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Großer Lauf von kleinen Entscheidungen unbeeinflußt (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Donnerstag, 17.10.2013, 12:26 (vor 2765 Tagen) @ ITOma (7034 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Mittwoch, 30.08.2017, 17:30

Hallo!

Bei meiner Schau ist hingegen bislang noch nichts passiert, was die Hauptaussage konterkarieren würde - ganz im Gegenteil haben sich bis jetzt alle wichtigen Aussagen bewahrheitet. Für die Aussagen über das Leben in Pasing in der Zukunft sind die Kugellampen nicht ausschlaggebend. Man kann sie weglassen, ohne daß die Aussage (Hunger, Obdachlosigkeit, improvisierte Schlafstellen und Märkte, Ausgangssperren, militärische Patrouillen, Abschottung noch einigermaßen intakter Wohnbereiche, Ereignisse, die zur Zertrümmerung von Fensterscheiben und Glaswänden und womöglich einem Brand in den Arkaden führten) verfälscht wird.

Ja. Genaugenommen hast Du das Hauptereignis gar nicht gesehen, sondern dessen Folgen.
Warum zahlreiche Obdachlose in Pasing leben, warum Züge mit Nahrungsmittellieferungen kommen, warum die oberen Stockwerke der Gebäude beschädigt sind, war nicht Teil der Schau. Ebensowenig war aber Teil der Schau, warum die Russen nach Bogen kommen, bzw. die große Gesamtheit des dritten Weltkrieges.

Zunächst (solange die Bahnlinie existiert) wird es einige Jahre lang möglich sein, daß die Russen auf dieser Bahnstrecke kommen werden. Aber dann wird sich die Sachlage ändern, die Bahnlinie wird aufgelassen und das Kommen der Russen auf diesem Wege wird unmöglich. Und genau das ist es, worauf die Bogen-Schau unsere Aufmerksamkeit lenken wollte: Die Russen werden nicht kommen , denn die Voraussetzungen dafür werden einige Zeit später (bzw. sind heute) entfallen! Und damit wir die Schau nicht gleich in die Tonne treten, weil sie sich nicht erfüllt hat, gibt es die Fichten, die sich binnen kurzer Zeit realisiert haben. Theoretisch wäre es möglich, daß die Bahnlinie wieder restauriert wird. Das wäre dann der Indikator, daß der Russeneinmarsch wieder möglich und zu erwarten ist. Solange die Bahnlinie in Bogen aufgelassen bleibt, ist m.E. kein Russeneinmarsch zu erwarten, wenn man die Bogen-Schau ernst nimmt.

Meiner Meinung nach sind die Fichten der Wahrheits-Indikator für die Bogen-Schau, während die Bahngleise der Indikator dafür sind, ob bzw. zu welchen Zeiten ein Russeneinmarsch möglich und wahrscheinlich ist. (Ähnlich wie die noch zu bauende Bahn über den Reschenpaß.)

Ich versuche das mal von verschiedenen Seiten zu beleuchten, bzw. zu widerlegen.

Meines Erachtens gehst Du von zwei falschen Grundannahmen aus:
1. Diese Schau muß zwingend eine physikalisch eins zu eins eintretende Realität zeigen statt lediglich einer symbolisch oder allegorisch nachgebildeten.
2. Die Zukunft des Weltgeschehens wäre änderbar und alle Schauungen würden demzufolge mal mehr, mal weniger die Wirklichkeit zeigen, bzw. die Wirklichkeit würde um die Schau herumschwänzeln. Da Schauungen aber per Definition die Wirklichkeit zeigen (aber eben nicht immer grobstofflich korrekt), kann das nicht sein.
Die zweite Annahme folgt natürlich zwangsläufig aus der ersten und der Notwendigkeit, den augenscheinlichen Widerspruch von Bild und Wirklichkeit zu erklären.

Zudem räumst Du auf kausaler Ebene den Planern, die über den Verlauf der Bahnstrecke entscheiden, einen übermäßigen und sachlogisch unsinnigen Einfluß auf die Weltpolitik ein. Durch die Entscheidung, die Bahnlinie abzureißen oder wiederzuerrichten, könnten sie völlig im Widerspruch zur Realität die Entscheidungen in Moskau, Washington, Brüssel usw. beeinflussen. Ähnlich sinnlos wäre die Annahme, Detlef hätte die kosmische Großkatastrophe verhindern können durch die Entscheidung, das gesehene Boot nicht zu bauen, weil dann die Schau nicht mehr eins zu eins wie gesehen eintreten kann (mit dem Unterschied, daß im Gegensatz zu den Verkehrsplanern Detlef als Seher über die Schau bescheid wußte).
Selbst wenn man den Planern diesen sinnwidrigen Einfluß auf die Weltpolitik nicht einräumt, würde es bedeuten, daß sie einen nicht nachvollziehbaren Drang verspüren müßten, die Bahnlinie wieder zu errichten, wenn sich die weltpolitischen Rahmenbedingungen wieder hin zur "Schauungsrealität" ändern würden (die Grundannahme 2 als wahr vorausgesetzt).

Mehr oder weniger ist es das schauungsmäßige Äquivalent zu einem atomistischen Fehlschluß, d. h. die vorschnelle Übertragung der Eigenschaften einzelner Elemente auf die Gesamtheit aller Elemente. Sprich: Russischer Einmarsch in Bogen per Bahn nicht mehr möglich. Russischer Einmarsch in Deutschland nicht mehr möglich. Das muß aber nicht stimmen.

Die kausale und die Schicksalsseite des Lebens stehen zueinander wie zwei Seiten einer Münze oder wie zwei verschiedene Raster, durch welche man die Welt separat jeweils anders betrachten kann. Freier Wille und ein determiniertes Weltgeschehen schließen einander nicht aus, sondern greifen sinnvoll ineinander. Der Mensch als Mikrokosmos entscheidet sich frei (d. h. greift kausal in seine unmittelbare Umwelt ein, bestimmt sein "Mikroschicksal"). Der Makrokosmos, die Welt (das kollektive Schicksal) als das nicht Beeinflußbare betreffen ihn trotzdem. Allerdings verhält es sich eher so:
Das große Motiv eines Wandteppichs (Kollektivschicksal/Weltgeschehen) bleibt davon unbeeinflußt, ob im Detail die Verknüpfungen der einzelnen Fäden anders verlaufen oder gar Webfehler auftreten.
Anderes Bild: Betrachtet man ein Gemälde vom Nahen, so fallen die technische Ausführung, der Pinselstrich usw. (= kausale Entscheidung, wie man den Strich führt, wie dick man aufträgt etc.) sofort ins Auge, während man das Motiv nicht mehr erkennen kann. Tritt man zurück, sieht und versteht man das Motiv und den Sinn des Gemäldes (= das Weltgeschehen), während Pinselstrich und Farbpigmentierung nicht mehr en dé­tail erkennbar sind. Sie können im einzelnen auch ganz anders verlaufen, ohne den Gesamteindruck zu ändern.
Daher ist es für das große Ganze, den Weltenlauf, unerheblich, ob jemand die Entscheidung getroffen hat, die Bahnlinie in Bogen enden oder weiter führen zu lassen. Die Russen kommen trotzdem.
Die Schauungen sind eben kein Wetterbericht über mehrere Tage, der sich bis zum Eintreten mehrmals ändert, sondern ein (wenn auch unscharfer) Blick auf das große Gesamtmotiv, das sich niemals ändern wird. Schauungen sind nicht prognostisch, sondern paragnostisch. Und selbst im persönlichen Bereich treffen Schauungen, die einen anderen Ausgang nehmen, immer ein. Falls es also überhaupt Änderungen des Ablaufes des Universums gibt, sind sie nur sehr gering (was für den einzelnen in seinem Mikrokosmos natürlich einen gewaltigen Unterschied machen kann).

Darüber hinaus widerspricht die Unmöglichkeit eines russischen Einmarsches (der in Form eines kurzen Feldzuges und einer längeren Besatzung stattfinden kann!) der Existenz von jüngeren Schauungsberichten:

  • Guerrero, der ab den Neunzigern tatsächlich keinen Feldzug mehr, sondern Besazungsszenen sah.
  • Kingsfalcon, der nicht lange vor 2002 russische Übergriffe von tschechischer Seite aus sah.
  • Die "Arztfrau aus dem Waldviertel" (= Barionas Schwester), die 1996 sah: „Nachbardorf im Waldviertel - ein ‚Langzeilendorf’: Etwa 20 Häuser links, 20 Häuser rechts… Auf der Strasse Soldaten, von denen je zwei ungestüm/gewaltsam in jedes der Häuser eindringen.“
  • Bariona, die 1995 einen Kölner Bekannten aus der Stadt flüchten sah, die irgendwann ab 14. August komplett abgeriegelt sein soll. Krieg wird zwar nicht genannt, aber die Situation paßt in den russischen Feldzug: ca. ab Krautweih (15. August) am Rhein und Einkesselung der Russen in Köln (Antonius von Aachen).
  • Gärtnerin, die 2006 eine Vision hatte, in der sie wußte, daß nördlich der Krieg bereits ausgebrochen sei (diffus, aber immerhin...).
  • Der Bauer aus dem Zellertal, der irgendwann vor 2002 diffuse Bombardierungsszenen sah.
  • Berserker, der vor 2008 die Russen am Pfälzer Wald vorbeibrettern und zerdeppert werden sah.
  • Ein Mann aus München, der 2008 sah, wie die Russen durch ein Dorf auf halber Strecke zwischen München und Augsburg brettern (wurde damals von Stephan Berndt ins Forum gestellt).
  • Die Zahnarztangestellte, die irgendwann vor 2008 Besatzungsszenen mit Russen in Berlin sah.
  • Du selbst mit Deinen Besatzungsszenen in der Planegger Straße.

Baldurs Bilder wurden 2007 gemacht:
Hier ist der entsprechende Bericht im Forum.
Hier sind die Bilder aus Bogen zu finden.

Die Bahngleise waren offenbar Teil der Bahnstrecke von Bogen nach Miltach. Auf der Wikipediaseite heißt es: "Ab dem 27. Mai 1994 endete der Personenverkehr von Straubing bereits in Bogen, was die Stillegung der Strecke Bogen – Bogen-Ost bedeutete."
Das war der früheste Zeitpunkt, an dem die Bahnstrecke abgerissen worden sein konnte. Der Bewuchs auf Baldurs Bildern läßt vermuten, daß die Gleise bereits ein paar Jahre abgerissen waren. Bäume und Sträucher, die schon deutlich in die Bahntrasse hineinragen.

Folglich ist davon auszugehen, daß einige der oben aufgelisteten Schauungen nach Abriß der Bahnlinie erlebt wurden. Warum aber sollten diese Schauungen Szenen einer aktuell nicht gültigen Realität zeigen?
Somit ist eine Verbindung zwischen dem Stattfinden des Russeneinmarsches und der Existenz der Bahnlinie im Grunde auszuschließen.

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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