Sonne im Westen (Schauungen & Prophezeiungen)

Hollabusch @, Samstag, 02.01.2016, 19:00 (vor 2158 Tagen) @ Taurec (4954 Aufrufe)

Hallo Taurec,

zu den Themen Polsprung und Erdachsendrehung etc., die in regelmäßigen Abständen hier auftauchen, möchte ich ein paar Überlegungen einstellen.

Zuerst eine kurze Übersicht zu Fragen, die in diesem Zusammenhang häufig auftauchen:
1. Kann die Sonne im Westen aufgehen?
2. Kann die Erdachse kippen?
3. Kann irgendjemand so ein Ereignis überleben?
4. Kann es durch dieses Ereignis zu einer mehrtägigen Finsternis kommen?
5. Kann es zu gewaltigen Überschwemmungen und Erdbeben kommen?
6. Kann es danach zu einer deutlichen Klimaveränderung kommen?

Alle Fragen kann man mit einem eindeutigem "ja, das wäre möglich" beantworten.

Ich fasse mich möglichst kurz.

Zu 1)
eindeutig ja, dazu muss die Erde aber um rund 180° kippen.
Um das zu verstehen, kann man ein kleines Experiment machen. Man nimmt ein Ei so in die Hand, dass die Eispitze nach oben schaut. Mit Daumen und Fingerspitzen dreht man das Ei nun um die Längsachse. Das soll die Erdrotation simulieren. Nun dreht man die Hand um 180°, so
daß die Eispitze nun nach unten schaut. Während man die Hand dreht, wird das Ei weiter zwischen Daumen und Fingerkuppen gedreht. Die Drehrichtung relativ zum Betrachter hat sich nun geändert.
Alternativ kann man ein Holzschraube in ein Brett schrauben. Wird die Schraube von oben in das Brett gedreht, wird sich für den seitlich stehenden Beobachter der Schraubendreher von rechts nach links drehen. Wird das Brett umgedreht, so daß die Schraube von unten eingedreht wird,
so dreht sich für den Beobachter der Schraubendreher nun von links nach rechts.
Fazit: Die Sonne wird für uns im Westen aufgehen, wenn die Erdachse um 180° kippt, also Süd- und Nordhalbkugel ihre Plätze tauschen.

Zu 2)
Nichts ist stabiler als ein rotierendes System. Stichwort Gyroskop. Wie also soll ein rotierender Planet ohne massive Gewalteinwirkung von außen kippen können?
Dazu gibt es einen interessanten Kurzfilm auf Youtube:
http://youtu.be/q0Y3IpFQB0w
Interessant sind die Stellen ab 8:18 und 9:49
Die Reibungserhöhung an der inneren Drehachse kann zum Beispiel durch ein verändertes Erdmagnetfeld ausgelöst werden. Stichwort Wirbelstrombremse:
http://youtu.be/XbLZjjTi000
Da der Erdkern der Lehrmeinung nach aus Metall besteht, kann eine Änderung des Erdmagnetfeldes die Lage der Erddrehachse sanft verändern.

Aber richtig interessant wird der erste Film erst ab 10:17.
Eine kurzeitige Anlegung einer äußeren Kraft, in unserem Fall z.B. Die Gravitationskraft eines nahe an der Erde vorbeiziehenden großen Himmelskörpers, kann die Erdachse ohne Probleme mitziehen. Ganz sanft und ohne große Beschleunigungs- oder Abremsphasen.

Fazit: sowohl eine Erhöhung der inneren Reibung des Erdkerns, als auch eine vorbeiziehende große Gravitationskraft (Stichwort Himmelskörper) kann die Erdachse sanft und dauerhaft drehen.

Zu 3)
Ja, denn die Erde dreht sich stabil weiter. Es ist vorstellbar, wenn dieser Vorgang mehrere Tage dauert, daß wir diesen Drehvorgang der Rotationsachse ohne die Veränderung der Gestirne und der Position der Sonne gar nicht bemerken würden. Die Erde selbst bleibt stabil durch die Eigendrehung. Genauso langsam wie die Drehung beginnt, genauso langsam endet sie durch das Entfernen des Himmelskörpers und der dadurch wieder langsam schwächer werdenden äußeren Gravitationkraft.

Zu 4)
Auch das ist denkbar: wenn die Drehung der Erdachse in Richtung Sonne stattfindet, dann wird es durch die Drehung der Erdachse auf der einen Seite der Erde zu einer langen Finsternis kommen, und zwar genauso lange, wie die Drehung der Achse benötigt. Auf der anderen Erdkugelhälfte wird die Sonne dagegen genauso lange nicht mehr untergehen.
Wenn sich die Erdachse nur um rund 90° verändert, würde dieser Zustand dauerhaft bestehen bleiben. Es gäbe keinen Tag und Nacht Rythmus mehr. Das wäre allerdings für uns ziemlich katastrophal.

Zu 5)
Auch das ist denkbar, wenn die mehrtägige Finsternis bei uns eintritt, dann wäre der Südpol zeitweise auch an der Stelle des Äquators. Auf jeden Fall aber wäre er mehrere Tage dem Dauersonnenschein ausgesetzt. Riesige Eismassen würden abschmelzen. Das würde vermutlich auch große Erdbeben auslösen.

Zu 6)
Ja, wenn die Erdachse nicht exakt um 180° gedreht wird, sondern was im Falle eine Vorbeifluges eines Himmelskörpers auch wahrscheinlich ist, etwas weniger, und die Erdachse dann im Verhältnis zur Sonne weniger gekippt ist als heute, dann könnten die Wechsel der Jahreszeiten wesentlich milder ausfallen als heute. Im Schnitt wird es dann weniger warm im Sommer, aber auch weniger kalt im Winter.

Es ist also durchaus denkbar, daß die Sonne im Westen aufgehen könnte.


Gruß
HB


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