sehr lange im Voraus machen zu können.

Was ist "Allbewußtsein"? Meines Erachtens unterstellt der Mensch dem Universum durch solche Begriffe eine Beschaffenheit, die seinem eigenen begrenzten Innenleben entspricht. Sich unter Bewußtsein etwas anderes vorzustellen, als was man von sich selbst als Bewußtsein empfindet, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das Bewußtsein definiert sich ja im Wesentlichen durch eine Abgrenzung, die man als Säugling durch Erfahrung trifft. Die Welt ist in diesem Sinne die Restmenge dessen, was nicht als im eigenen Bewußtsein liegend erfahren wird. Vom Universum ein "Allbewußtsein" anzunehmen, setzt voraus, daß es außerhalb des Universums etwas gäbe, was nicht zum Universum gehörte. Das widerspräche allerdings schon der Begriffsbedeutung "Universum" oder "All". Ohne eine solche Abgrenzungsmöglichkeit, ist dem Universum allerdings kein Bewußtsein zu unterstellen, sondern vielmehr ein ("pflanzenhaftes") Unbewußtsein. Allerdings bedeutet das nicht, daß es sich nicht gesetzmäßig entwickeln würde. Das Unbewußte/Pflanzenhafte fordert vielmehr eine intrinsische Gesetzmäßigkeit, nach der es sich entwickelt.

Die Unterstellung eines Bewußtseins fordert darüber hinaus einen eigenen, eben "freien" Willen. In diesem Sinne wäre "Allbewußtsein" ebenfalls eine Vermenschlichung des Universums, die im Grunde nicht von der Schaffung eines personifizierten Gottes wie im Alten Testament verschieden wäre.

Nicht zuletzt schmeichelt "Bewußtsein" dem eigenen Ego, weswegen in New-Age-Lehren stets die Anhebung unseres Bewußtseins in die fünfte Dimension oder eine Bewußtseinserweiterung des Menschen etc. postuliert wird. Letztlich eine völlige Hohlnummer, die man zur Selbstvergöttlichung mit seinen eigenen Wünschen anfüllen kann, ohne daß darin Erkenntnis wäre. ;-)

Ich fände es besser, wenn man statt "Bewußtsein" einen anderen Begriff für die uns übersteigenden Sphären des Alls prägen würde. Daß alles mit allem vernetzt wäre, ohne daß Einzelwesen sich darin vollständig verlieren würden, ist wohl eine valide Grundannahme.
Ohne "Bewußtsein" fällt allerdings jeglicher Steuerungsanspruch, der nötig wäre, um dem Universum eine andere Richtung zu geben, als es wegen seiner in sich selbst liegenden Gesetzmäßigkeiten innehat. Vielmehr ist anzunehmen, daß die Einzelbestandteile des Ganzen per (scheinbar) freier Entscheidung sich genau so verhalten, wie es zur Hervorbringung des Ganzen notwendig ist, daß also nicht das Ganze von den Einzelentscheidungen, sondern die Entscheidungen vom vorgesehenen Ganzen abhängen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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