ach ja (Freie Themen)

Kaladhor @, Dienstag, 13.12.2016, 07:01 (vor 1611 Tagen) @ Baldur (3978 Aufrufe)

Hallo Baldur,

Natürlich bleibt die Schuldenblase bedrohlich.
Natürlich ist exponentielles Wachstum grundsätzlich zum Abbruch verurteilt.
Natürlich frage auch ich mich, wo der Irrsinn jemals enden soll, und wie.

Genau das ist so ein Punkt, der mich auch sehr verwundert. Rein vom normalen Verständnis her, hätte dieses äußerst fragile Wirtschaftskonstrukt schon lange zusammenbrechen müssen. Tut es aber nicht, aus welchen Gründen auch immer und genau das stürzt einen normal denkenden Menschen ins Zweifeln und in einen "Glaubensverlust" an die Funktionsweise des Wirtschaftens.
Siehe dazu: Wir haben zwar Wirtschaftswissenschaften, aber wenn man sich diese genauer ansieht, erscheinen sie mehr und mehr wie eine technisierte, moderne Religion. Gleiches Verhalten und gleiche Ursachen führen nicht zwangsläufig zu gleichen Ergebnissen. Insofern dürfte man hier gar nicht von Wissenschaften reden.

Aber die Erfahrung der letzten 30 Jahre lehrt zumindest mich, dass die Antwort dazu sich nicht (mehr) in den Schauungen finden lässt.

Das, was ich für glaubwürdig halte (IT-Oma), sagt leider nichts über Zeitpunkt und Ursache aus, und Aussagen mit Zeitbezug (Rubenstein) stammen aus höchst dubioser, unglaubwürdiger Quelle. Das sagst Du ja selbst ebenfalls.

Unser Leben ist kurz und kostbar, wir sollten es nicht damit verschwenden, ein totes Pferd weiter zu reiten, das bereits eiskalt geworden ist.

Vor allem aber sollten wir nicht verleugnen, dass es massivste Zweifel gibt an der Glaubwürdigkeit all dessen, was auch ich mal - leider - für wahr gehalten habe.

Der Grund dafür dürfte genau in dem beständigen Einlullen liegen, womit der allgemeine Kollaps immer wieder verschoben wird. Und weil der erwartete Kollaps immer wieder aufgeschoben wird, beginnen auch die letzten Menschen an zu zweifeln und verlieren ihren Glauben.

Ich schrieb es ja oben bereits, dass sich das Wirtschaften heute mehr wie eine Religion darstellt. Es wird immer stärker auf die "Kräfte des Marktes" hingewiesen und ähnliche Dogmen. Es werden Vorhersagen gemacht, und dann kommt doch alles anders (Wenn Trump gewinnt, stürzen die Märkte ab....passiert ist nix). Es wird weiter durchgewurstelt und die Wirtschaft funktioniert weiter, obwohl es dafür überhaupt keine vernünftigen, nachvollziehbaren Gründe mehr gibt. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Agieren der EZB. Seit geraumer Zeit pumpt die EZB Monat für Monat zig Millarden in den Markt, um Anleihen aufzukaufen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich dieses Verhalten für zutiefst falsch emfinde, was gab es vorher für Warnungen vor diesem Verhalten? Was wurden da nicht für Schreckensszenarien gemalt und nichts davon ist eingetreten, aber kein Mensch versteht, warum das so ist.
Die Menschen werden in ihrem "Glauben" an das richtige Funktionieren der Wirtschaft erschüttert.

Wenn wir uns nun dem Bereich der Präkognition zuwenden, so muss hier zu allererst festgehalten werden, dass auch in diesem Bereich alles nur durch bedingungslosen Glauben funktioniert.
Nun kommen wir zur Crux: Wenn es Schauungen zu einem allumfassenden Wirtschaftskollaps gibt, wir aber in der Realität feststellen, dass die Wirtschaft auf dem allerletzten Loch pfeift und man sich eigentlich nicht vorstellen kann, wie es trotzdem immer weiter gehen kann... Wie groß ist dann wohl die Wahrscheinlichkeit und auch die Bereitschaft, weiterhin an Schauungen im Speziellen und Präkognition im Allgemeinen zu glauben?

Grüße, Kaladhor


Gesamter Strang: