Theorie und Realität (Schauungen & Prophezeiungen)

Kaladhor @, Sonntag, 27.11.2016, 09:50 (vor 1628 Tagen) @ Eyspfeil (6329 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil,

Es muß jedoch auch in Zukunft Leute geben, die Kühe melken, Felder
bestellen und Brötchen backen, mit Hilfe von Computern oder
ohne Rechner und Roboter.;-)

Der HR-Aufwand für die von dir genannten Aufgaben sind heute bereits minimalst.
Schon mal ein Melkkarussel gesehen? Da ist genau ein Menschlei damit beschäftigt, die Zitzen am Euter zu reinigen und die Saugrüssel anzulegen, der Rest erfolgt vollkommen automatisch.
Schon mal Ackerbau in den USA gesehen? Auch hier ist der Einsatz menschlicher Arbeitskräfte bereits auf ein Minimum zurückgeschraubt worden. Wie schwer wird es wohl sein unter Mithilfe von GPS die Traktoren wie einen Staubsaugerobot übers Feld fahren zu lassen?

Hochkomplexe elektronische Systeme sind extrem anfällig, was die Hardware
betrifft, und die Software ist extrem zickig d.h. es verstellen sich
ständig irgendwelche Einstellungen von selbst.
Hatte ich vorhin selbst wieder bei einem Spiel am Rechner erlebt.

Hochkomplexe Regelungssoftware und Robotersteuerungen sind wohl kaum mit Computerspielsoftware zu vergleichen.

Dann stoppt gleich die ganze Produktion im Betrieb, und Zeit ist Geld,
garantiert auch in der Zukunft.

Industrie 4.0 wird natürlich peu a peu eingeführt werden, aber es ist ein
Irrtum zu meinen, da bewegt sich dann nur noch ein Mann in der Fabrikhalle:
Da braucht es Mechaniker, IT-Experten, Leute, die die Parameter kontrollieren,
und hinterher weiterhin auch Verpacker, Fahrer und Zusteller.

Das ist genau das, womit die Befürworter dieser Technologien die Ängste der Gegner zerstreuen wollen.
Der Einsatz menschlicher Arbeiter bei diesen ganzen Prozessen ist bereits heute schon geringer als von vielen gedacht.

Genauso die "fahrerlosen" Autos: Du glaubst doch nicht im Ernst, daß diese
massenhaft auf die Straßen losgelassen werden: Da würden die Unfälle in
kürzester Zeit exponentiell steigen.

Wir werden es erleben, dass irgendwann das Hauptargument kommen wird, dass die Vollautomatisierung des Verkehrs erst dann funktionieren wird, wenn es keine individuell gelenkten Fahrzeuge mehr auf der Straße gibt.

Oder der 3D-Drucker: Glaubst Du etwa, daß demnächst Autos, Flugzeuge und
Fertighäuser aus dem Drucker gespuckt werden?

Durchaus denkbar. Ist alles nur eine Frage der Größe des 3D-Druckers und der verwendeten Materialien. Als die ersten Kunststoffe auf den Markt kamen, hat sich sicherlich niemand vorstellen können, dass es irgendwann mal Kunststoffe mit einer höheren Festigkeit als Stahl geben wird (siehe Kunstfasereinsatz bei der Herstellung von Schutzwesten).

Der 3D-Drucker ist etwa ganz praktisch für die Herstellung von bestimmten
Ersatzteilen, die ansonsten im Handel nicht erhätlich sind, und die bis
zu maximal einem Meter Länge...

Ja, noch.
Als die ersten Fernseher in den Handel kamen, waren es klobige, schwere Schwarz-Weiß-Geräte mit verhältnismäßig kleinen Bildern. Flachbildschirme, wie sie heute weit verbreitet sind - selbst in ärmsten Haushalten - wären auch als spinnerten Unsinn abgetan worden.

Immer daran denken, wie unsere technisierte Gesellschaft funktioniert: Wenn etwas technisch möglich ist, wird es auch gemacht.

Grüße,
Kaladhor


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