Philosophisches... (Schauungen & Prophezeiungen)

offtopic @, Dienstag, 02. September 2014, 21:43 (vor 2046 Tagen) @ Keynes3267 mal gelesen

Hallo Keynes,

sehr guter Einwand und ich hatte mir, Schande über mich, tatsächlich nicht zuvor die HB-Arbeit zu Gemüte geführt. :lookaround: Das kommt jetzt.

Um was es mir eigentlich ging, ist es, die Mechanik hinter den Schauungen zu durchleuchten. Zum Beispiel Irlmaier und die Caritasschwester: Irlmaier sagte ihr (ca. 50 Jahre) um 1950 herum, daß sie die Umwälzung erleben würde. War aber wie gesagt falsch.

Hier will ich ansetzen und daraus ein Völker- und auch ein Personenschicksal ableiten. Wenn Irlmaier diese tatsächlich in der Umwälzung lebendig sah, also nicht nur aufgrund ihrer geschauten Lebenserwartung, aber vermuteten Ankunft der Umwälzung schätzte, dann wären:

1. persönliches und völkisches Schicksal völlig unabhängig voneinander,
2. beide Schicksale zu manchen Zeitpunkten als zu Erlebendes verwoben,
3. aber diese Verknüpfungen jederzeit wieder lösbar.

Auf gut Deutsch: Wenn Irlmaier zu dieser Zeit tatsächlich beides miteinander verwoben sah, sich das aber später wieder löste, sind Schauungen in dem eine bestimmte Person den 3. Weltkrieg erlebt, nicht solide, da sich das ja jederzeit ändern kann.

Das heißt aber auch, daß Irlmaier dann die persönlichen Schicksale, die er ja gut sehen konnte, intellektuell in ein großes Geschehen mischte, und schätzte, wie die beiden wohl zusammen verlaufen.

Konsequenz: Jedes Bemühen, herauszufinden, ob X den Krieg erlebt, oder nicht, ist pures Rätselraten, solange nicht eines (zeitnah) das andere ausschließt.

Um den Gedanken abzuschließen: X sieht, daß ich noch zwanzig Jahre leben werde. Kann ich mich dann überhaupt vorher selber töten? Wenn nicht, dann gibt es keinen freien Willen, und wenn ja, wie konnte er dann vorher die zwanzig Jahre sehen?

Oder sieht er nicht vielmehr die Möglichkeit, noch zwanzig Jahre leben? Dann auch die Frage nach dem wie: unter optimalen Umständen? Wenn ich so weitermache wie bisher? egal was ich tue?

Ist nicht eine Schau von: du wirst Anwalt und hast eine glückliche Familie - eine Möglichkeit des Schicksals, die sich nur bietet, wenn man auch etwas dafür macht? Kann er nicht trotzdem dennoch als Junkie in der Strasse enden?

Was sind unter diesen Gesichtspunkten überhaupt Schauungen (wert)?

Philosophische Grüße

OT


gesamter Strang:

RSS-Feed dieser Diskussion