mal ernst genommen (Schauungen & Prophezeiungen)

Sagitta @, Montag, 20.02.2017, 23:02 (vor 1913 Tagen) @ eFisch (2484 Aufrufe)

Guten Abend!

Wiederholt phasenweiser Rückzug aus sozialen Bindungen zwecks objektivierender Betrachtung ihrer Korrektheit sowie die Schwächung des Egos bis hin zum weltanhaltenden Abschalten des inneren Dialoges (Aufgabe jeder Egozentrik) sind zwingende Grundvoraussetzungen für das erfolgreiche Beschreiten jenes Weges, der zur Wahrnehmung des Jenseits und der Transzendenz führt - sowie zum Navigieren in diesen beiden anderen Bereichen der Realität.

Selbstbetrachtung, Eigendünkel und das Gefühl der eigenen Wichtigkeit sind nach Auffassung jener, die diesen Weg gehen, schwerwiegende Hindernisse beim Vorankommen, da sie sehr viel Energie des Menschen binden und ihn daher schwächen.

Am meisten Energie aber verliert man, wenn man sich auf die Zukunft fixiert und wissen möchte, was auf einen zukommt. Wer auf 'den Weg' eingeschwenkt ist, der weiß, dass er [der Gehende] grundsätzlich unterstützt und getragen wird. Der Weg ist im Grunde genommen ein objektiver Prozess, der sich eher am Gehenden verwirklicht als dass der Gehende ihn vollzieht. Jedoch muss der Gehende sich um eine möglichst perfekte Ausführung jedes notwendigen Schrittes bemühen, sich sozusagen 'investieren'. Zukunft und Zeit spielt dann ab einem gewissen Punkt absolut keine Rolle mehr. Schmerzen, Schicksalsschläge, kritische Verhältnisse, selbst der Tod - sie alle werden zu einer Quelle der Energie, zu einer Kraft für den nächsten anstehenden Schritt [hierzu ein Beispiel aus der christlichen Tradition: die Kräfte für die Auferstehung wurden durch den Gang nach Jerusalem und durch die Kreuzigung mobilisiert].

Das Ziel des Weges ist es, die Wahrnehmung so auszurichten, dass das Jenseits direkt als fließende Energie bzw. fließendes Licht (von verschiedener Struktur und Farbe etc.) wahrgenommen werden kann - und dabei eine Interpretation bzw. Konstruktion "fester Objekte" [=Körper] oder inhaltlicher Aussagen [=Sinn] weitgehend unterbleibt. Die Interpretation der Wirklichkeit als aus (physikalischen) Objekten oder aus sinnhaften Bedeutungen bestehend ist eine Einschränkung der Wahrnehmung, zu der kleine Kinder durch die Sozialiserung gezwungen werden. Sie verlieren dadurch die eigentlich angeborene Anlage zur direkte Wahrnehmung (jenseitiger) Energien.

Durch Drogen, durch schwere (fiebrige) Krankheiten, in extremen Verhältnissen (etwa Kriegssituationen) oder auch beim Träumen, natürlich auch durch spezielle Übungen kann die Wahrnehmung der fließenden Energie wieder einsetzen, dann allerdings wegen der fehlenden Vorbereitung meist so, dass die nun stattfindenden Änderungen der Wahrnehmung nicht wirklich verstanden werden. Die Wahrnehmung der fließenden Energie des Jenseits erfordert ein eigenes Regelwerk der Interpretation sowie spezifische technische Erfahrung/Übung (in der Steuerung der Wahrnehmungen). Anderfalls handelt es sich um zufällige "außerordentliche Erfahrungen", die nicht wirklich begriffen werden können.

Gelegentlich gibt es allerdings eine Hilfestellung beim Verständnis, deren Quelle (mir wenigstens) nicht wirklich klar ist und der durchaus mißtraut werden sollte: falls eine beabsichtigte Verschiebung der Wahrnehmungsfähigkeit stattfindet und unbekannte Welten energetischer Wahrnehmung sich zeigen, kann manchmal eine „Stimme des Sehens“ hörbar werden, die einem sagt, wie die jeweilige neue Wahrnehmung zu deuten sei. [es ist dies ein wirkliches Kuriosum bzw. Mysterium].

Wenn die Wahrnehmung der jenseitigen fließenden Energien stark und lang anhaltend durchgestanden werden kann, entsteht manchmal der Eindruck, diese fließenden Energien kämen aus einer gewaltigen Quelle, quasi aus einer Sonne, die den ganzen Kosmos mit allen seinen freien wie auch zu 'Objekten' gebündelten Energien erschafft und fortlaufend weiter erhält [der Adler; im strengen Sinne ein Interpretament bzw. ein Bild für Außenstehende oder eine Konvention zur Verständigung zwischen 'Sehenden'].

Der Mensch ist selber ein derartiges Bündel von Energien, und er muss deshalb nur die Aufmerksamkeit in der Wahrnehmung des Jenseits auf die Energien seiner selbst richten und ggfs. ihrem Verlauf folgen, räumlich 'nach außen' wie 'in die Tiefe' [Schichten und Arten der Energie differenzierend] und zeitlich entweder 'zurück' =(Retrokognition) oder nach 'vorne' (=Präkognition) [dem energetischen Lebensfaden folgend].

Diese Operationen der Wahrnehmung sind sehr schwierig, weil das Bewusstsein des Menschen immer 'interpretieren' will [mit bisherigen Erfahrungen und Vorstellungen abgleichen]. Dabei verstrickt sich das Bewusstsein meistens und verwirrt sich. Im entscheidenden Augenblick, wenn es einfach darum geht, dass die Emanationen sich bemerkbar machen wollen, fühlt sich das Bewusstsein des Menschen gezwungen, diesen Vorgang nun zu interpretieren. Dadurch entsteht meist ein verzerrtes Bild. [Oder der Computer hängt sich ganz auf ...].

Nur ein verschwindend kleiner Teil der energetischen Emanationen des Jenseits ist der menschlichen Wahrnehmung überhaupt zugänglich, und auch dieser Teil wird durch die Zwänge des Alltags sowie durch die Sozialisierung und Inkulturation auf einen eigentlich winzigen Bruchteil weiter verringert [nicht größer als ein Schlüsselloch ...]. Dieser winzige Bruchteil des Jenseits und des Diesseits ist 'das Bekannte' oder 'das Erkennbare', d.h. das der menschlichen Wahrnehmung und dem Bewußtsein überhaupt Zugängliche. Der unermessliche Rest ist das Unbekannte und das per se Unerkennbare.

Beim Gehen auf dem Weg handelt es letztlich nicht nur um die Wahrnehmung der fließenden Energien des Jenseits sondern um ihre Operabilität. Die entsprechende instrumentelle Struktur ist die sog. Intention ('Absicht'), so wie Bewußtsein und Aufmerksamkeit Instrumente zur Durchführung einer 'Wahrnehmung' sind. Der Übergang von der Aufmerksamkeit in die Intention ist energetisch gesehen graduell und fließend, der wesentliche Unterschied ist aber: die Wahrnehmung nimmt etwas auf, was schon besteht, die Intention generiert etwas Neues.

Die vorstehenden Aussagen wurden formuliert in Anlehnung an die Sicht von Carlos Castaneda bzw. von Don Juan Matus. Meine Quellen waren u.a.

https://de.wikipedia.org/wiki/Carlos_Castaneda
http://www.newsage.de/2012/03/welt-und-wahrnehmung/

Weitere Textauszüge zu dieser Thematik finden sich im Internet unter den Stichwortkombinationen: Castaneda, Adler, Emanationen, 48 Bänder der Energie (bzw. unter den entsprechenden englischen oder spanischen Begriffen) sowie unter Castaneda, Krieger, drei Feinde, Tod, Herausforderung.

Der Einblick, den Castaneda in die 'toltekische' Tradition Mittelamerikas bietet, deckt sich weitgehend mit dem Kern der christlichen Mystik, der islamischen Sufik, des indischen Yoga (etwa in der Synthese von Patanjali), gewisser buddhistischer Lehren (v.a. Tibet), des Daoismus (bzw. mit vergleichbaren anderen Traditionen, zB. eurasiatischer Schamanismus, Dzogchen, Kahuna usw.***). Castaneda hat diese ganzen Zusammenhänge allerdings sehr kurzweilig, bunt und ausgesprochen eindrücklich beschrieben. Eine engagierte Beschäftigung mit seinem Werk und eine Umsetzung der darin gegebenen Hinweise in die Praxis dauert etwa 10 Jahre und setzt voraus, dass man seine Lebensführung tiefgreifend ändert (vor allem auch in Hinblick auf den Erhalt der Gesundheit). Andernfalls handelt es sich um nichts anderes als um die Lektüre einer Abenteuergeschichte oder eines Romans (und da gibt es eigentlich Besseres). Die Sicht, die Castaneda ausbreitet, ist allerdings unvollständig. Über dem Diesseits und dem (energetischen) Jenseits gibt es noch den Bereich der Transzendenz bzw. des 'absoluten Geistes'. An einigen wenigen Stellen deutet Don Juan Matus diesen Bereich an. Er bezeichnet ihn als DAS ABSTRAKTE. Castaneda hat als sein 'Schüler' leider nicht begriffen, um was es sich dabei handelt. Entsprechend wenig kann er davon in seinen Büchern erzählen. Jedoch ist die Transzendenz der allerwichtigste und grundlegende Bereich, aus dem die anderen beiden (Jenseits und Diesseits) erst hervorgehen.

Ich habe Florinda Donner-Grau, eine weitere Schülerin von Don Juan Matus (also Mitschülerin und 'Gefährtin' von Carlos Castaneda) in Berlin persönlich kennengelernt, als sie dort seinerzeit einen ersten Kurs in Tensegrity gab. Ich habe sie als absolut authentische, integre sowie in jedem Augenblick voll präsente und geistig außerordentlich konzentrierte Person erlebt, was mir die Seriosität der Bücher von Castaneda in gewisser Weise (im Rück- bzw. Analogieschluss) bestätigte. Ich habe aber in den letzten 15 Jahren keines der Bücher von Castaneda mehr in der Hand gehabt. Es ist nun zum ersten Male, dass ich nach langer Zeit wieder ein paar Zitate und Zusammenhänge herausgesucht habe, weil eFisch glaubt, dass er [objektive] Energien sieht. Nach meiner Auffassung tut er das nicht, sieht vielmehr eigene, sekundäre Emotionen. Aber lassen wir das dahingestellt sein.

Nachfolgend ist ein Bild. Mit Bezug darauf: Präkognition findet statt an der Grenze zwischen der Transzendenz und dem Jenseits. In gewisser Weise handelt es sich um ein Eindringen in den (laufenden) Prozess der 'Schöpfung' bzw. 'Erschaffung der Welt'.

Ich kann aus Zeitgründen keine Rückfragen zu diesem Beitrag beantworten noch an einer Diskussion teilnehmen. Wer etwas mit dem anfangen kann, was ich geschrieben habe, mag es tun - es freut mich und ich wünsche, dass sich Gutes daraus entwickle. Bei allen Anderen entschuldige ich mich, dass ich ihnen durch diesen langen Beitrag möglicherweise unnötig Zeit und Aufmerksamkeit genommen habe.

Allgemeine Grüsse,
besondere an @fenice,
Sagitta

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***) die Tradition des Weges ist sehr, sehr alt; sie reicht in die Steinzeit/Eiszeit zurück und hat sich parallel zur Kunst entwickelt; beide hängen in gewisser Weise zusammen.


Gesamter Strang: