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Bitte nicht auf Abstellgleisen verrennen (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Freitag, 18.04.2014, 15:43 (vor 2741 Tagen) @ Leonessa (5900 Aufrufe)

Hallo!

Die "weibliche Logik" bereitet mir allerdings Kopfschmerzen, wenn sie darauf beruht, sich nicht an den Text zu halten, sondern sich irgendwas zu denken. ;-)

Du gehst gar nicht vom Text aus, sondern von dem was andere in diesem Faden über die Schau sagten und fängst auf dieser Grundlage an, zu spekulieren.

Von "Geld gegeben", "beauftragt", etc. steht da nämlich kein müdes Wort.

Die Schau wurde drei mal dokumentiert:

„Ich habe eine Schau von einem kleinen Kind südwestlich Nürnberg, da sind überall ‚Gelbe Flecken’ auf dem Boden. Man stirbt, wenn man die berührt, – darauf tritt. Und das Kind sagt: ‚Wir haben doch Hunger, und ich muß Brot holen gehen, aber ich muß achtgeben, daß ich nicht auf was Gelbes trete. Aber die Flecken sind doch überall!“

=> Die haben Hunger und das Kind denkt sich, es müsse Brot holen gehen. Da steht nichts von "kaufen". Das Brot könnte auch im Nachbarhaus im Vorratskeller liegen.

„Es ist Krieg. Furchtbarer Hunger. Ich muß/will Brot kaufen gehen, aber draußen sind viele lauter so ‚gelbe Flecken’ am Boden, und wenn man auf die drauftritt, dann muß man sterben. Und ich hüpfe auf einem Bein, aber es sind so viele, und sie sind doch so dicht, daß man doch draufkommt! (*weint*)“

=> Hier wird schon klarer, daß es sich wohl weniger um einen Auftrag (muß), sondern vielmehr um einen Wunsch (will) handelt, Brot holen zu gehen. Das "muß" ist kein von einem Erwachsenen, sondern ein von den Sachzwängen aufgetragenes. Sie muß Brot beschaffen, weil sie sonst verhungert.

Und ganz anders liest sich die Version der Schau, die von Berndt dokumentiert wurde:

„Im April 1999 berichtete mir eine Leserin von dem Alptraum ihrer achtjährigen Tochter:
‚Meine Tochter hatte vor einigen Monaten mehrere (Alp-)Träume – wozu sie sonst überhaupt nicht neigt. Ich möchte auch noch dazu sagen, daß sie so gut wie nie Fernsehen schaut oder sonstwie mit ‚dem Thema’ (Prophezeiungen) Berührung hatte. Sie ist ein unbelastetes, glückliches, sensibles Kind. Sie beschrieb mir den Traum:
‚Ich laufe mit meiner Freundin (aus der Nachbarschaft) draußen herum – wir müssen heimgehen. Wir laufen barfuß.
Aber da liegt überall auf dem Weg und auf den Treppen so ein Staub. Auf den dürfen wir aber auf keinen Fall drauftreten, weil der tot macht. Wir versuchen, zu springen und Stellen zu finden, wo kein Staub liegt, daß wir dort laufen können… Es ist ganz gefährlich. …’ Da erwachte sie schreiend und kam zu mir.’“

=> Kein blasser Schimmer von Hunger, Brotauftrag usw., sondern daß sie heimgehen würde.

Ich frage mich eher, warum Berndts Variante von BBouviers so stark abweicht.

Als gemeinsamen Nenner kann man wohl nur die tödlichen gelben Flecken ernst nehmen.

Und grundsätzlich: Wie hier schon von mir geschrieben, ist die Tatsache, daß das Kind im Traum als Kind agierte, zu vernachlässigen. Daraus lassen sich keine Schlüsse ableiten, wie Du sie gezogen hast. Die Schau (wenn es überhaupt eine war und nicht bloß ein Alptraum) ist nicht eins zu eins, sondern traumtypisch nicht für bare Münze zu nehmen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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