auch vermeintlicher Irrsinn kann mal "wahr sein", also existieren (Erdstrahlung) (Freie Themen)

Baldur @, Montag, 12.12.2016, 17:51 (vor 1612 Tagen) @ Baldur (4079 Aufrufe)

Hallo, nochmal,

ich möchte anhand eines anderen Beispiels darstellen, dass es durchaus anders geht, als penetrant über etwas missionieren, was es gar nicht gibt, und Kritiker mundtot zu machen, sondern einzuladen, in eine neue Richtung mitzuforschen.

In meiner Jugend gab es bei uns im Dorf eine extrem schrullige Alte, die allerlei schräge Thesen vertrat (allesamt Mindermeinungen, aber das muss nichts heissen), und dies später auch in Form einer Ein-Frau-Partei umzusetzen versuchte.

Eines ihrer Steckenpferde waren die sogenannten Erdstrahlen, von denen niemand weiss, ob es sie nun wirklich gibt, und wodurch sie ausgelöst werden, und was dahintersteckt.

Ich hielt dies für absoluten Vollblödsinn, und wenn nicht schon aufgrund der unbeweisbaren Thematik, so doch spätestens, seit es diese eigentümliche Persönlichkeit propagierte. Was sie für wahr hielt, musste falsch sein. Davon war ich damals überzeugt.

Andererseits ist seit Jahrhunderten bekannt, dass es Stallplätze gibt, in denen kein Vieh gedeiht, oder Bauernhöfe, aus denen die Betreiber regelmässig an vergleichbaren Krankheiten heraussterben.

Dr. Ernst Hartmann, ein Mediziner aus dem Odenwald, hat sich auf die Suche gemacht und Forschung betrieben. Er beschrieb, neben Curry, das Globalnetzgitter.
Käthe Bachler, eine Rutengängerin, hat dazu ebenfalls ein Buch verfasst, mehr über ihre eigenen Erfahrungen und Erfolge, aber auch sie konnte das triefende Frömmeln nicht sein lassen.

Dann gab es bei uns in der Familie einen Krankheitsfall, der mit fortschreitender Behandlung durch den Facharzt nicht besser, sondern schlimmer wurde.
Die Frau des Arztes überwand sich damals und gab einen Tipp auf einen Ingenieur, der uns weiterhelfen könnte.

Hm.....Ingenieur....also keine schrullige Alte in Hexenoptik, ich war gespannt.

Auch er hatte so seine mehr als ungewöhnlichen Ansichten und Vorstellungen von der Beschaffenheit unseres Universums, aber zweifellos war er ein hochintelligenter Mensch.

Er erklärte kurz die Thematik, und um die Diskussion abzukürzen, drückte er mir die Wünschelruten einfach in die Hand, ich solle doch selbst mal probieren, dann würde ich schon merken, ob was dran wäre oder nicht.

Ja, es war was dran.

Meine Beschäftigung mit dem Thema führte zu der Erkenntnis, dass es unbefriedigend blieb.
Es gibt kein einfaches Messgerät, um die Einflüsse objektiv nachzuweisen, alles ist immer der subjektiven Voreingenommenheit des Rutengehers unterworfen.
Man kann es technisch indirekt bestätigen, indem man die UKW-Feldstärke misst, es gibt auch andere, medizinische Reaktionen (Blutsenkungsgeschwindigkeit, Hautwiderstandsveränderung).

Aber alles ist enorm aufwendig und zeitintensiv.

Und wenn man es dann "vermessen hat", gibt es trotzdem Leute, die dort nicht drin liegen, und trotzdem krank werden, und andere, die mitten im giftigen Kreuzungspunkt ausharren und trotzdem kein starkes Leiden entwickeln.

Noch mysteriöser wird es, wenn jemand die Ursache für die Krankheit eines Kindes "erwünschelt", also mutet, und dafür keine Strahlungsauffälligkeit am Boden, sondern plötzlich zum Erstaunen aller ein Buch im Bücherregal findet, das sich als Gesangbuch herausstellt.
Weil das Kind immer in die Kirche gezwungen wurde, aber dort nicht hingehen wollte.

Da vermischen sich Intuition, Erfahrungswissen, Zufall, Volksglaube, Irrtum, Überlieferung grotesker Lösungsvorschläge (der Hornkamm auf dem Fernseher als Abschirmung, oder die Schüssel mit Salz oder das Fahrrad unterm Bett), Betrug (Abschirmkästchen oder Folienstreifen) und Selbstbetrug.

Irgendwas ist dran, aber die Lebensspanne mehrerer Forscher reichte nicht aus, wirklich Licht ins Dunkle zu bringen.
Es bleibt im übersinnlich-unfassbaren Bereich.

Manchmal hilft es, manchmal nicht.

Was nützt es dann, wenn es objektiv nicht greifbar ist?

Die Aussage, hier sei etwas, dort aber nicht, kann zu einem Gefühl von falscher Sicherheit führen. Denn auch dort kann ein anderer Einfluss sein, oder die Mutung war falsch.
Zudem sind die Linien nicht absolut ortsstabil, und variieren in der Breite.

Das erinnert mich an unser Thema. Es ist interessant, es lässt einen nicht mehr los, aber weder konnte sich das Thema durchsetzen, noch ist man wesentlich weiter gekommen, als man vor 100 Jahren (Freiherr von Pohl) bereits war.

Ähnlich ist es mit dem spirituellen Mediumismus, den man entweder glaubt, oder ablehnt, oder sich eine eigene Meinung bildet.

Das geht nur, indem man für andere Meinungen und Überzeugungen offen ist, ohne dabei jedem offensichtlichen Unsinn hinterherzurennen (Lorber).

Insofern habe ich meine felsenfeste Überzeugung, dass es etwas gar nicht geben könne, schon einmal revidiert. Aber das geschah aufgrund von eigenen Erlebnissen und glaubwürdiger Einweisung ins Thema.

Hingegen war ich vom Heraufziehen kriegerischer Auseinandersetzungen, von Wirtschafts- und Währungs- und Renten- und Systemzusammenbruch lange Zeit absolut und felsenfest überzeugt. Immer in der Naherwartung.

Die Realität hat mir bewiesen, dass meine Annahme objektiv falsch war.
Dann ist es Zeit, diese Überzeugung in Frage zu stellen.

Wenn man beides, also das Eingehen auf neue Dinge und das Hinterfragen alter Sachen nicht mehr fertig bringt, läuft etwas falsch. Also so, wie wir es bei den Frömmlern tagtäglich besichtigen können.

Beste Grüsse vom Baldur


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