OT: Jau (Schauungen & Prophezeiungen)

offtopic, Mittwoch, 16.10.2013, 22:01 (vor 2693 Tagen) @ RichardS (6779 Aufrufe)

Hallo!

Hallo RichardS,

Und das Hier als Hier? Wir sind "soziale" Wesen, ganz sicher, unsere materielle Existenz hängt von wenig bis nicht beeinflussbaren, anderen, gegensätzlich gesetzten Interessen und Strukturen ab und auch unser Geist und unser Empfindungsvermögen sind nicht frei vom Verschleiss in der Auseinanderseitung mit diesen - aber jeder von uns ist auch einzeln und als Einzelner aktiver wie passiver, gebender wie empfangender Teil einer Schöpfung, die größer, dauerhafter und wirksamer ist und über das hinausreicht, was sie an zivilisatorisch schwer erträglich Erscheinendem in diesem Hier auch produziert.

Genau diese Reibungsfläche eines schwer erträglich erscheinenden Lebens gibt den gewissen Vorsprung. Kein Mensch lebt nur für sich allein, wir sind soziale Wesen, für mich, ganz klar. Es heißt: wie oben, so unten. Was schließt du dann daraus? Wessen Geistes Kind könnte unser Schöpfer sein, wenn man ein Universum zugrundelegt, das auf Verschleiß, Leben auf Anderer Kosten, der Stärkere gewinnt, basiert?


Es liegt an jedem Einzelnen von uns, auch das Schöne vor der eigenen Nase (auch hinter ihr) zu entdecken, im Hier. Es wahrzunehmen, es mit zu erschaffen, zu geben. In der Liebe. Der Kunst. Der Natur. (Gelegentlich auch im "sozialen Miteinander".) Es liegt wohl am dominierenden materialistischen Zeitgeist, dass ich mich unwillkürlich frage - ob ich pfäffisch klinge? Vielleicht drücke ich mich auch nur unzureichend, zu schablonenhaft aus. Mein Gefühl: Das Hier nur als Warteraum, nur als elendiges Durchgangsstadium, dem man fliehen möchte, zu betrachten - ist Verschwendung und Missachtung und ist auch sicher nicht im Sinn des "Erfinders", falls es ein "Oben" gibt (von dem andere mehr wissen mögen als ich). Nehmen wir das Hier ernst - und beziehen wir in ihm Stellung! Lebendig! Wie, das kann für jeden anders aussehen.

Leider sehen die Meisten nicht das, was vor ihrer Nase ist. Wir sitzen nicht auf der Ersatzbank, wir sind mitten im Spiel! Und bei den Meisten geht es um viel mehr, als nur einfach HIER zu sein.


Ja. Und der Jemand war eine Kathi. Vom Land. Vor mehr als 50 Jahren. Da war die Vorstellung von "viel länger" und auch von "abwärts" noch eine andere als in unserer schnellebigen, ungeduldigen Zeit und ihrer Ansprüche auf alles und jedes sofort. Sogar die nunmehr über 20 Jahre andauernde Deflation im fernen Japan betrachten wir fast schon als Weltwunder.

Ja, und das ist WESENTLICH mehr bergab, als die Meisten heute kennen. Wer hat denn schon mal 3 Tage nichts gegessen und musste schwer arbeiten. Ich schon, ich weiß, daß es da nicht aufhört. Man hält wesentlich mehr aus. Aber heutzutage???


Gruß OT


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