die Zukunft KANN nur SCHLECHTES bringen - fürchteten die Machthaber (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur @, Mittwoch, 29.03.2017, 21:09 (vor 1641 Tagen) @ Baldur (2958 Aufrufe)
bearbeitet von Baldur, Mittwoch, 29.03.2017, 21:23

Hallo,

versetzen wir uns mal in die Situation der Machthaber zu der Zeit, als meine Mutter und ihr Bruder in einem winzigen Dorf in der unbedeutenden Provinz am Ende der Welt mit 100% Katholikenquote ein Kind sein mussten.

Die Leute waren durchweg gering gebildet und hatten einen bäuerlichen Hintergrund.

Macht hatte damals weder der Bürgermeister, noch "die", noch irgendeine Partei, auch nicht irgendein lokaler Unternehmer, oder sonst wer, nein, Macht hatte ausschliesslich die "Geistlichkeit". Aber die umso mehr. Der örtliche Pfarrer war die unumstrittene Führungsperson, die sich in alles und jedes einmischte (vom Charakter, vom Habitus her würde man Leute wie ihn heute als "dominant" im erotischen Dom-Sub-Sinne bezeichnen).

Sie, bzw. er, beherrschte alles, auch das Denken der Bevölkerung. Die Leute trugen einen unsichtbaren Symbionten in sich, der für die Denkkontrolle sorgte. Die Machthaber konnten machen, was immer sie wollten. Sie waren eine Kaste für sich, sie waren per definitionem "hochwürdig". Was heute noch am Papier steht, war damals gelebte - und erlittene - Wirklichkeit.

Einen "Hochwürden" wegen Kindesmissbrauch und/oder Körperverletzung anzeigen? Ja, nicht mal im Ansatz denkbar. Völlig unmöglich, das ungezogene, nein, das missratene, das elende Kind muss wohl lügen - und schon folgte obendrein die Züchtigung, diesmal aber von elterlicher Seite.....

Der Macht tats keinen Abbruch. Vermutlich sorgte es noch für zusätzliche Belustigung bei den Tätern.

Die "Geistlichkeit" hatte in Zeiten der Not so viel zu essen, dass der unbenötigte Überfluss in der Klärgrube des Pfarrhauses landete, während das Normalvolk hungerte.

Na, und? Die Bauern waren ja selber schuld, wenn sie den einzigen Schinken zum Pfarrer trugen, anstatt ihn selbst zu essen und ihren Kindern auf den Tisch zu stellen - sagen wir heute.
Damals? Völlig undenkbar.

Dass die Kleriker nach Jahrhunderten des Machtmonopols merkten, hoppla, es weht ein frischer Wind, der uns die Pfründe und Allmacht kosten könnte, ist doch kein Wunder. Also musste zur Zeiten der Hochblüte des Prophezeiungswahns in den Fünfzigern wieder das hervorgezaubert werden, was schon immer das Geschäftsmodell Nummer Eins war: ANGSTMACHE.

Da kann man auch schon mal schöpferisch erfinderisch ein und um des edlen?? Zweckes Willen ein bisschen Geschichten erzählen. Sie müssen nur ins Bild passen, das man an die Wand malen will. Das Gegenteil beweisen kann ja keiner.

Glücklicherweise ist das nicht auf Dauer geglückt, und mit jedem Jahr, das ins Land zieht, mit jedem neuen Schülerjahrgang, schwindet die frühere Erb-Allmacht kontinuierlich und unwiederbringlich.
Die Dummheits-Garanten, die Einpflanz-Symbionten, sie können nicht mehr wie selbstverständlich gesetzt werden.

Und wer sich an meinen Kindern vergriffe, hätte eine Schar von Staatsanwälten am Hals, ungeachtet seines unberechtigten, selbst angemassten Anspruchs irgendwelcher Hochwürdigkeit.

Die schlimmen Zeiten (aus Sicht der Fünfziger), die da kommen sollten, waren statt dessen gute Zeiten, sie waren befreiend für die geschundenen Seelen!

Das muss auch mal gesagt werden.

Und unter diesem Aspekt sollte man auch das alte Zeug aus Klerikerfedern beurteilen.

Beste Grüsse vom Baldur


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