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Pauschale Wertung ohne seherischen Gehalt (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 26. Mai 2017, 15:11 (vor 1247 Tagen) @ BBouvier2445 mal gelesen
bearbeitet von Taurec, Donnerstag, 31. August 2017, 08:08

Hallo!

Über so einen "dritten Weltkrieg" gibt es doch auch nicht eine (!) valide Seherschau!

Richtig.
Wir haben allerdings eine ganze Reihe Schauungen, daß die Russen hier (aus welchen Gründen auch immer) schlicht sind, durchaus auch mit vereinzelten Gefechten und Fluchtbewegungen in der Anfangsphase. Man vergleiche hiermit den wenige Wochen langen deutschen Westfeldzug 1940, in dem es Gefechte und Massenflucht der Franzosen aus Ostfrankreich gab, und die anschließende vierjährige Besatzungszeit.

Aussagen wie die folgenden, ließen sich durchaus in die Anfangsphase eines solchen Geschehens einfügen.

Ellen Grasse (wobei laut BB stark angezeigt ist, daß sie spinnt, weil sie im privaten Bereich nur Unsinn sieht):
"Sie hatte umgestürzte und brennende Panzer auf dem Lechfeld gesehen sowie Transportzüge. die Panzer geladen hatten. Ihr waren intensiver Leichengeruch aufgefallen und auf dem Bahnhof Landsberg Panzerbesatzungen, die in taucheranzugähnlichen Uniformen steckten. An einigen Stellen der Umgebung gewahrte sie Kreuze: Gräber von russischen Soldaten (Deserteuren oder Angehörigen versprengter Truppenteile), die auf der versuchten Flucht in den Osten den Tod gefunden hatten. Außerdem berichtete sie, daß sie lange Flüchtlingskolonnen von Zivilisten gesehen habe, die nachts zu Fuß und mit dem Fahrrad schwer bepackt von Augsburg aus nach Süden in Richtung der Alpen gezogen waren."

Stuttgarter Lehrerin:
"Nur in einem Traum der Serie tauchen ausländische Soldaten auf. Diese werden gesehen von Stuttgart-Ost aus, mit Blick auf die neue Neckarbrücke unterhalb des Kappelbergtunnels. Die Panzer kamen aus dem Tunnel und rollten in die Stadt, in die auch (vor ihnen) flüchtende Menschen mit ihren Autos hineindrängten und die Straßen blockierten – worauf die Panzer aber keine Rücksicht nahmen."

Erna Brandt:
"Ich sah russische Panzer in Rottenburg (Neckar) einmarschieren. Es war an einem trüben Tag, die Straßen waren feucht, Nebel lag über der Landschaft, aber es gab weder Regen noch Schnee. Als ich aufwachte, hatte ich noch immer das unheimliche Rasseln der Panzer im Ohr. Auch hörte ich das Donnern herannahender Flugzeuge."

Mann aus Stuttgart:
"[Erdbeben in Nordamerika] Anschließend brechen in den Städten Unruhen aus, auch in Deutschland, und sicher sei man nur auf dem flachen Land. Die Russen greifen überraschend Deutschland an, es gibt keine Lebensmittel mehr. Das Ruhrgebiet brennt. Bei den Bauern wird geplündert. Panzer fahren auf der Autobahn bei Stuttgart Richtung Rhein. Er selbst flieht mit seinem Vater nach Süden in die Alpen."
Außerdem:
"Die Bundeswehr ist im Ausland engagiert und nicht verfügbar. In Deutschland eine Koalition CDU/SPD. Überraschender Angriff aus dem Osten. Das Ruhrgebiet brennt. Panzer auf der Autobahn Geislingen (bei Stuttgart). Die Bundeswehr kapituliert, läuft über. Mangel an Lebensmitteln, er selber flieht mit seinem Vater zu Fuß nach Süden Richtung Alpen. Eigene Soldaten brechen bei einem Bauern dessen Stall auf uns stehlen Hühner."

Adolf Schwär (Auszüge), bei dem nicht ausgeschlossen ist, daß er von der Situation unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg beeinflußt wurde:
"Die Russen waren hier. Zuerst standen sie auf der Einfahrt Reih und Glied. Dann mußte ich die Wagen zum Schuppen schnell hinauslassen. Die Soldaten halfen mir. Ich ging zum Kommandanten und meldete es. Dieser sagte: ‚Darüber werden wir künftig verfügen.’"

"Zunächst stürzte eine schwere Bombe vor meine Füße. Ich war furchtbar erschrocken und glaubte nicht, daß ich davonkommen würde. Dann war ich in einer Kaserne. Es wurde mobil gemacht, aber es waren wenig Mannschaften da. – Dann sah ich große Massen von feindlichem Militär auf uns zukommen. Auf die feindlichen Truppen wurde nicht geschossen. Nachher waren wir mitten unter ihnen. Männer mit langen Säbeln, in russischer Kleidung. Sie hatten nichts mit uns. Sie kamen von Osten in drei bis vier Kolonnen. Ich reiße ein MG hoch, aber es fällt niemand um. Dann ruft es noch laut: ‚Somit besteht jetzt eine unabhängige Volksrepublik!’"

Anmerkung: Hier kommen offenbar russische Kosaken (mit Säbel), woraufhin eine "autonome Volksrepublik", womöglich ähnlich der Autonomen Republik Krim ausgerufen wird, die sich an Rußland anschließt?

"Wir waren am Jauche verschlauchen (Anm.: Düngen; geschieht im März, Ende Juli und Oktober). Zu gleicher Zeit sah ich eine große Menge Militär der Westmächte. Beide Gruppen hatten das Gewehr im Anschlag und den Zeigefinger am Abzug. Dann sprangen wie der Blitz die russischen Truppen auf mich zu. Ich rufte laut meinen Leuten, sie möchten in den Keller flüchten, um vor den Kugeln sicher zu sein."

Waldviertler:
"Ende der fünfziger Jahre hatte ich eine Einzelvision. Ich sah die Russen wieder hier einziehen; sie nisteten sich am Übungsplatz ein und verschanzten sich nachher auf den östlich und südlich vorgelagerten Hügelketten. Sie erschienen mir dabei außergewöhnlich hektisch und gereizt. Mir fielen bei ihnen keine sonderlich neuen Waffen auf. An größere Kampfhandlungen konnte ich mich bei uns nicht erinnern."

Auch folgendes kommt in solchen Zeiten vor, wobei hier nicht von einem Fall auf die gesamte Besetzung geschlossen werden kann.

Rechtsanwalt nahe Duisburg:
"Der Mann lebt in einem kleinen, linksrheinischen Zeilendorf. Jenes wird in der Vision von einer versprengten Gruppe feindlicher Soldaten ohne reguläre Vorgesetzte heimgesucht, welche darin über mehrere Wochen plündern, vergewaltigen und die Bevölkerung terrorisieren.
Die Russen setzen sich dabei im letzten Hause am Ende des Dorfes fest. Das ist taktisch sinnvoll, um zu verhindern, von Widerständlern umzingelt zu werden. Dieses von militärischen Laien schwerlich zu erfindende Detail spricht für Echtheit der Schau.
Von dort aus terrorisieren die Russen die Bevölkerung, morden und vergewaltigen. Der Rechtsanwalt war derart geschockt ob seiner Schau, daß er in der ganzen Umgebung Fluchtziele und Verstecke auskundschaftete."

Im Großen und Ganzen geht diese Phase recht schnell (nach Rills 58 Tagen?) in die Besetzung über, wie sie in neueren Schauungen erscheint:

Schauungen zur russischen Besatzung
Hinzuzufügen wäre beispielsweise noch Attempto, der einen außergewöhnlichen Traum über die möglichen politischen Hintergründe hatte.

"Dritter Weltkrieg" ist eine wertende Interpretation, ein Axiom, welches die Schnipselschauungen in ein größeres Gesamtbild einordnet. Ein solcher interpretativer Rahmen ist aber per se nie Teil einer Seherschau. Es gibt allenfalls sehr rudimentäre Einblicke in den politischen Hintergrund. So deuten einige der neueren Schauungen darauf hin, daß die Russen hier Ordnungsaufgaben wahrnehmen und mehrere Jahre als Besatzer bleiben, wobei sich die Lebensverhältnisse für alle Beteiligten sukzessive verschlechtern. Ein solches Geschehen verhielte sich zum politischen Weltgeschehen etwa so wie die deutsche Besetzung Frankreichs 1940–44 zum Zweiten Weltkrieg. Daß die russische Anwesenheit in Europa aber Teil eines Großgeschehens wäre, das später vielleicht von Historikern "Dritter Weltkrieg" genannt wird, ist nicht Teil der Schauungen. Schon der Begriff transportiert das Bild des Bösen Russen, der uns heimtückisch überfällt. Es harmoniert aber einerseits mit dem propagandistischen, nicht weniger einseitigen Feindbild des Kalten Krieges (das von manchen in Form der überholten "Langzeitstrategie" noch immer gepflegt wird), andererseits mit dem alten Motiv der antichristlichen Horden Gogs und Magogs aus dem Inneren Asiens in der Endzeitprophetie. Letzteres ist aber unter dem Aspekt der Zukunftsschau betrachtet falsch, weil es nicht auf Schauungen basiert, sondern auf religiösen Vorstellungen, welche sich über einen längeren Zeitraum entwickelt und vielfach abgewandelt haben.

Der ganze Komplex Vormarsch bis zum Rhein – Endschlacht am Rhein/in Westfalen/am Birkenbaum – Großer Monarch als Sieger des Krieges (nachzulesen bei Irlmaier aber auch Antonius von Aachen und vielen älteren Prophetien) beruht wahrscheinlich auf dieser religiösen Vorstellung.

Man täte also gut daran, den Begriff "Dritter Weltkrieg" zu meiden und sehr skeptisch bei Aussagen zu sein, die lediglich diesen Begriff nennen, aber keine weiteren Inhalte vorweisen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Alles, was tief ist, liebt die Maske.“


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