Flüch(t)linge im Alltag (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Fenrizwolf @, Sonntag, 02. August 2015, 07:22 (vor 1509 Tagen) @ Baldur8793 mal gelesen

Hallo!

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich wiederhole - zumindest hatte ich mir vorgenommen,
zu berichten.

Im Frühjahr klingelte es bei mir im Büro Sturm, als ich dort alleine war.
Beim Blick aus dem Fenster sah ich zwei junge Männer südländischer Herkunft, die um das
Gebäude schlichen.
Sie waren gut gekleidet, und einer der beiden trug in einer transparenten Plastiktüte ein Dose Tabak samt Hülsen herum.
Die Penetranz des Klingelns ging mir doch etwas aufs Gemüt, und aufgrund meiner Mittagspause
verließ ich das Haus - schon in Erwartung einer potentiellen gewaltsamen Konfrontation.
Dies ist einfach meine Erfahrung mit Abkömmlingen dieser Kulturen, die die reinste Brutstätte für narzisstische Störungen sind.

Kaum verließ ich das Gebäude, wurde ich noch vor der Türe angesprochen, ob ich nicht "den Günter" kennen würde.
Da sofort mein notgedrungen eingeübter Enkeltrickalarm schrillte, stellte ich mich noch etwas dümmer als ohnehin, und trat mit den Belagerern meiner Burg in Konversation.

Die rätselhafte Lo(e)sung:
Die beiden Männer habe ich in deren Kindheit schon erlebt, als die im Haus gegenüber
als Asylanten aus dem Kosovo lebten.
Der Herr, der sich seine Rente bei uns mit seiner Tätigkeit als Fahrer aufbesserte, hat die
Burschen wie ein Großvater behandelt, und ihnen sogar das Schachspiel beigebracht.

Sie suchten händeringend Kontakt zu ihrem damaligen Förderer - und den wollte ich,
unter Vorbehalt, aus menschlicher Regung für sie gerne herstellen.
Als wir da so einträchtig beieinander standen, wollte ich wissen, was ihre Anwesenheit
denn überhaupt begründet.

Deutsche Behörden klassifizieren das Kosovo angeblich als Brandherd, und gewähren
jedem Asyl, der nicht schnell genug ist, abzuwinken.
Auf meine verdutzte Frage, ob denn dort gekämpft würde, erhielt ich eine klare Absage.
(Meines Wissens nach hat die BRD, zum meinem damaligen Erstaunen, diese serbische Provinz als erstes offiziell als "selbstständigen Staat" anerkannt.)

Ganz freimütig erzählten mir die beiden wohl erzogenen Männer, daß sie schlicht hier seien,
weil es sich lohne.
Die Frau des einen war derzeit getrennt untergebracht, und ich war Zeuge eines Telefonates
der beiden miteinander.

Schlicht das - es lohnt sich! Eine rationale Begründung gibt es vordergründig nicht.

Politisch schienen mir die beiden fast übertrieben uninformiert. Allein, es lohnt sich.
Reiner Pragmatismus war ihr Motiv.

Eigentlich wollte ich, nach Rücksprache mit Günter, mit seiner Telefonnummer im Gepäck zum hiesigen Asylantenheim.
Doch so weit kam es nicht - ich wurde schon vorher im Büro angerufen.

Als ich jenen Günter später traf, erzählte er mit, wie er sich um die beiden einstigen Kinder
gekümmert hat.
Einer der beiden spricht gar mehrere Sprachen, und ist recht helle im Kopf.

Anekdotisch gab er zum Besten, daß er einst während der Gartenarbeit den Vater der Jungen darauf ansprach, warum sie denn schon wieder eine neue Couch-Garnitur ihr Eigen nennen dürfen.
Der Familienvater entgegnete ihm spöttisch, daß es witzig sei, daß Günter arbeiten müsse, während der "deutsche" Staat ihm doch alles frei Haus liefere.

Alles im Lot - ich fahre fort.

Mit lieben grüßen

Fenrizwolf


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