Zur Abwechslung mal ein paar echte Fakten und zwar über Apophis (Schauungen & Prophezeiungen)

Leserzuschrift @, Montag, 12.09.2016, 10:58 (vor 1681 Tagen) @ Jacob (7202 Aufrufe)

Hallo Forum und besonders @Jacob!

Obwohl ich mich zurückhalten will, kann ich eure Impaktphantasien langsam nicht mehr ertragen.

Asteroiden (und auch andere Himmelskörper) werden von ihren Entdeckern benannt. In den meisten Fällen benennen die Entdecker Asteroiden nach sich selbst. Diese Asteroiden sind astrologisch und auch sonst völlig irrelevant, es sei denn, daß man den Entdecker persönlich kennt.

Apophis wurde am 19. Juni 2004 von drei Astronomen namens Roy A. Tucker, David J. Tholen und Fabrizio Bernardi entdeckt. Gemeinschaftliche Entdeckungen bieten Astronomen so viel Streitpotential, daß sie sich dann doch lieber auf einen mythologischen Namen einigen. Apophis wurde tatsächlich wegen der erdnahen Passage nach dem ägyptischem Gott des Todes und der Zerstörung benannt. Er ist der Feind des Lichtes und des Sonnengottes und wurde als riesige Schlange dargestellt.

Tatsächlich ist Apophis eigentlich der griechische Name des ägyptischen Gottes Apep, in Hieroglyphen als Apepi geschrieben. Der Sonnengott und Apophis symbolisieren zusammen die Prinzipien von gut und böse. Als ein so wichtiges Prinzip hat Apophis natürlich astrologische Bedeutung.

Zunächstmal gehört Apophis zu den Asteroiden, die auf die ägyptische Mythologie verweisen. Stehen einige davon prominent im Horoskop, dann hat der Betroffene deutliche Verbindungen zu Ägypten, oft zum ägyptischen Altertum.

Desweiteren gehört Apophis zu den Totengöttern, hat also ähnliche Bedeutungen wie Pluto, ist aber viel furchteinflößender. Anders als Pluto den Alten Römern oder auch Orcus den Alten Etruskern, galt Apophis den Alten Ägyptern als wirklich durch und durch böse. Daher auch die heutige Angst, daß Apophis auf der Erde einschlagen könnte. Diese Angst ist tatsächlich nichts weiter als sein astrologischer Effekt. Astrophysikalisch gibt es dazu nämlich keinen Grund.

Am 09. Januar 2013 kam der Asteroid Apophis der Erde sehr nahe, so daß seine Größe und sein Albedo genau bestimmt werden konnten. Offensichtlich ist er damals nicht auf der Erde eingeschlagen, wie eigentlich befürchtet wurde. Einen weiteren Vorbeiflug wird es am 13. April 2029 geben und zwar viel weiter weg als es 2013 der Fall war, nun auf halber Mondentfernung. Nachdem der Asteroid weniger als ein Jahr für einen Umlauf braucht, kommt er der Erde eigentlich garnicht oft nahe. Trotzdem wird es noch einen Vorbeiflug am 13. April 2036 geben. Für beide wurde eine geringe Einschlagswahrscheinlichkeit von der NASA bekanntgegeben, aber inzwischen auf nahezu Null korrigiert.

Die Wikipedia weiß dazu: „Am 7. Oktober 2009 senkte die NASA die Wahrscheinlichkeit für eine Kollision 2036 von 1 zu 45.000 auf 1 zu 250.000.[4] Die Einstufung auf der Turiner Skala wurde auf 0 gesenkt und der Wert auf der Palermo-Skala wurde negativ. Letzteres bedeutet, dass die Einschlagwahrscheinlichkeit von Apophis nun geringer war, als dass ein beliebiges anderes Objekt vergleichbarer Größe die Erde trifft.“

Der Asteroid Apophis ist 300 m groß. Also ist die Wahrscheinlichkeit, daß irgendein noch unbekannter dreihundert Meter großes Irgendetwas die Erde trifft, größer als die Wahrscheinlichkeit, daß Apophis die Erde trifft! Das heißt im Klartext, daß wir getrost ausschließen können, daß Apophis jemals die Erde trifft. Das übrigens nicht nur astronomisch.

Apophis im Horoskop weist nicht nur nach Ägypten, sondern vor allem auf den eigenen Schatten hin. Nicht unbedingt auf den, den der Körper wirft. Apophis weist auf Eigenschaften hin, die als böse, also gesellschaftlich inakzeptabel, kriminell und bestrafenswert angesehen werden. Bestrafungen ereignen sich, wenn durch Transite Schattenfaktoren und Karmafaktoren zusammentreffen. Apophis kann die Kraft zur Zerstörung liefern. Die Schlange, als die Apophis dargestellt wird, weist in der Mythologie immer auf die Fähigkeit zur Regeneration hin. In der altägyptischen Mythologie wird Apophis wieder und wieder vom Sonnengott vernichtet, trotzdem kommt er immer wieder zurück. Apophis kann also auch die Kraft zur Regeneration liefern. Man kann Apophis also zur Zerstörung einsetzen, besonders bei Horoskopfaktoren mit engen Aspekten zu ihm, muß man aber nicht. (Apophis hat die Asteroidennummer 99942 und sicherlich wollen Numerologen daraus auch noch etwas ableiten.) Bisher geht man davon aus, daß die Asteroiden, schon wegen ihrer großen Zahl, keine selbstständigen Deutungsfaktoren sind, sondern nur die auch ohne Asteroiden festzustellenden Aussagen modifizieren. Dazu sind enge Aspekte zu den entsprechenden Asteroiden erforderlich. (Eine Ausnahme davon wird gerne bei Paarasteroiden in der Synastrie gemacht, aber das ist ein anderes Thema.)

Die Asteroiden werden noch nach einer weiteren Methode unterteilt und zwar werden sie von Astronomen in Gruppen zusammengefaßt, die nach jeweils einen Leitasteroiden benannt sind sich dadurch unterscheiden wie gut sie sich in die durchschnittliche Umlaufbahn des Hauptasteroidengürtels einfügen. Gemäß dieser Einteilung zählt Apophis zu den Aten-Asteroiden. Beim erdnahen Vorbeiflug 2029 wird er zur Apollo-Gruppe wechseln. Das heißt, es gibt eine ganze Gruppe von Asteroiden, die der Erde näherkommt als Apophis bisher!

Falls es durch die Erklärung der astrologischen Deutung alleine noch nicht klargeworden ist: Man kann die nicht entfernen! Nach einem Einschlag des Apophis auf der Erde wäre Apophis nicht nur nicht mehr am Himmel zu sehen wie vor der Entdeckung der Asteroiden, sondern Apophis wäre tatsächlich nicht mehr da. Das Prinzip des Bösen wäre verschwunden! Gemäß euren Impaktphantasien soll der Impakt genau das ja gerade NICHT bewirken! Ganz im Gegenteil, da sollen sich Menschen ja gegenseitig beim verhungern, verdursten und ersticken zusehen, falls sie nicht sogar aufeinander schießen. Das paßt so garnicht zu einem Verschwinden von Apophis als Prinzip. Also kann er auch nicht vom Himmel verschwinden, denn das widerspräche allen kosmischen Gesetzen! Gut passen würde es allerdings zu einem Vorbeiflug, durch den Apophis besser sichtbar würde. Das heißt, das Böse würde sichtbar. Vielleicht sogar mit bloßem Auge.

Selbstverständlich wird auch kein anderes astrologisches Prinzip einfach so verschwinden. Merke: Himmelskörper, die bereits benannt wurden, fallen nicht vom Himmel! Wem das zu viel von Menschen ausübbare Macht ist, dem bleibt noch die Ansicht, daß Himmelskörper generell nicht vom Himmel fallen. Zumindest nicht ab einer Größe, ab der man eine Benennung in Betracht ziehen würde.

Eure Impaktphantasien sind alle komplett irrational.

Ad astra,
Ranma


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