Ersatzreligion? (Schauungen & Prophezeiungen)

Röde Orm @, Mittwoch, 08.02.2017, 13:13 (vor 1556 Tagen) @ Baldur (2250 Aufrufe)
bearbeitet von Röde Orm, Mittwoch, 08.02.2017, 13:20

Hallo Baldur,

ich lese Deine Texte sehr gerne, weil diese meine Sicht
bestätigen. Ich habe aber nicht die Zeit und Energie nun
für Dich einzuspringen. :-P

Ich bin das erste Mal mit „Prophezeiungen“ Ende der 80er
in Berührung gekommen, eigentlich aus Neugierde und dem
Wunsch sich etwas zu gruseln. Ein Werk über Nostradamus
war es, in dem geschrieben stand, dass Berlin Hauptstadt
eines wiedervereinigten Deutschlands wird. Den Autor
kenne ich nicht mehr. Es war nicht Dimde, auch wenn dort
Jahreszahlen in der Zukunft genannt wurden mit irgendeinem
Führer und Schlachten usw. Das Interesse war geweckt und
so füllte sich meine Bibliothek bis ca. 2007 auf bestimmt
3 laufenden Metern mit allem, was es über „Prophezeiungen“
und „Schauungen“ so zu kaufen gab. Gann hatte ich förmlich
auseinander gelesen, andere Machwerke wanderten nach dem
Lesen in Kisten. Hat ein „Neuer“ Interesse? Ich ziehe demnächst
um, könnte den Bestand aufnehmen und als Gesamtpaket anbieten.
Neuere Bücher von Berndt und Maria S. sind aber nicht dabei.:-D

Nach der ersten Euphorie für das Thema ebbte es Mitte der 90er
ab. Und dann kam der 11.09. Alles wurde reaktiviert, Recherchen
im Internet, Registrierung im damaligen Prophezeiungsforum,
Recherche im persönlichen Umfeld mit vielen Gesprächen, vielen
Treffen mit „Szene“leuten, sogenannten Sehern wie z. B. Anne
und Wüstenrufer, usw. Da ich damals auch noch (2000 bis 2002)
eine Trennung und dann die Scheidung mit den daraus
resultierenden Konsequenzen zu verkraften hatte, war ich
völlig aus der Bahn geworfen oder in den Bann gezogen. Konnte
ich das Thema als Ersatzreligion bezeichnen? In dem damaligen
Zustand hatte ich selbst „Visionen“. Diese Phase des Gruselns,
dem heimlichen Wunsch nach „Erfüllung“ und vielleicht auch
die Lösung aus der empfundenen Ausweglosigkeit steigerte sich
soweit, dass Ausrüstung, Nahrung für Monate, Fluchtpunkt-
planung, usw. immer mehr Lebensinhalt wurde.

Diese Lebensphase endete, als ich für den „Quatsch“ keine
Zeit mehr hatte. Ich hatte meine Kinder zu mir genommen, bin
dann eine neue Partnerschaft eingegangen und der Lebensinhalt
stelle sich dann neben der Arbeit ganz anders dar.

Ich bin persönlich dem Forum sehr dankbar, gerade in Bezug
auf die Erkenntnisse aus Irlmaier und Co, die ich zumindest
für mich sammeln konnte. Ich lese auch noch fleißig mit.
Die ganzen Bücher, Dokumente, alte Zeitungsartikel usw.
befinden sich zwar nicht in der Tonne (dann wären mehrere
gelbe Tonnen voll), aber auf dem Speicher. Das tägliche Leben
hält schon genug Aufgaben bereit. Der zeitliche Blick und die
persönlichen Planungen in die Zukunft sind doch beschränkt.
Nichts desto trotz interessieren mich neuere „Schauungen“,
die hier immer wieder auftauchen, jedoch mit einer gehörigen
Portion Abstand. Nachweislich globale Treffer ergeben sich
bisher daraus aber nicht, sicher weil es in jüngerer Zeit
keine globalen Ereignisse gibt, die man dahingehend überprüfen
könnte oder genannt wurden. So bleibt es bei der Theorie und
nicht zum Lebensinhalt.

Ich kann das hartnäckige Festhalten von einigen Leuten an
Irlmaier und Co. irgendwie nachvollziehen, siehe das Stichwort
„Ersatzreligion“ weiter oben. „Gläubige“ lassen sich nur schwer
vom eigenen Glauben abbringen, egal mit welchen sachlichen
Argumenten.

LG
R.


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