So lernt man sich kennen (Schauungen & Prophezeiungen)

Amselkönig @, Mittwoch, 16.03.2016, 13:47 (vor 2086 Tagen) @ Eyspfeil (5421 Aufrufe)

Hallo Eyspfeil,

"Dein Nick hörte sich etwas spinnerd an, so nach Mondspatzen
oder so."

Ja, so ist das mit der Kommunikation. Die eingehende Nachricht wird immer vom Empfänger interpretiert. Ist schon mal _eine_ Fehlerquelle.

"Aber daß Du mit Tieren kommunizierst, finde ich klasse.
Bist Du selbst daraufgekommen, oder durch einen Film inspiriert worden?"

*******

Die Sache ist ganz banal:
Ich saß an einem späten Hochsommerabend auf meinem Balkon im Hochparterre. Selbstgepflanztes Grünzeug stand rundherum in Blüte.
Auf der obersten Spitze des höchsten Baums in der Umgebung
- ein Nadelbaum kaum 20m entfernt in meiner Blickrichtung -
flötete ein Amselmann sein Abendlied.

Ich hatte mir Rotwein einschenkt und genehmigt.

Obwohl ich eigentlich weder singen noch pfeifen kann, versuchte ich nach jeder Amselstrophe, die Strophe nachzupfeifen. Und siehe da, es ging von Strophe zu Strophe besser.

Den Anfang "seiner" Strophe konnte ich bald recht gut. Er schien meine "Antwort" nachzupfeifen, um dann am Schluß einen anderen "Teil", eine Veränderung daranzuhängen.

Das ging so über mehrere Abend-"Sessions". Meine Pfeifkünste entwickelten sich.

An einem Abend kam der Amselmann nach "gemeinsamem Einsingen" von seinem Hochsitz herunter und baute sich keine 5 Meter vor mir auf dem Grasboden auf, die Flügel gespreizt, schimpfend. Dann flog er weg.

In jenem Sommer gab es hier in der Wohnanlage ein reges Amseltreiben. Weibchen, Männchen, Rumgevögel, Rangeleien zwischen Männchen. Aber der Amselmann auf der Baumspitze war wohl der Chef der Kolonie und sagte das zum Zapfenstreich noch mal allen und dem Rest der Welt.

Unser "Wechselgepfeife" ging Abend für Abend weiter.
Ich versuchte, am Ende meiner "Erwiderung" die Aufforderung zu pfeifen, er möge doch zu mir herunterkommen und Wasser aus einem Schälchen trinken, das ich ihm in meiner Nähe bereitgestellt hatte. Er kam runter, war wieder wütend und flog weg. Ende der Abendvorstellung.

Nächste Vorstellung: Ich bot ihm in einem weiteren Schälchen 'was an, das er vielleicht mögen könnte: feinste gequetschte Haferflocken.
(Würmer hatte und habe ich nicht in meinem Küchenvorrat. Und die vor meinem Balkon heftig kopulierenden Feuerwanzen sind wohl nicht nach Amsels Geschmack).
Er kam irgendwann wieder herunter. Schimpfte wütend und flog weg.
Der Sommer war dann zu Ende und der Herbst auch. Die Amseln waren weg.


Auf den nächsten Sommer und ein Wiedersehen mit dem "Amsel-Chef" habe ich mich gefreut.
Enttäuschung: keine Amsel weit und breit. Das ganze Jahr nicht.

Fühlte mich schuldig. Hatte ich was falsch gemacht? Waren die Amseln mir jetzt alle beleidigt?


Im Jahr darauf erfahre ich "zufällig" aus dem Radio, daß wohl eine Seuche die Amselpopulation in meiner Gegend sehr stark "reduziert" hat.

Soweit zur Erklärung für meinen "Nick", der hier im Forum als "Benutzername" bezeichnet wird.


"Ich würde gern meinem Kater beibringen, daß er keine Vögel mehr reißt."

Dafür wüßte ich zwei diametral entgegengesetzte Lösungen:
a) Beiß ihm die Eier ab.
b) Sieh endlich ein, daß er ein ganz geschickter Jäger in der besten Kraft ist, der sich durchaus selbst ernähren kann, und dem Du voller Hochachtung die nächste Dose seines Lieblingsfutters (ohne Federn und Gräten!!!) öffnen und ordentlich servieren darfst.

XXXXX

""BB kann sehr gut für sich selber sprechen. Braucht er Dich dazu?""

"Nein, aber ich brauche ihn, denn ich bin Masochist.
War ein Witz. "

Der war gut!:-D
Halte ich übrigens für Humor.
Witze sind für mich Humor aus der Dose.
Frischen (aus der Situation gezogenen) Humor halte ich für erheblich nahrhafter. Darf auch manchmal etwas trocken sein.

Hiermit entschuldigt!
:ok:

Ois guate,

;-})
Amselkönig


Langsam aber genau.


Gesamter Strang: