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Wir treiben alle im Mahlstrom (Freie Themen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 02.06.2016, 21:36 (vor 1804 Tagen) @ Explorer (7968 Aufrufe)

Hallo!

Russland etwa, könnte dies eventuell schaffen, wenn die Kremlführung ihre Bevölkerung von der Notwendigkeit überzeugen kann.
Auch in der Türkei scheint es stark autoritäre Tendenzen zu geben, ebenso in einigen Osteuropäischen Staaten.
Vielleicht, sind die Gesellschaften in den USA und Westeuropa zu sehr auf Materialismus ausgerichtet, aber dies gilt wohl nicht für alle Menschen.

In das globale Weltwirtschaftssystem sind heute leider alle Länder mehr oder weniger involviert. Auch die genannten Staaten haben Bevölkerungsgrößen, die ohne moderne Hochtechnologie ("industrielle Landwirtschaft") nicht zu ernähren sind. Es liegt aber in der Natur der Technik, daß sie nur unter Verlust arbeitet, sei es Energie, seien es Rohstoffe, sei es menschliche, seelische Substanz, die im Zuge der Entfremdung des Menschen von sich selbst durch die Technik verloren geht. Im Laufe der Zeit wird jedes Volk, das unter den Bedingungen der Moderne lebt, atomisiert und die Einzelnen zur Lebensunfähigkeit und seelischen Krüppeln deformiert, sprich die Menschen vermassen.
Solange sie nicht mit einfachen Mitteln, die in der jeweiligen Heimat vorgefunden werden, ihr Überleben sicherstellt, ist jede Lebenform parasitär und geht mit ihrem Wirt zugrunde.

Auch Rußland wird leiden, wenngleich nicht so stark wir wir, da der Anteil subsistenter Bevölkerung dort noch größer ist als bei uns. Aber auch der russische Staat und die russische Gesellschaft sind in der jetzigen Form nicht zu erhalten und müssen sich im Grunde vom Fundament her (dem einfachen, sich selbst erhaltenden Menschen) neu bilden. Das läßt sich nicht von oben her konstruieren, sondern kann nur organisch von unten wachsen, wenn der Boden zuvor geschaffen wurde. Dieser besteht in den Lebensumständen: leeres, weites Land, wenig Menschen, weite Wege, kleine Städte, kein Staat in der heutigen Form, der nur die Viel-zu-vielen verwaltet.

Eine utopische, also irreale Lösung wäre die plötzliche Entdeckung und Verbreitung neuer Technologien, die mindestens so viel zur Verfügung stellen, wie sie verbrauchen. Das entspräche der Entdeckung des Perpetuum Mobile, das seit jeher geheimes Ziel jeder technologischen Anstrengung war, aber aufgrund völliger Naturwidrigkeit unmöglich zu verwirklichen ist. Unsere Zivilisation ist in ihrer Gesamtheit eine gewaltige Auflehnung gegen einfache Naturgesetze, spirituell gesehen eine luziferische Auflehnung gegen Gott bei gleichzeitiger Selbstvergöttlichung im menschlichen Machbarkeitswahn.
Die Zeitspanne über meherere Jahrhunderte, die wie eine stetige Entwicklung aufwärts wirkt, läßt es für die Masse erscheinen, als würde es funktionieren. Die Mehrheit glaubt sogar, dies wären natürliche Lebensumstände, da sie es gewohnt sind und ihnen die Blaupause für den Vergleich fehlt. Das alles geht bis zu dem Punkt scheinbar gut, an dem die Reibungskräfte das Getriebe blockieren.

Dies könnte ja auch ein Grund sein, für eine russische Militärexpedition nach Westeuropa. Wenn in Westeuropa alles zusammenbricht, müssen doch funktionierende Staaten in der Nähe intervenieren.

Ja. Die trifft es nur später, aber nichtsdestoweniger trotzdem.

Naja, aber einen technischen Stand wie heute, hat es wohl mit sicherheit noch nie gegeben.
Davon hätte man doch längst Überreste gefunden.
Man hat erst vor kurzem ein "Bauwerk" gefunden, dass 176.000 Jahre alt ist und von Neanderthalern gebaut wurde.
http://derstandard.at/2000037698769/Fruehe-Neandertaler-Bauten-geben-Raetsel-auf
Hätte es schon mal so etwas wie eine Industrie gegeben, müsste man doch überall auf Spuren davon stoßen.

Die heutige Zivilisation hat es wohl zu einer bislang unerreichten (Fall-)Höhe gebracht. Ob etwas und was davor war, ist aber Spekulation und allenfalls durch leichte Indizien gestützt.
So scheint der Cro-Magnon-Mensch, der sich womöglich in mehreren Expansionswellen von Westen her nach Europa ausgebreitet hat, einen kulturellen Stand gehabt zu haben, der eher zum frühen Mittelalter als zur Steinzeit paßt. Von deren Hinterlassenschaften ist schon nach mehr als 10.000 Jahren nichts mehr übrig.
Geht man noch weiter in die Vergangenheit, wäre es sogar denkbar, daß von technologisch weitaus höher stehenden Zivilisationen in unserer Zeit nichts erhalten geblieben ist. Allein Beton und Stahl zerfallen nach einigen Jahrhunderten, bzw. rosten weg. Selbst Glas, das physikalisch gesehen eine Flüssigkeit ist, zerfließt im Laufe der Jahrhunderte. In der Zwischenzeit haben sich Kataklysmen ereignet, welche die Erdoberfläche mehrmals komplett umgestaltet und weite Gebiete zugeschüttet haben.
Daß Neandertaler vor 176.000 Jahren Tropfsteine aufgeschichtet haben, die in einer isolierten Höhle erhalten blieben, bedeutet nicht, daß z. B. Menschen vor 150.000 Jahren (26.000 Jahre später!) oder einer anderen Zeit nicht irgendwo auf der Welt eine Hochkultur mit anschließender Zivilisation errichtet haben könnten. Die Zeitspannen sind mir zu lang, als daß darin nichts passiert sein könnte.
Unser heutiger globaler Mahlstrom könnte aber der erste seiner Art sein. Ich deutete ja neulich an und schrieb schon mehrmals, daß ich mit dem Gedanken einer zyklischen Fortentwicklung der Menschheitsgeschichte spiele. Über die Zyklen hinweg findet womöglich eine tendenzielle Steigerung statt, durch welche sich die Menschheit auf ein fernes Endziel hinentwickelt...

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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