Irlmaiers "kostenlose Dienstleistungen" (Schauungen & Prophezeiungen)

Leserzuschrift, Freitag, 03. März 2017, 11:55 (vor 1333 Tagen) @ Taurec6336 mal gelesen

Hallo,

ich lese im Weltenwendeforum gerne mit, weil man hier versucht, den Dingen unter Einsatz der Vernunft auf den Grund zu gehen. Zu den "Neuen Fundstücken zu Irlmaier" möchte ich aus Zeitzeugensicht einen Beitrag leisten:

2012 habe ich mir Berndts Irlmaierbuch gekauft und bei nächster Gelegenheit meinen Vater gefragt, ob er den Irlmaier zufällig gekannt hat. "Der Bandit!!" kam da spontan und völlig unerwartet als Antwort und ich war entsprechend gespannt, zu erfahren, was sich zugetragen hatte.

Irlmaier kam 1946 ein paar mal auf den Hof meiner Großeltern in Berchtesgaden, weil sie hofften, er könne Wasseradern und Erdstrahlen im Schlafzimmer neutralisieren, die ihrer Meinung nach gesundheitliche Probleme verursachten. Mein Vater war damals 16 Jahre alt. Das erste, was ihm auffiel, war, dass Irlmaier anstelle einer Armbanduhr einen Kompass am Handgelenk trug und mein Vater vermutete, dass er den brauchte, um sich in den Räumen orientieren zu können.
Nachdem Irlmaier also die störende Strahlung im Schlafzimmer lokalisiert hatte, schickte er meinen Vater und dessen jüngeren Bruder in die Garage unterhalb des Raumes. Dort sollten sie in einer Ecke an einer ganz bestimmten Stelle ein kleines hölzernes Kästchen deponieren, das er ihnen mitgab.
Mein Vater indes wollte den Hellseher auf die Probe stellen und legte das Kästchen an einem völlig anderen Ort ab, ging dann wieder nach oben und auf Irlmaiers Nachfrage log er, er hätte das Kästchen wunschgemäß platziert.
Der Irlmaier "erfühlte" noch mal die Strahlungen und Schwingungen und behauptete, dass diese jetzt neutralisiert und damit unschädlich gemacht wären.
Auf die Frage nach dem Lohn für seine Arbeit, sagte der Alois: "Geh, gib mer a Fufzgerl" , wobei allerdings nicht 50 Pfennig, sondern 50 Reichsmark gemeint waren, die mein Opa auch bezahlte.
Nachdem der Irlmaier vom Hof war, beichtete mein Vater meinem Opa seinen Streich, - das Kästchen wurde geholt und geöffnet. Darin befand sich nichts weiter als eine kleine Kugel Bienenwachs und ein Stück Kupferdraht.
Mein Opa war stinksauer, weil er sich übers Ohr gehauen fühlte und 50 Reichsmark im Nachkriegsjahr für eine 12-köpfige Familie ein Haufen Geld war, das er besser für Lebensmittel angelegt hätte. Angezeigt hat er den Irlmaier nicht, weil er sich nicht noch mehr blamieren wollte.

Ich habe diese Begebenheit übrigens Stephan Berndt erzählt, der davon allerdings nichts wissen wollte, weil diese Geschichte nicht in sein makelloses Irlmaier-Bild passt. Ob man allerdings durch selektive Zeugenaussagen der Wahrheit näher kommt, mag jeder selbst entscheiden.

Mit besten Grüßen!
[S. L.]


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