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Schauungen und Prophezeiungen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Dienstag, 15.03.2016, 11:06 (vor 2021 Tagen) @ Xandl (5711 Aufrufe)

Hallo, Xandl!

Man muß unterscheiden zwischen

  • Prophezeiungen
  • Schauungen

Darauf weise ich immer wieder hin und habe es z. B. hier erklärt:
Schauungen & Prophezeiungen

Das sind zwei grundverschiedene Dinge, die man auseinanderhalten muß, wenn man sich mit unserem Überthema beschäftigt.

Faustregeln:
1. Wenn jemand beschreibt, was er in der Vision gesehen, gehört, gerochen, gefühlt, gedacht hat, ist es eine Schauung (bzw. Schauungsbeschreibung).

2. Wenn jemand nur sagt, was passiert, bzw. passieren soll, ist das eine Prophezeiung. "Prophezeiung" ist nichts anderes als das altgriechische Wort für "Aussage" und hat ohne weiteres mit Schauungen (ein Wahrnehmungsvorgang!) gar nichts zu tun.

Prophezeiungen können von jemandem gemacht werden, der davor eine Schauung hatte. Es kann aber auch jeder andere, der sich etwas denkt, eine Prophezeiung machen. Nur anhand des Prophezeiungstextes ist nicht unterscheidbar, was sich jemand gedacht und was er gesehen hat.

Das Problem: So gut wie alle älteren Texte sind keine Schauungsbeschreibungen, sondern Prophezeiungen, weil diese streng wissenschaftliche Trennung früher nicht durchgeführt wurde.

Auch in den Irlmaiertexten findet sich so gut wie nie eine Bildbeschreibung, sondern hauptsächlich Behauptungen, was passieren soll.
Keine Beschreibung der Bilder und keine saubere Trennung der einzelnen Visionen, so daß nicht gesagt werden kann, was Irlmaier eigentlich gesehen hat.
Auch deswegen besteht der dringende Verdacht, daß die meisten seiner Aussagen eigentlich nur ausgedachte Märchen sind, die sich Adlmaier & Irlmaier auf Grundlage älterer Prophezeiungen (nicht Schauungen!) ausgedacht haben.

Auch die Aussage, die Russen würden uns überraschend überfallen und wären "böse", ist keine Schau, sondern eine Prophezeiung, die stark wertend und eine bloße Behauptung ist.

Eine Schauung würde lediglich zeigen, daß die Russen auf einer Autobahn fahren oder daß die Russen ihre Panzer auf Kreuzungen postieren oder daß sie ein Dorf plündern. Auch dazu (Plünderungen) gibt es eine Schau.

Prophezeiungen sind nicht grundsätzlich abzulehnen. Es ist aber anzuerkennen, daß sie von echten Schauungen ein Stück weiter entfernt sind als Schauungsbeschreibungen. Daher sind Prophezeiungen minderwertiger als Schauungen/Schauungsbeschreibungen.

Man kann Traumberichte, die detailliert beschreiben, was gesehen wurde, nicht daran messen, ob sie zu älteren Prophezeiungen passen.

Man muß an beides mit völlig unterschiedliche Methodik herangehen.

Der Umgang mit Prophezeiungen ist eher literaturwissenschaftlich, weil man sich überlegen muß, welche Vorlagen einen Text beeinflußt haben könnten und woher die Ideen stammen. Was sich nicht älteren Vorlagen zuordnen lassen kann, hat die Wahrscheinlichkeit, eine echte/neue Schau als Grundlage gehabt zu haben.

Der Umgang mit Träumen/Schauungsbeschreibungen ist eher parapsychologisch.
Natürlich stellt sich auch die Frage, welche Ideen den Seher/Träumer beeinflußt haben könnten. Es stellt sich aber auch die Frage, welche Merkmale der Traum hatte, die darauf hinweisen, daß es keine Verarbeitung war, bzw. welche Merkmale Schauungen kennzeichnen zum Beispiel:

  • Es wurden Dinge gesehen, die der Seher nicht wußte. BB wußte zum Beispiel bis dahin nicht, daß tatsächlich die letzten Hauptstandorte der Bundeswehr in Hannover und Leipzig sind.
  • Der Seher hatte bereit zuvor Schauungen, die eingetroffen sind. Auch das ist bei BB der Fall.
  • Qualitativ unterscheidet sich die Traumvision frappant von einem Verarbeitungstraum. Sie fühlt sich klarer an und brennt sich ins Gedächtnis ein. BB kann in seinen Traum immer noch so klar hineingehen als wäre er eben erst erwacht.

Hinzu kommt, daß Verarbeitung seines Prophezeiungswissens eigentlich ausgeschlossen ist, weil die Abspaltung Mitteldeutschlands doch überhaupt nicht Teil der Prophezeiungsliteratur ist. Mit diesem Traum wurde es als neues Element überhaupt erst eingeführt.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Gesamter Strang: