Bunkeranlagen - persönliches Erlebnis (Freie Themen)

Aeneas @, Mittwoch, 03. Mai 2017, 22:44 (vor 1072 Tagen) @ Kaladhor3895 mal gelesen

Hallo Kaladhor,

Deinen letzten Kommentar möchte ich kurz durch ein persönliches Erlebnis bekräftigen:

In dem Dorf, in dem ich größtenteils aufgewachsen bin, gibt es eine Bunkeranlage, die den Bewohnern jahrzehntelang unbekannt war und es auch geblieben wäre, wenn nicht durch ein paar Zufälle der Bürgermeister diese (nicht ganz legal) bekanntgegeben hätte.

Diese Anlage wurde zu Zeiten des Kalten Krieges von den US-Amerikanern gebaut und vor der Dorfbevölkerung mehr oder weniger geheimgehalten (mein Stiefvater meinte, man habe die Baustelle gesehen, aber nicht gewusst was dort gemacht wurde).

Sie befindet sich auf einem Berg, konnte einem direkten Atombombenabwurf überstehen (3 Meter dicke Betonwände rundum), hatte einen sehr tiefen Brunnen der bis zum Spiegel des nahegelegenen Flusses reichte, Luftfilteranlagen, Räume die auf Federn gebaut waren um Detonationsschwingungen aufzufangen, Schlafräume, Duschräume... die über 100 Personen konnten darin rund 2 Jahre ohne Kontakt zur Außenwelt überleben. Am eindruckvollsten war allersdings der Raum, in dem mehrere riesige Kabel aus der Wand austraten - diese waren verbunden mit den anderen rund 80 (!!!) ebensolchen Bunkeranlagen, die in der ganzen BRD verteilt waren und zur Koordinierung von Armeeverbänden gedacht waren, sollte ein Atomkrieg ausbrechen, wobei keiner der Bunker näher als 50 Kilometer an der ehemaligen DDR lag, da diese ersten 50 Kilometer aufgegeben worden wären.
Wir konnten die anderen Anlagen auf einer Karte begutachten. Es war wie gesagt ein großer Zufall, da normalerweise nur die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden darüber informiert wurden und nichts verraten durften. Wie genau es dazu kam weiß ich leider nciht mehr genau, nur dass die Karte mit den anderen Stützpunkten stillschweigend an ihn weitergereicht wurden. Und letztenendes gab es dann ein paar Führungen durch die Anlage.

Wir fuhren jeden Tag zur Schule an dem Grundstück des Bunkers vorbei, aber der Zugang lag quasi wie in einem Hinterhof versteckt(Zwischen einem Feld und einem Steinmetz), dass da niemand auf die Idee gekommen wäre, dass dort eine solche Anlage ist.


Und ja, Diese Bunkeranlagen sind von kleinerer Dimension als die spekulierten geheimen Tunnelanlagen, aber mir ging es nur ums Prinzip.

Und 80 Stück davon auf BRD-Gebiet... Aber wenn man sich das nicht vorstellen kann, wie sowas unentdeckt gebaut bzw. solange bleiben kann, muss man sich erstmal fragen, wie man denn überhaupt Überblick über so ein großes Gebiet behalten will. Wer weiß denn schon was im Haus des Nachbarn oder gar im nächsten Wald geschieht...? :-D

Noch einen schönen Abend,

Aeneas


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