innere Entwicklung durch Anteilhabe am Leben (Schauungen & Prophezeiungen)

NeuOrest @, Mittwoch, 16.10.2013, 11:45 (vor 2746 Tagen) @ Fenrizwolf (7000 Aufrufe)

Hallo Fenrizwolf,

bleibe ruhig weiterhin dem Zeitgeist kritisch gegenüber und urteile weiter über die Menschen. Sie haben es verdient ;-)

Ganz ehrlich: wir müssen keine Menschen lieben, die herzlos, gleichgültig, unempathisch, egozentrisch, gar aggressiv, arglistig, brutal, absichtlich seelisch/psychisch/körperlich verletzend usw. sind.
Ich empfinde diese Eigenschaften (und die Persönlichkeiten, die sich vornehmlich durch diese Eigenschaften bilden) durchaus als ablehnens- und verachtenswert und reagiere auch entsprechend innerlich. Ab einer gewissen Grenze muss ich mich dann aber zügeln und die Aufmerksamkeit gezielt wieder davon abziehen, damit diese Empfindungen sich nicht verselbständigen.
Demgegenüber gibt es genügend andere Menschen, Tiere und Pflanzen, ganze Gebilde (z. B. Wald, Wolken, Schnee, Wechsel der Jahreszeiten und Anpassung der Natur an sie...), die es Wert sind, Achtung und Zuneigung für sie zu empfinden. Da arbeite ich lieber daran, die Liebe dazu zu entwickeln.
Dabei baue ich, um den Aspekt der ASW aufzugreifen, unwillkürlich eine empathische Ebene auf. Nehme Gedanken und Gefühle des anderen wahr oder sehe einen Teil von dem, was sie gerade erleben oder in der Zukunft erleben werden.

Du schreibst, dass der Alltag dich mit vielen Verpflichtungen und Tätigkeiten konfrontiert, die kaum Spielraum für innere Entwicklung lassen. So sei wenig Zeit für Meditation (= Schritt zur inneren Entwicklung).

Da möchte ich gerne nachhaken. Soll innere Entwicklung wirklich bedeuten, sich dem Leben zu entziehen und in meditativer Abgehobenheit Konzeptionen von astraler Liebe und Energie zu entfalten, um sich letztlich in einen jenseitigen Zustand des Nicht-Empfindens zu begeben?
Meiner Ansicht und Erfahrung nach ist das ein falscher Weg, weil er weder das Bewusstsein noch die Empfindungsfähigkeit ausreichend schult.
Wenn wir an der Welt und ihrer Entwicklung interessiert sind, müssen wir uns mit ihr beschäftigen und an ihr inneren Anteil nehmen. Wenn wir unserem Geist beibringen, dass die Welt abzulehnen ist und wir irgendwo ins innere Nirwana streben sollten, wird die Wahrscheinlichkeit von Schauungen über das eigene Schicksal und das Schicksal unserer Welt verschwindend gering.

Aus meiner Erfahrung: Je mehr ich an einem Tag bewusst und in der jeweiligen Situation gegenwärtig (d.h. auch emotional und gedanklich rege) war und im Zielzeitraum einer Schauung sein werde, desto klarer ist dabei meine Energie. Desto wahrscheinlicher werden außersinnliche Wahrnehmungen, darunter auch Präkognitionen.
Die Bedingung ist wie gesagt, dass ich dabei 1) möglichst bewusst und 2) möglichst liebevoll/empfindsam war/bin/sein werde.

Zu 1) Ein dynamischer Alltag konfrontiert uns immer wieder mit Situationen, in denen wir uns bewähren können. Er bringt uns vor Augen, wo und wie wir weiter an uns arbeiten können. Zeigt uns, wann wir unbewusst werden; wann wir in Gedankenketten und/oder emotionale Routinen verfallen. Das ist zwar auch eine Teilhabe am Leben, jedoch eine unbewusste und damit, leider, eher wertlose.

Wenn wir unser Bewusstsein entwickeln wollen (und das brauchen wir für den Empfang außersinnlicher Wahrnehmung), müssen wir im Alltag zunehmend wach werden. Müssen immer wieder am Tag innehalten und sondieren: was höre/rieche/sehe/ertaste/denke/fühle... ich? Und diese Aufmerksamkeit möglichst lange weitertragen. Das nimmt kaum Zeit in Anspruch und Bedarf keiner großen Veränderung der Lebensführung. Es braucht nur den Willen dazu.

Wären wir alle auf diesem Weg ein Stückchen weiter gegangen, läge unsere kollektive Zukunft schon wesentlich offener vor uns.

Viele Grüße


Gesamter Strang: