Das Hier / Das "Oben" / Zeit und Maß (Schauungen & Prophezeiungen)

RichardS @, Dienstag, 15.10.2013, 13:59 (vor 2694 Tagen) @ offtopic (6851 Aufrufe)

Hallo!

Kleine Zusatzgedanken:

Taurec:

Eigentlich geht es dabei um Erkenntnis und die Bildung einer geistigen Grundlage, die zur Ausrichtung des eigenen Lebens hilfreich ist und derer Schauungen und Prophezeiungen nur ein kleiner Teil sind. Weil wir nicht wissen, wann es soweit ist, hat es keinen Sinn, auf gepackten Fluchtrucksäcken zu sitzen. Vielmehr muß man auch (und solange nichts passiert vornehmlich) damit rechnen, sein ganzes restliches Leben hier zu verbringen und sich mit der Zivilisation arrangieren zu müssen ohne von ihr korrumpiert zu werden.

Darauf offtopic:

Jep, auch sehr gut. Allerdings verstehe ich nicht, warum der Gedanke, sein restliches Leben HIER zu verbringen, schlecht sein soll. Immerhin kann man nur von HIER nach OBEN bzw RAUS.

Von mir dazu:

Und das Hier als Hier? Wir sind "soziale" Wesen, ganz sicher, unsere materielle Existenz hängt von wenig bis nicht beeinflussbaren, anderen, gegensätzlich gesetzten Interessen und Strukturen ab und auch unser Geist und unser Empfindungsvermögen sind nicht frei vom Verschleiss in der Auseinanderseitung mit diesen - aber jeder von uns ist auch einzeln und als Einzelner aktiver wie passiver, gebender wie empfangender Teil einer Schöpfung, die größer, dauerhafter und wirksamer ist und über das hinausreicht, was sie an zivilisatorisch schwer erträglich Erscheinendem in diesem Hier auch produziert. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, auch das Schöne vor der eigenen Nase (auch hinter ihr) zu entdecken, im Hier. Es wahrzunehmen, es mit zu erschaffen, zu geben. In der Liebe. Der Kunst. Der Natur. (Gelegentlich auch im "sozialen Miteinander".) Es liegt wohl am dominierenden materialistischen Zeitgeist, dass ich mich unwillkürlich frage - ob ich pfäffisch klinge? Vielleicht drücke ich mich auch nur unzureichend, zu schablonenhaft aus. Mein Gefühl: Das Hier nur als Warteraum, nur als elendiges Durchgangsstadium, dem man fliehen möchte, zu betrachten - ist Verschwendung und Missachtung und ist auch sicher nicht im Sinn des "Erfinders", falls es ein "Oben" gibt (von dem andere mehr wissen mögen als ich). Nehmen wir das Hier ernst - und beziehen wir in ihm Stellung! Lebendig! Wie, das kann für jeden anders aussehen.

Taurec:

Ich bin geneigt, das "Jahr X" frühestens in 15 bis 20 Jahren anzusetzen. Das mag zwar irrig sein, weil jederzeit überraschende Ereignisse eintreten und die Entwicklung vorantreiben können, ohne sichere Zeitangaben hat es jedoch keinen Sinn, das Ende in die nahe Zukunft zu verlegen und dauernd falsch zu liegen.

Darauf offtopic:

Irrig nicht unbedingt, aber unkonventionell. Aber hatte nicht jemand gesagt, "es geht viel länger abwärts, als man meint." und daß es erst bricht, wenn alle schon meinen, es geht nicht mehr tiefer?

Ja. Und der Jemand war eine Kathi. Vom Land. Vor mehr als 50 Jahren. Da war die Vorstellung von "viel länger" und auch von "abwärts" noch eine andere als in unserer schnelllebigen, ungeduldigen Zeit und ihrer Ansprüche auf alles und jedes sofort. Sogar die nunmehr über 20 Jahre andauernde Deflation im fernen Japan betrachten wir fast schon als Weltwunder.

Für Ältere (Taurec und Altersgenossen kurz einmal ausgeschlossen): Und sollte der eine oder andere das "Jahr X", mit oder ohne Vorlauf, nicht mehr erleben, dann war es ihm nicht anders bestimmt. Und: Was nützte es, würden einen die Ereignisse um das "Jahr X" im 93. Lebensjahr ereilen (in meinem Fall in 33 Jahren)? Ich könnte mir Besseres vorstellen. Nur Ruhe mit den ungeduldigen Pferden. Vielleicht liegt schon hinter der Weggabelung eine schöne Weide.

Gruß
Richard


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