Re: Bei Jasper/Wessel klingt es ähnlich (Schauungen & Prophezeiungen)

Eyspfeil, Vorort Stuttgart, Dienstag, 16.08.2016, 22:04 (vor 1928 Tagen) @ Sagitta (2262 Aufrufe)
bearbeitet von Eyspfeil, Dienstag, 16.08.2016, 22:13

Hallo Sagitta,

"zu Köln am Rhein, soll des Türken Untergang sein"

==> Wessel Dietrich Eilert, alias Bauer Jasper

Er lebte von 1764–1833.

Die erste Jasper-Fassung lautet
(in der zweiten Fassung ist nicht
mehr von Türken die Rede):

"1. Es entsteht ein Krieg durch ganz Europa, ein kleiner Fürst aus Norden wird Sieger bleiben.

2. Die Soldaten werden die Grenzen beziehen, bald darauf beruhigt wieder heimkehren. Kaum aber sind sie zu Hause, so ist der Feind in solcher Masse da, als wenn er wie Pilze aus der Erde gewachsen wäre.

3. Mit Kirschenblüten an den Tschakos kommen die Soldaten an.

4. Eine bedeutende Schlacht wird zwischen Unna und Hamm geliefert werden.

5. Die Schlacht, der Sieg, die Flucht werden so schnell aufeinanderfolgen, daß der, welcher sich nur auf kurze Zeit verstecken kann, der Gefahr entrinnt.

6. Bei Köln wird die letzte Schlacht stattfinden, wodurch der Türke einige Zeit Herrscher über uns wird.

7. Der Adelstand wird aufgehoben und die Zahl der Geistlichen so vermindert werden, daß nur alle sieben Stunden öffentlicher Gottesdienst stattfinden wird.

8. Das Haus Ickern wird von der Westseite her in Brand geschossen werden.

9. Das preußische Haus geht nimmer zugrunde, sondern wird die Kaiserkrone von Deutschland tragen.

10. Der Männer und Jünglinge werden nach dem Kriege so wenige sein, daß sieben Frauenzimmer sich um eine Mannshose schlagen.

11. Alle Konfessionen, selbst alle Religionen werden nach dem Kriege sich vereinigen, wobei die Juden ihre alte Hartnäckigkeit zeigen werden.

12. Wer 1850 in Europa noch lebt, wird nur Freude und Wonne genießen. Der Krieg, die Lasten werden andere Erdteile drücken und europäische Auswander sich daher mit Geschrei an den Ozean begeben und händeringend zum Himmel flehen: Wären wir doch wieder in unserer Heimat!"

Im der Renaissance-/Barock-Zeit war doch eigentlich fast immer nur vom "Türcken"
die Rede, wenn es um die Gefahr von einer Invasion ging,
und so lasen sich dann entsprechend auch die zeitgemäßen Prophezeiungen.
Später kam dann allmählich das Attribut "bärtig" in Verbindung mit
"Volk" hinzu, was erstmalig auf Rußland deutete.

Ich frage mich ganz allgemein, ob mit der zunehmenden strategischen Bedeutung
Rußlands ab ca. Mitte bis Ende des 19.Jahrhunderts (also nachdem die
napoleonischen Verwirrungen vorbei waren) und speziell ab der Oktober-Revolution
1917 der Volksmund den "Türken" allmählich zum "Russen" umgedichtet
hatte, und auch Irlmaier und andere diese "Idee" womöglich aufgegriffen und
dann umgesetzt hatten.

Da ist m.E. schon die Frage aufzuwerfen, ob einst weder Türke noch Russe
einmarschieren werden, sondern Soldaten eines ganz anderen Landes?
Es gibt doch ganz rätselhafte Aussagen von Seher/Innen wie z.B. Catherine,
die von "dunkelgrünen Uniformen" und einer "weichen Sprache" reden,
die in keinen Schuh passen, meine, mit anderen gängigen Schauungen etc.
überhaupt nicht übereinstimmen.

Herzliche Grüße,

Eyspfeil


Gesamter Strang: