Ödipus-Komplex und Kinder-Lachen (Schauungen & Prophezeiungen)

Hinterbänkler @, hinterm Wald im Emmental, Donnerstag, 17.10.2013, 00:56 (vor 2745 Tagen) @ Baldur (6832 Aufrufe)

Hallo Baldur und andere,

ein interessanter Thread!

Übrigens bin ich wahnsinnig froh, dass das Leben nicht nach fairen Gesichtspunkten verläuft und dass es genug Trübes gibt. Ich wüsste auch nicht, worüber ich mich beschweren gehen sollte. Das Leben ist einfach unendlich spannend, einmalig, böse, lustig und für jeden, auch den mit den verrücktesten Spezifikationen (z.B. Tonbandstimmen- oder - noch schlimmer - Prophezeiungsforscher...), hat es mehr als genug zu bieten. Es erlaubt sämtliche Denk- und Handelsoptionen, vom liebenden Gott und Spaghettimonster bis zum industriellen Massenmörder. Es bietet psychedelische Trips, Muskelkater, Krebsursachen, vermeintliche Ödipus-Komplexe und Kinder-Lachen.

Wie absurd das Leben wäre, wenn wir wüssten am 21.12. ist Ende der Schicht!
Oder es gäbe bei den Tonbandstimmen oder Prophezeiungen nichts zu forschen!

Es scheint mir auch ziemlich unnötig einen Lebenssinn zu suchen. Es ist gleichgültig, ob es einen gibt, ob ich einen 'habe'. Das Leben 'funktioniert' auch bestens ohne Sinn. Lass es doch lieber sinnlos sein. Es ist bleibt spannend, bunt, vielseitig, widersprüchlich, paradox.

Da fällt mir ein, ich hatte neulich mal eine Erleuchtung: Mir wurde klar, dass das beste Synonym für 'Gott' das 'Paradoxe' ist. Damit ist er/sie/es wahrhaftig erhabenst.

Mir bedeutet übrigens die ganze Schauungsthematik nach wie vor sehr viel. Und glücklicherweise hat sich bei mir immer mehr der Umgang mit dem Thema geändert. Früher war ich viel mehr angstgetrieben oder ich hatte gehofft, dass es endlich einen gerechten Ausgleich für die ganzen Arschlöcher gibt, dass endlich aufgeräumt wird, oder so. Mittlerweile sehe ich in dem Thema eine Kraft mich zu konzentrieren, eine Modell die Welt zu interpretieren, eine Hoffnung, dass es überhaupt mit dieser einmaligen Menschheit weitergeht. Die Lebensgemeinschaft, in der ich lebe und die aus dem Vorbereitungsgedanken entstand, wird immer bunter, interessanter, anders als geplant. Und ob übermorgen nun Nostradamus, Irlmaier oder gar Jesus aus der Tonne wiederkehrt, ist für mein aktuelles Handeln immer irrelevanter. Sicher, die Vorbereitungen sind schon mal weitestgehend getan, aber andererseits werden sie immer fragwürdiger, weil all unsere geliebten Protagonisten immer mehr das Leben in besagter Tonne vorziehen und damit immer weniger zu unserer täglichen Zukunfts-Soap beitragen. Die Zukunft wird immer mehr zu einer Wette, die ich möglicherweise verlieren werde, denn es gibt trotz intensiver Vorbereitung angesichts des vorhergesagten Wahnwitzes keinen wirklichen Grund mit soviel Glück, die kommenden Zeiten zu durchstehen, zu rechnen.

Wir leben in der spannendsten aller Zeiten, zumindest der letzten 12.000 Jahren.

Besten Gruss in die Runde
Hinterbänkler


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