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Ausufernde und scheiternde Großprojekte (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 03. Juni 2017, 15:28 (vor 1042 Tagen) @ DcDruide3221 mal gelesen

Hallo!

oder auch warum die Bauprojekte der letzten Jahre derart aus dem Ruder liefen: Berlin, Hamburg,....

Da wird unterirdisch das Geld verwandt.

Vielmehr ist anzunehmen, daß es sich dabei um eine durch den seelisch-kulturellen Niedergang und die Reibungsverluste eines auf Korruption und Schuldverschleppung basierenden Finanzsystems verursachte Selbstblockade handelt.

  • Verfall der Tradition, der Sitten, der Disziplin, d. h. der Stringenz in Entscheiden und Handeln.
  • Verfall des Bildungssystems, Verlust geistiger Höhe und folglich schwindender Durchblick und Kompetenz.
  • Zerfall der sozialen Bindungen, des Verantwortungsbewußtseins und des Pflichtgefühls.
  • Bewußt falsch kalkulierte Projekt- und Finanzpläne, um Gelder und Zustimmung abzugreifen.
  • Wachsende Komplexität, eine Vielzahl beteiligter und wechselnder Akteure, ausufernde Bürokratie und ein kaum noch zu überblickender Vorschriftenwust (welche nichts anderes als die Reaktion der Zivilisation auf Kontroll-/Durchblicksverlust und schwindende Handlungsfähigkeit sind).
  • ...

Im Verschleppen und Scheitern solcher Projekte sehen wir eher die Symptome einer Zivilisation, die allmählich an sich selbst zugrunde geht. Vermutlich werden wir in Zukunft, mit Verschwinden der kulturellen und genetischen Substanz (Geburtenmangel vor allem in der leistungsfähigen, tragenden und projektierenden Oberschicht) weitere und zunehmend weniger aufwendige Projekte scheitern sehen, bis schließlich auch der Erhalt des Erreichten nicht mehr möglich sein wird.


"Und wenn wir uns der eigenen Zivilisation zuwenden, so sind die alten Familien des französischen Adels zum weitaus größten Teil nicht durch die französische Revolution ausgerottet worden, sondern seit 1815 ausgestorben; die Unfruchtbarkeit breitete sich von ihm auf das Bürgertum und seit 1870 auf die gerade durch die Revolution fast neu geschaffene Bauernschaft aus. In England und noch weit mehr in den Vereinigten Staaten, und zwar gerade in deren wertvollster, alteingewanderter Bevölkerung im Osten, hat der »Rasseselbstmord«, gegen den Roosevelt sein bekanntes Buch geschrieben hat, längst im großen Stile eingesetzt.
Deshalb finden wir auch in diesen Zivilisationen schon früh die verödeten Provinzstädte und am Ausgang der Entwicklung die leerstehenden Riesenstädte, in deren Steinmassen eine kleine Fellachenbevölkerung nicht anders haust als die Menschen der Steinzeit in Höhlen und Pfahlbauten. Samarra wurde schon im 10. Jahrhundert verlassen; die Residenz Asokas, Pataliputra, war, als der chinesische Reisende Hsiuen-tsiang sie um 635 besuchte, eine ungeheure, völlig unbewohnte Häuserwüste, und viele der großen Mayastädte müssen schon zur Zeit des Cortez leer gestanden haben. Wir besitzen eine lange Reihe antiker Schilderungen von Polybios an: die altberühmten Städte, deren leerstehende Häuserreihen langsam zusammenstürzen, während auf dem Forum und im Gymnasium Viehherden weiden und im Amphitheater Getreide gebaut wird, aus dem noch die Statuen und Hermen hervorragen. Rom hatte im 5. Jahrhundert die Einwohnerzahl eines Dorfes, aber die Kaiserpaläste waren noch bewohnbar.

Damit findet die Geschichte der Stadt ihren Abschluß. Aus dem ursprünglichen Markt zur Kulturstadt und endlich zur Weltstadt herangewachsen, bringt sie das Blut und die Seele ihrer Schöpfer dieser großartigen Entwicklung und deren letzter Blüte, dem Geist der Zivilisation zum Opfer und vernichtet damit zuletzt auch sich selbst."

Es war in allen Zivilisationen dasselbe. Warum sollten wir davon verschont bleiben?
Bei uns tritt noch die Hochtechnologie hinzu, deren Fortführung und notwendige Weiterentwicklung eine nach historischen Maßstäben nicht lange aufrecht zu erhaltende geistige Höhe voraussetzt.

Manches ist von Menschen gewollt, anderes hingegen nicht, folgt aber dennoch einer inneren, schicksalsmäßigen Logik, die den Handelnden allen Plänen zum Trotz mit sich zieht. Es ist daher nicht zielführend, hinter allem, was geschieht, einen Plan zu vermuten, wenn es sich tatsächlich um das Ausufern und Scheitern von Plänen handelt, das sich die im Plansystem Gefangenen mangels Überblick und Fixation auf Machbarkeit nicht eingestehen können.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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