Tagebücher vor 1500, so, so.....Pergament und Papier, Stiftsbibliothek St.Gallen (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur @, Samstag, 21.05.2016, 22:20 (vor 1946 Tagen) @ BBouvier (3832 Aufrufe)

Hallo, zusammen,

wer ein bisschen in Archiven gestörbert hat, oder sich sonst für Überlieferungen interessiert, weiss, dass es vor dem Ende des 30-Jährigen Krieges so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt.

Vielleicht der wichtigste Grund: es gab kein billiges Papier, und nur sehr wenige konnten schreiben und lesen.

Statt dessen gab es vor dieser Zeit Pergament, gegerbte Schafshaut.

Ich war mal in der Stiftbibliothek St.Gallen (!) auf einer Führung, wo das thematisiert wurde. Dort werden relativ viele Schriften und Bücher auf Pergament aufbewahrt, und gezeigt.

Damals waren die Schafe derart mickrig und unterernährt, so die Aussage in der Führung, dass auch die Häute vergleichsweise winzig waren. Nur mit Mühe konnte man buchgrosse Stücke herstellen.

Es durften daher nur die allerwichtigsten Dingen auf Pergament verfasst werden, es war Mangelware.

Private Eigenheiten waren äussert selten, und wenn, wie im Falle eines Reisetagebuches von einer Pilgerreise, dann nur im Kleinstformat aus Verschnittmaterial möglich. Und auch dann erst 15xx oder später.

Jetzt frage man sich, wie es wohl im Jahre 10xx gewesen sein mag, ohne Papier, nur mit sündhaft teurem Pergament......

Ob da ein Mitbruder so einfach ein Tagebuch geschrieben haben wird?

Hallo? Aufwachen!

Das ist doch alles nur eine gigantische Verarsche von naiven Gutgläubigen, die sich das andrehen lassen.
Man hat ja schon Schwierigkeiten, Spuren der eigenen Ahnen vor 1700 zu finden. Aber Hepadiannus´ angebliche feuchte Träume waren es wert und wurden überliefert?

Wer es nicht glauben will, dem sei ein Besuch in der St.Galler Stiftbibliothek dringend angeraten. Es ist den Besuch immer wert, sowohl von der Altstadt als auch vom Gebäude selbst, und seiner Schaustücke natürlich.

Beste Grüsse vom Baldur


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