Irlmaier im Münchner Merkur (Schauungen & Prophezeiungen)

randomizer @, Freitag, 09.05.2014, 02:56 (vor 2563 Tagen) @ Taurec (3497 Aufrufe)
bearbeitet von randomizer, Freitag, 09.05.2014, 03:25

Hallo, Taurec!

III. Artikel im Münchner Merkur vom 18. Oktober 1949

Der Text ist eigentlich nicht neu, da er schon von Berndt in seinem Irlmaierbuch zitiert wurde.

Berndt profitiert hier nur von der sehr fleißigen Vorabeit Ganns (1986), dessen Irlmaier-Kapitel ja wertvollste Pionierarbeit zur Irlmaier-Philologie liefert; Berndt bringt darüber hinaus relativ wenig neue Quellen.

Auffällig:

  • Die Finsternis fehlt auch hier.

Die sechs Sätze am Ende des Merkur-Artikels betreffen ja den dritten Weltkrieg, diese kurze Passage epitomisiert offenbar ganz grob einen umfangreicheren Zeitungsartikel, der "in ganz Südostbayern zum Tagesgespräch wurde". Aus der Abwesenheit des Finsternis-Motivs in diesen sechs kurzen Sätzen darft Du aber keine weiteren Schlüsse ziehen. Vielleicht wollte der Autor/Redakteur seinen Lesern neben den Andeutungen über einen bevorstehenden neuen Weltkrieg nicht auch noch eine Finsternis zumuten?

Natürlich kann Irlmaier sich die Finsternis auch erst später (1950) angelesen haben (oder nach Deiner Argumentation: Adlmaier ihm später untergejubelt haben), das Schweigen in der knappen Merkur-Passage taugt nur einfach nicht als Indiz.

[*]Einmalig ist hier die Aussage, daß Budapest vernichtet werde. Die Stadt wurde in älteren Irlmaierquellen nie direkt genannt.

Namentlich nicht; folgende Stelle gehört jedoch wahrscheinlich zum authentischen Kern des Kurier-Artikels (Oktober 1949) und könnte mit dem Budapest/Prag-Fragment verwandt sein:

"Prag wird viel mitzumachen haben, wie die Ungarn.
Prag wird aber ganz verschwinden[,] in Rauch u[nd] Flammen aufgehen.
"

Insgesamt habe ich mir in den letzten Tagen die folgenden Artikel besorgt:

Die Artikel habe ich ja meist schon im Original (außer die Traunsteiner Nachrichten, da arbeite ich mit Fotos), trotzdem Lob für Deine Mühen!

Diesen Artikel hatte übrigens Fred Feuerstein vor vielen Jahren schonmal im alten Forum abgelichtet und hochgeladen.

Mein Interesse liegt bei Aussagen aus der "Vor-Adlmaier-Zeit" (< 3.12.1949), weil ich vermute, daß Aussagen darin noch ursprünglicher sind. Ausgehend von der Liste der Irlmaierartikel, die Berndt im Anhang seines Buches abdruckt, könnte noch folgender Artikel interessant sein, der in der Bayerischen Staatsbibliothek nicht vorrätig war:

  • Passauer neue Presse oder Deggendorfer Zeitung vom 5. November 1949, jeweils Seite 4, Titel: "Das zweite Gesicht des Alois Irlmaier..."

Die Zeitung habe ich zwar gerade nicht zur Hand, aber imho sind dort keine weiteren Zukunftsvoraussagen enthalten, sondern nur Gegenwartsanekdoten.

Da aber alle Artikel relativ kurz vor den Adlmaierveröffentlichungen erschienen und Irlmaier zu dieser Zeit sicherlich bereits mit Adlmaier in Kontakt stand, bzw. von zahlreichen Prophezeiungen Kenntnis bekommen haben dürfte, muß man annehmen, daß auch die Aussagen nicht völlig originär sind.

[Polemik] Jetzt gibst Du Adlmaier sogar schon die Schuld an Irlmaiers Plagiaten in den früheren Zeitungen?? [/Polemik]

[*]Gibt es noch weitere Veröffentlichungen über Irlmaier aus den 40ern?

Ja, mindestens eine und zwar die, mit der er in ganz Südostbayern großes Aufsehen erregt hat und zum Tagesgespräch wurde. Womöglich ist jene Zeitung sogar identisch mit dem lange gesuchten Kurier.

[*]Wann hat Irlmaier überhaupt erstmals etwas über das Weltgeschehen gesagt? Wann sind diese Aussagen belegt?[/list]

Als besonders wertvoll bei der Frage, was Irlmaier überhaupt selbst gesehen hat, dürften sich Zeitzeugenaussagen über Begegnungen mit Irlmaier in den 40ern erweisen, zum Beispiel: Die Aussagen von "DanielV". Leider haben die es nicht fertiggebracht, uns die wörtlichen Notizen aus der Zeit zu übermitteln, so daß uns nur die unvollständige Telefonfassung von BBouvier bleibt.

Mündliche Irlmaier-Aussagen, die im 21. Jahrhundert plötzlich auftauchen, würde ich nicht 'besonders wertvoll' nennen, zumindest nicht, solange deren Echtheit/Glaubwürdigkeit fraglich ist.

Der Schwerpunkt liegt auch dort beim Krieg, wie auch in den zeitgenössischen Zeitungsartikeln. Interessanterweise enthalten DanielVs Aussagen auch eine Andeutung der Handytechnologie: "Ihr werdet mal auf dem Felde stehen und in eine Schachtel sprechen."

Das würde die zuvor angezweifelte Aussage über die "Zuban-Schachtel", die von Berndt überliefert wurde, bestätigen. Daran scheint was zu sein.

Ein Pseudo-Fragment von 2014 stützt ein anderes Pseudo-Fragment von 2012, na bravo.

Viele Grüße
randomizer


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