fast alle Prophezeiungen sind missionarisch, sie sind ein Mittel zu diesem Zweck (Freie Themen)

Baldur @, Dienstag, 13.12.2016, 23:46 (vor 1610 Tagen) @ Tribun (4001 Aufrufe)

Hallo, Tribun,

die Beschäftigung mit den "klassischen" Prophezeiungen hat Dich zum Glauben (zurück) gebracht.
Das ist ein sehr guter Hinweis, denn er bestätigt, was ich schon seit langem hier sage:

das genau war der Sinn der ganzen Geschichte, jedenfalls nach meinem Dafürhalten.
(natürlich betrifft dies nicht zeitgenössische Wahrnehmungen, sondern nur die alten "Klassiker" zwischen 17xx und 1999).

Was als angeblich echte Schauungen verkauft wurde, sind aus meiner Sicht überwiegend pure Erfindungen von "Geistlichen", die die Leute zum Glauben missionieren sollen (und den verfluchten Menschen wird gezeigt, dass es einen Gott gibt....das sind die typischen Worte eines jähzornigen Schwarzkittels).

Wenn sie schon ihm nicht glauben, und der Bibel, dann doch wohl Leuten, die die Zukunft sehen können. Schon sind sie eingefangen.

Sie stammen aus der Feder von Priestern, Mönchen, Klerikern (exemplarisch Pfarrer Stocker, Pater Ellerhorst, etc.).
Oder aber von sehr Gläubigen, die natürlich genau das bestätigen, was von ihnen kirchlicherseits erwartet wird (Irlmaier, der angeblich den Gekreuzigten am Himmel "sah").

Noch besseres Musterbeispiel: Lungenschmid.

Die Texte machen primär Angst, und das ist genau die Marketingstrategie der Kirchen.

Die Verbreitung von angeblichen Schauungen/Prophezeiungen funktioniert also, dahingehend, dass sie Leser zum Glauben (ver-)führt.

Wenn Du meinst, das geschieht aus edlen Motiven, und ist hilfreich, dann ist es Deine legitime Überzeugung.

Ich finde es aus meiner Sicht niederträchtig, wenn jemand etwas erfindet, um mich zu beeindrucken, und zu manipulieren, mir Angst zu machen, nur, damit ich ihm sein Gesagtes abkaufe und mich seinen Vorschriften unterordne, was ich sonst nicht übernehmen würde.

Entweder, es überzeugt auch ohne Schauergeschichten, oder es stimmt was nicht damit.

So wie Pfarrer Stocker, der die angebliche Ötztalkathi und ihre ihr zugedichteten Aussagen für seine eigene Predigt schuf, und der seine eigene, durch nichts belegte Behauptung als Quelle und Beweis ausgab.

Aus meiner Sicht ist das alles andere als aufrichtig.

Natürlich kann man alles ganz anders sehen, das bleibt jedem selbst überlassen.

Jedenfalls sollte man auch die Kriktikpunkte in seine Beurteilung einbeziehen, um sich frei zu entscheiden, was man glauben will, und was nicht.

Wer diese Kritik nicht hören will, weil sie vielleicht das heimelige Weltbild gefährden könnte, handelt wie ein Vogel-Strauss, der den Kopf in den Sand steckt, damit er bei Gefahr nicht mehr gesehen wird, oder wie ein Kind, das sich die Augen zuhält. Auch das ist das legitime Recht eines jeden, sich so zu verhalten.

Ob es sinnvoll ist, darf bezweifelt werden.

Beste Grüsse vom Baldur


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