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Berndt zu Irlmaierplagiaten (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 21.09.2014, 16:17 (vor 2360 Tagen) (3052 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Sonntag, 21.09.2014, 16:25

Hallo!

Berndt hat mal wieder einen recht persönlichen Beitrag rausgelassen.

Das Wesentliche:

Wenn jemand sich in privaten Voraussagen als SO zuverlässig erwiesen hat, warum soll er dann in seinen weltpolitischen Voraussagen so völlig versagt haben, bzw. quasi nicht gesehen haben - so dass er sich bei anderen Seher "bedienen" musste?
Nimmt man aber an, Irlmaier habe sich in Sachen Weltpolitik nur bei anderen bedient, fragt sich erstens, wie er zu Voraussagen kommt, die so aus anderen Quellen nicht bekannt sind: beispielsweise die Flieger aus Afrika, die DREI Attentate, Umbruch in Osteuropa - und zweitens würde sich fragen, warum er sich - soweit ich das gerade überblicke - bei seiner Raubkopiererei nicht auch mal völlig vergriffen hat, also etwas vorausgesagt hat, was inzwischen völlig unmöglich wäre - z. B. Westdeutschland greift die DDR an, oder so.

[BB] bewegt sich also ganz klar auf einer Ebene, auf der er offenkundig keine wissenschaftliche Auseinandersetzung will...

Desgleichen steht am Ende da, wenn man in erster Linie bestrebt ist, jemanden persönlich anzugehen, statt sich mit der Sache zu beschäftigen oder vielmehr: wenn man bestrebt ist, seinen Besitzstand zu wahren und der Säule, die man für seinen eigenen Ruhm erkoren hat, keinen Makel zukommen zu lassen.

Es steht außer Zweifel, daß Irlmaier seherisch begabt war, vor allem im persönlichen Bereich.

Aber wie schon Meister Obi Wan sagte: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme." ;-)

Irlmaier hatte auch Schauungen über das Weltgeschehen.
Das Problem ist aber seine grottige Dokumentation. Darauf hat bereits 1986 Alexander Gann hingewiesen, lange vor uns hier. Als Prophezeiungsexperte müßte Berndt das eigentlich bekannt sein.

Gann hat eine Reihe Plagiate in Conrad Adlamiers Irlmaiertext kenntlich gemacht, die ich hier, zusammen mit ein paar selbst entdeckten, gegenübergestellt habe:
https://schauungen.de/wiki/index.php?title=Plagiate_bei_Alois_Irlmaier

Jemanden, der eine wissenschaftliche Auseinandersetzung will, wie Berndt es offensichtlich von sich behauptet, müßte diese Gegenüberstellung doch reichen, seine höchste Neugier zu entfachen und tiefer bohren zu wollen.
Ich freue mich daher, statt lediglich seine Kommentare zu den Behauptungen anderer, seine Ansichten über die Plagiatsindizien selbst zu lesen. Am Ende könnte vielleicht die Erkenntnis stehen, daß - ohne Irlmaiers Person und Begabung schlechtmachen zu wollen - mit den uns überkommenen Texten und womöglich auch Zeugenaussagen keine über jeden Zweifel erhabene (sondern sogar zweifelhafte) Überlieferung vorliegt.

Zu dem hier:

die DREI Attentate

Stimmt doch gar nicht. Irlmaier beschrieb ein Attentat, das er in eine Reihe mit zwei schon geschehenen stellte, zu denen er keine Schauungen hatte. Wo sind diese denn beschrieben? Es heißt doch, allein der dritte Mord stehe noch aus.

Zu dem hier:

und zweitens würde sich fragen, warum er sich ... bei seiner Raubkopiererei nicht auch mal völlig vergriffen hat, also etwas vorausgesagt hat, was inzwischen völlig unmöglich wäre - z. B. Westdeutschland greift die DDR an, oder so

Warum sollte er so was gesagt haben?
Irlmaier oder Adlmaier hat sich bei der damals vorhandenen Prophezeiungsliteratur bedient und das mit dem Zeitgeist entsprechenden Spekulationen garniert. Dem entsprechend hält sich die Irlmaierprophezeiung auch an den Kanon der Prophezeiungen. Immerhin liegt er damit unterm Strich nicht auf ganzer Linie daneben.
Irlmaier hat sich nicht wild irgendwas aus den Fingern gesogen, sondern seine eigenen Schauungen mit dem angelesenen, bzw. ihm mitgeteilten Prophezeiungswissen kombiniert und das Konglomerat daraus weitererzählt. Das tat er sicher auch gegenüber Zeitzeugen.
Möglicherweise hat er auch eigene Schauungen durch die Formulierungen älterer Prophezeiungen ausgedrückt. Gann nannte das "unbewußtes Plagiat", wobei Irlmaier das auch bewußt getan haben könnte.
Die Lektüre des Buches Ganns ("Zukunft des Abendlandes?") würde ich zur wissenschaftlichen Grundbildung im Umgang mit unserem Thema ans Herz legen.

Aber: Die Stücke echten Irlmaiers aus dem Konglomerat herauszulösen, dürft ein sehr schwieriges Unterfangen sein, das leider nicht erleichtert wird durch persönliche Hahnenkämpfe. Insbesondere Berndt setzt sich damit für das Thema und vor den Augen der Nachwelt nicht gerade eine Krone auf.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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