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Der Waldviertler sah keine Panzerschlachten (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 11. Juni 2014, 13:06 (vor 2186 Tagen) @ Baldur2600 mal gelesen

Hallo!

"Ich war mit einigen Leuten in einem mit Holz erbauten Erdbunker. (Es handelt sich sicherlich um denjenigen, den wir in größter Eile bereits vor Kriegsbeginn errichteten.) Es tobte eine riesige Panzerschlacht vom Raum Wien-Krems in Richtung Schrems-Gmünd. Ich hörte mich sagen: ‚Jetzt geht das schon zum drittenmal so, was soll da noch übrigbleiben.’"

Ich vermute, daß der Waldviertler in seiner Heimat nie auch nur einen einzigen Panzer gesehen hat.
Soldaten und Kriegsgerät sah er allenfalls in den Sequenzen, in welchen der durch die Augen eines anderen Kämpfe an irgendwelchen Orten sah, z. B.

"Ich kämpfe da selbst auf Seite der Deutschen gegen die räuberischen Truppenreste und weiß, was mir alles zustößt. Die hartnäckigsten und verschlagensten sind die Ostdeutschen. Eine schwerwiegende Verletzung bekomme ich erst nachher."

"Nachher gab es fürchterliche Kämpfe in der CSSR. Ich erkannte auch die mageren, haßerfüllten Gesichter der Angreifer."

Dem Waldviertler war allerdings die Sage um die Schlacht am Birkenbaum bekannt. Das hat seine Interpretation massiv beeinflußt.

"Der Auswurf nimmt später das Bild eines alleinstehenden großen Birkenbaumes an. Das Verharren vor dem Wiederherunterfallen gleicht den Laubbüscheln. Auch ich sehe dieses Schauspiel, neben mir stehende Personen höre ich sagen: ‚Wie ein Birkenbaum’."

Wenn einem der halbe Planet um die Ohren fliegt, wäre das letzte, das einem einfiele, bzw. das man sagen würde: "[Och wie schöön! ;-)] Wie ein Birkenbaum!"
Das wäre absolut abwegig!

Offenbar ist diese Aussage allein auf die Kenntnis des Waldviertlers von der Birkenbaumsage zurückzuführen. Entweder hat der Waldviertler vorsätzlich die Wiedergabe seiner Schau verfälscht und den Satz "Wie ein Birkenbaum" eingefügt oder die Kenntnis der Prophezeiung hat die Schau selbst beeinflußt und diesen Satz entstehen lassen.

Jedenfalls konnte der Waldviertler durch das Bild des Auswurfes und deutelndem Herumbiegen seine rein intellektuelle Frage beantworten, was denn der Birkenbaum aus der Sage eigentlich sei.

In der Folge hat der Waldviertler einfach die gesamte Endschlacht aus Westfalen in die Tschechei verlagert, weil er dort den Birkenbaum gesehen zu haben meinte. Das führte dazu, daß auch alles Naturgeschehen, das mit dem Auswurf verbunden ist, von ihm als Kriegsgeschehen fehlgedeutet wurde. So ließ er sich zu Aussagen wie diesen hinreißen:
"Es tobte eine riesige Panzerschlacht vom Raum Wien-Krems in Richtung Schrems-Gmünd."

Es ist aber völlig ausgeschlossen, daß er ein Gebiet von über 100 Kilometern seherisch überblicken konnte. Er sah das ganze Geschehen doch von seinem Dorf aus!

"Bereits vor der Endschlacht wird es bei uns wegen der stets wechselnden Front kaum ein Haus geben. Diese findet am Beginn hauptsächlich zwischen den kommunistischen Verbänden und China, vorwiegend mit sehr beweglichen Panzern, in und um die CSSR statt. Es sah so aus:
Ich war mit einigen Leuten in einem mit Holz erbauten Erdbunker. (Es handelt sich sicherlich um denjenigen, den wir in größter Eile bereits vor Kriegsbeginn errichteten.) Es tobte eine riesige Panzerschlacht vom Raum Wien-Krems in Richtung Schrems-Gmünd. Ich hörte mich sagen: ‚Jetzt geht das schon zum drittenmal so, was soll da noch übrigbleiben.’ Nachher gab es fürchterliche Kämpfe in der CSSR. Ich erkannte auch die mageren, haßerfüllten Gesichter der Angreifer. Einige Zeit, (die ich nicht genau bestimmen kann) später: Es dürfte Abend sein. Wir vernahmen im Bunker heftige Erdstöße und Explosionen aus W-NW. Ich schaute vom Eingang in diese Richtung. Da war die Hölle los. Ich sah am Horizont in der Ferne im Rauch und Feuerschein der ununterbrochen erfolgenden Explosionen weißgelbe Lichtblitze. Ich sagte mir: Mein Gott, da möchte ich nicht sein. (Es dürfte sich da um den Einsatz taktischer A-Waffen handeln.)

Da erfolgte eine gewaltige, kurze weißgelbe Explosion, deren Feuerpilz von W- über WNW reichte. Gleich darauf schoß eine alles überragende, eruptionsähnliche, qualmende, schwarzrote Feuersäule empor. Hoch oben, sicherlich über der Atmosphäre, gab es noch gewaltige Feuerwirbel. Sie reichte von WNW- fast N. Die Erde bebte. Ich wurde in den Eingang geschleudert, und konnte wegen der Erschütterungen kaum Halt finden. Vielleicht wurde ich bewußtlos. Nachher verbrachten wir eine lange Zeit im Erdbunker. Es war fast nichts wahrzunehmen Wir besprachen, wie dringend wir draußen benötigt würden. Wir blieben aber drinnen, obwohl die Tür nicht verschlossen war."

Wenn man merkt, daß der Waldviertler seine Schauungen vor dem Hintergrund einer völlig absurden fixen Idee ventiliert, kann man sich in etwa denken, was er gesehen hat. Dann kann man die Deutungsschicht vorsichtig abziehen.

  • Er sah keine Endschlacht in der Tschechei und Österreich.
  • Er sah keine "wechselnde Front" in seinem Dorf, wiewohl aber zerstörte Häuser.
  • Es findet keine Schlacht zwischen kommunistischen Verbänden und Chinesen "in und um die CSSR" statt. Allerdings sah er in einzelnen Sequenzen ohne Verortung kleine flinke Panzer und die Gesichter der Invasoren.
  • Er sah sich mit Leuten in einem Erdbunker.
  • Er sah keine Panzerschlacht vom Raum Wien-Krems in Richtung Schrems-Gmünd.
  • Irgend etwas geht schon zum dritten Mal so. Vermutlich Erdstöße oder Impakte, bzw. Eruptionen.
  • Er sah "im Bunker" (Konnte sie also nur indirekt sehen und deuten!!!) Erdstöße und Explosionen.
  • Danach sieht er in die Richtung und erkennt am Horizont nur Rauch und Feuerschein hinter dem Rauch, darin die Lichtblitze.
  • Er sah keinen Einsatz taktischer A-Waffen. Das ist lediglich seine Idee!
  • Er sah die Haupteruption mit der Feuersäule wie beschrieben. Wahrscheinlich ist dies das endgültige "Platzen der Erdrinde". Danach Bewußtlosigkeit, Ende der Sequenz.

Leider hat uns der Waldviertler durch das wenig selbstkritische und vorschnelle Deuten seiner Schauungen keinen Gefallen getan, so daß man an seine Aussagen mit der Brechstange gehen muß, um das Konglomerat aus Schau und Interpretation aufzuspalten.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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