Wie beurteile ich eine Schauung ? Beispiel ! (Schauungen & Prophezeiungen)

Odin @, Donnerstag, 03. April 2014, 08:06 (vor 2289 Tagen) @ Odin6561 mal gelesen

Hallo

Hier kommt meine persönliche Herangehensweise an das
Phänomen Schauungen. Ich wähle als Beispiel die mir gut
bekannte und von mir selber übersetzte erste Schauung
(es gibt auch eine zweite) von Birger Claesson aus dem
Jahr 1950.

Wie jeder in der Quellensammlung nachlesen kann, beschreibt
diese Schauung einen Grossangriff auf Schweden praktisch
aus allen Richtungen.

Warum glaube ich dieser Schauung ?

Kriterium 1 - Quellenlage und Provenienz:

Die erste Schauung von Birger Claesson wurde vom Seher
selbst im eigenhändig verfassten Text zeitnah als Buch
herausgegeben (1951), ist also frei von späteren
Verfälschungen. Ich habe mich im Jahr 2000 nicht einfach
auf Sekundärliteratur verlassen, sondern mir eine Erst-
ausgabe per Fernleihe kommen lassen, also das Original
in Händen gehalten. Sowas ist mir wichtig. Provenienz
und Quellenlage sind also einwandfrei. Wer sich z.B. mit
Irlmaier befasst, hat schon grössere Schwierigkeiten,
aber da gibt es ja immerhin zeitnahe Zeitungsartikel,
ähnlich wie auch im Fall Anton Johansson.

Kriterium 2 - innere Logik:

Der beschriebene Angriff folgt der Logik des Geländes
und der Infrastruktur. Noch vorhandene Zentren der
Verteidigung werden umgangen und ausmanövriert.

Kriterium 3 - geographische Korrektheit im Kleinen

In den Stockholmer Schären ist eine Schlacht gegen eine
feindliche Invasionsflotte vorhergesagt. Die Flotte soll
von den Verteidigern praktisch völlig vernichtet werden.
Claesson hat punktgenau den dafür am besten geeigneten
Ort vorhergesagt - die enge Passage der Fahrrinne durch
das "Oxdjupet". Ich habe mir damals 2000 schon eine
detaillierte Seekarte gekauft und die Einzelheiten genau
nachgeprüft, sowohl die Namen "Oxdjupet" und "Brödstycket"
(eine kleine Felseninsel) als auch den Verlauf der
Fahrrinne. Alles stimmt genau, und Birger Claesson kannte
die Stockholmer Schären gar nicht.


Kriterium 4 - die Vorhersage des Unvorhersagbaren

Claesson hat nicht den Bau der Öresundsbrücke und der
Högakustenbron bei Veda vorausgesagt, aber seine
Voraussagen enthalten "Besonderheiten" für die Stadt
Malmö und für das Fischerdorf Veda. An beiden Stellen
handelt der Feind auf eine Art und Weise, als ob man
dort ein wichtiges Objekt unzerstört in die Hände
bekommen will. Deshalb die Fallschirmtruppen bei Veda,
und deshalb wird Malmö nicht frontal von der See her
angegriffen wie Göteborg, sondern die Truppen landen
an der schonischen Südküste und überrumpeln das
unverteidigte Malmö von der Landseite her. Übrigens ist
dieses Manöver erst seit wenigen Jahren überhaupt
möglich (siehe "innere Logik"), nämlich seit die¨
ehemalige Panzerbrigade von Revingehed stillgelegt ist.

Kriterium 5 - Vereinbarkeit mit anderen Quellen mit
gutem Ruf

Am Ende der Claesson-Vision fällt Finsternis über die
Welt - also die allen hier bestens bekannte 3tF.

Das sind die Gründe, weshalb ich der ersten Vision von
Birger Claesson einen hohen Prognosewert beimesse.

Bei Anton Johansson verlasse ich mich nur auf das, was
in dem vor dem 1. WK veröffentlichten Zeitungsartikel
aus dem Svenska Dagbladet im März 1914 wiedergegeben ist.
Alles Spätere halte ich für "Nachlieferungen", nicht
für eine echte Prophetenschau.

Gruss

Odin


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