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Sonnenstand (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 07. Februar 2015, 16:41 (vor 1621 Tagen) @ Dr.Who4382 mal gelesen

Hallo!

Derartige Schauungen würde ich nicht überbewerten. Auch nicht die zum veränderten Sonnenstand. Ist euch je aufgefallen, dass z.B. in Italien die Sonne höher steht als in Dänemark - ich glaube kaum. Mir ist sogar am Äquator es erst bewusst geworden, als ich sah, dass ich gar keinen Schatten werfe. Schaut einfach mal aus dem Fenster und fragt euch, ob die Sonne so hoch steht wie am 7.2. 2014:-)

Viel gibt es da tatsächlich nicht. Ohne weiteres fällt mir da nur ein:

Eine Aussage aus dem arabischen Raum, die Sonne ginge später mal im Westen auf.

Und völlig im Widerspruch dazu ein Fragment einer Volkssage aus Waldthurn, das Randomizer mal aufgetrieben hat:

„Auch geht die Sonne nicht mehr auf wie sonst, mehr links vom Fahrenberge, während sonst hinter ihm.“

Aber auch das ist keine recht verlässliche Quelle, da der Standort des Betrachters und die Jahreszeit nicht mit angegeben sind.
Von Waldthurn aus gesehen nimmt der Fahrenberg einen beträchtlichen Teil des Osthorizontes ein.
Tatsächlich geht sie Sonne dort (traut man Google Earth) zur Zeit rechts vom Berge auf:

[image]

Während die Sonne ein halbes Jahr später links vom Berge aufgeht:

[image]

Die Aussage ist für 1935 belegt, ist wahrscheinlich aber noch ein ganzes Stück älter. Immerhin ist eine Aussage, die eine Verlagerung des Sonnenaufgangs von seinem gewöhnlichen Punkte andeutet, für diese Zeit beachtlich, auch wenn sie im Detail nicht funktioniert/nachvollziehbar ist.

Der Erdkern ist nicht ferromagnetisch, da er dazu einfach zu heiß ist. Das Magnetfeld der Erde entsteht - soweit die anerkannte Theorie- durch auf- und absteigende Strömung elektrisch geladener Materie. Durch die Drehung der Erde entsteht durch die Corioliskraft eine spiralförmige Bewegung des Stromes - wie bei auf- und absteigender Luft. Dieser Strom erzeugt das Magnetfeld wie in einer Spule.

Die Platten bewegen/rutschen auf der Grenzschicht in der Größenordnung cm/Jahr.

Daß eine Theorie anerkannt ist, sagt nichts aus über ihre Richtigkeit. ;-)

Problematischerweise sind diese Theorien alle unter einem Paradigma entstanden, das stetige, unkataklysmische Entwicklungen in der Erdgeschichte zur Grundlage hat. Das ist schlichtweg die lineare Verlängerung dessen, was der abendländische Mensch während seines begrenzten Daseins beobachtet hat, in vergangene und zukünftige Äonen.
Es scheint zudem ein geistiges Bedürfnis des modernen Menschen zu sein, eine Geschichte mit möglichst wenig Brüchen zu haben. Tritt man einen Schritt zurück und beobachtet die Gesellschaft insgesamt, zeigt sich, daß sie grundlegend darauf getrimmt ist, daß alles so bleibt wie es ist und sich allenfalls gemächlich verändert. Dem Versuch, den unvermeidlichen Zusammenbruch des Finanzsystems hinauszuzögern, dem Bestreben, die Anzeichen der Krise in allen Gesellschaftsbereichen zu ignorieren und schönzureden, liegt dieselbe Geisteshaltung des zivilisierten Menschen zugrunde, welche die entsprechenden Theorien über die Welt- und Erdgeschichte hervorbringt. So findet die Gesellschaft in der Wissenschaft eine scheinbar objektive Bestätigung ihrer innersten Wünsche. Das geht so lange gut, wie widersprüchliche Beobachtungen ignoriert oder so gedeutet werden können, daß sie noch ins System passen.

Das betrifft übrigens auch die Evolutionstheorie, die derselben Geisteshaltung gemächlicher Entwicklung entsprang. Tatsächlich sucht man bis heute nach den Bindegliedern, während von Schicht zu Schicht sprunghaft jeweils Fossilien völlig neuer Arten auftreten...
In einer ganz anderen Betrachtungsweise entspricht der angesprochenen Geisteshaltung die Tendenz des herrschenden Zeitgeistes zur Nivellierung/Leugnung aller Unterschiede zwischen Menschen, Aufhebung der Grenzen usw., die jeweils durch passende geisteswissenschaftliche Konstrukte "bestätigt" werden. Sprünge, Cäsuren, egal in welcher Hinsicht, scheinen dem modernen Menschen verhaßt zu sein, der lieber ungestört, geistesträge, herdenmäßig einem stetigen Strome folgend "fortschreitet".

Zurück zum Thema. Festzustellen bleibt: Man hat eigentlich keine Ahnung, wie das Innere der Erde tatsächlich beschaffen ist, auch wenn man im Rahmen des Paradigmas plausible Theorien bilden kann, welche die Fragen, die man sich im Rahmen des Paradigmas stellen kann, ausreichend beantworten. So kommt man zu einem geschlossenen, autopoietischen System, einander ergänzender und abrundender Theorien, die sich wie ein Kartenhaus stützen.

Daß plötzliche, unvorhergesehene Änderungen (von "außen") eintreten, daß das Erdmagnetfeld durchaus binnen kurzer Zeit zusammenbrechen könnte, weil man es eigentlich gar nicht durchschaut hat, ist alles andere als ausgeschlossen.

Polsprungtheorien sind natürlich mehr eine Gedankenspielerei, um gewisse Befunde der Erdgeschichte (u. a. die fehlende Vereisung Sibiriens während der letzten Eiszeit) oder Informationen aus Schauungen durch eine Metaerklärung unter einen Hut zu bringen - alles andere als ausgereift, weil sich nicht alle Universitäten weltweit über Jahrzehnte und mit Milliardenmitteln daran gemacht haben, das Theoriegebäude des kataklysmischen Paradigmas abzudichten und durch Experimente, Grabungen, Bohrungen etc. abzuklopfen/zu falsifizieren.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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