Schauungen sind Sache Aller (Schauungen & Prophezeiungen)

NeuOrest @, Montag, 14.10.2013, 14:16 (vor 2927 Tagen) @ Baldur (7475 Aufrufe)

Hallo Baldur,

ich habe deinen Brief an Taurec gelesen und möchte gerne dazu Etwas anmerken, sofern Du erlaubst:

Ein Großteil deiner Frustration scheint mir in Annahmen begründet, die die transzendente Wirklichkeit nicht angemessen erfassen und zu falschen Schlüssen führen. Dann bist du enttäuscht von der Realität, weil sie sich nicht mit deinen Erwartungen deckt.

So möchte ich mich von deiner Verallgemeinerung ausnehmen. Ich lebe in großer Harmonie mit dem Schicksal und gehe jeden Tag einen Schritt weiter darauf hinzu.
Präkognition und sonstige außersinnliche Wahrnehmung ist Bestandteil meines normalen menschlichen Lebens.

Aktuelles Beispiel aus der letzten Woche: ich sehe voraus, wie mein Auto außer Kontrolle gerät und mich in eine gefährliche Situation im Straßenverkehr bringt. Meine Erfahrung sagt mir, dass es sich um einen präkognitiven Traum handelt, den ich erinnern sollte.
Zwei Tage später umfängt mich während einer Autofahrt plötzlich ein sanftes Gefühl der Wärme und Achtsamkeit. Ich sammle meine Aufmerksamkeit im Augenblick, schalte das Radio aus und beobachte. Die Temperaturanzeige für das Kühlwasser steigt auf einmal drastisch an. Wenige Minuten später stehe ich bei dichtem Feierabendverkehr mit qualmendem Motor am Straßenrand zwischen zwei Autobahnen und warte auf den Pannendienst, der mich zur nächsten Werkstatt schleppt.

Ich kann die Dinge, die geschehen sollen, nicht verhindern. Aber wenn ich so etwas vorbereitet bin, kann ich sie besser annehmen. In meinem Leben fügt sich zudem Vieles gemäß meinen Wünschen und Zielen - immer mit dem Schein des Zufalls, der schon längst jede Grenzen des Zufälligen verlassen hat.
Voraussetzung ist jedoch, dass ich meinen Geist rein halte und weiter entwickle. Für eine Kommunikation mit Bewusstsein, das über die Zeit hinaus reicht, braucht es klare, gesammelte Aufmerksamkeit jedes Einzelnen, damit er zu einem qualifizierten Sender und Empfänger werden kann.

Ich bin sicher, dass allein unter den Lesern in diesem Forum einige Personen sind, die von ihren Grundvoraussetzungen her einige Schauungen haben würden. Würden wir diese zusammentragen, würde das Bild unserer gemeinsamen Zukunft ein viel Runderes, Vollständigeres.

Wenn transzendenter Handlungsbedarf in Bezug auf Schauungen ist, so ist meines Erachtens nach also der einzelne Mensch gefragt, der an sich selbst arbeitet.

Einerseits hätten wir auf die Weise mehr Zukunfts-Schauungen, die zusammengefügt werden können.
Andererseits wird der Mensch, je reiner er ist, zum "Guckloch" für andere Empfänger. (Ich sehe häufig durch die Augen anderer, welche in einer Lebenssituation bestimmte Bewusstseinsqualitäten aufweisen.)

Ein paar Anregungen wären:

  • 1. Erinnere dich an deine Träume. Führe diszipliniert ein Traumtagebuch, in dem du nach dem Erwachen (auch bei nächtlichem Erwachen) alle Träume möglichst detailliert notierst. Schon nach einigen Tagen wird die Erinnerung immer umfassender.
  • 2. Gehe nicht übermüdet schlafen. Gönne dir 6 bis 7 1/2 Stunden Schlaf. Mittagsschlaf nach einigen leichten Stunden Beschäftigung (Spazierengehen) ist optimal.
  • 3. Beobachte deinen Körper beim Einschlafen und vollziehe die beobachteten Abläufe (Entspannung der verschiedenen Muskelgruppen, Abflachen der Atmung) immer mehr bewusst. Rücke auch aufkommende Gedanken und Gedankenketten ins Zentrum der Betrachtung und unterbrich sie immerwieder, solange sie dir auffallen. Schlafe letztlich bewusst ein, bevor das Bewusstsein sich verliert.
  • 4. Räume mit deinen Gedanken und Emotionen auf, bevor du einschläfst. Rekapituliere den Tag vor dem Einschlafen gedanklich und emotional. Welche Situationen sind besonders aufgeladen (rufen Emotionen hervor; triggern Gedankenketten)? Bearbeite sie ein wenig, bis sie diese Kraft verloren haben. So machst du deinen Kopf vor dem Schlafen frei für die traumhafte Beschäftigung mit Zukünftigem.
  • 5. Entwickle Bewusstsein im Alltag. Bringe 30 - 60 minütige Übungen in den Tag ein. Das kann bei einem alltäglichen Spaziergang (z.B. Gang zum Bahnhof) oder monotoner mechanischer Arbeit sein (z.B. Holz schleifen, lackieren). Was hörst/siehst/riechst/erfühlst/schmeckst/denkst/empfindest du? Gehe jeden Sinn nacheinander durch und nimm jeden Informationseingang eindeutig zur Kenntnis (z.B. der Vogel, der im Baum vorne rechts raschelt, das Flugzeug, das am Himmel rauscht, das Rauschen der entfernten Autobahn, ein Presslufthammer usw.).
    Dieses Bewusstsein trägst du in Träume mit hinein. Überdies macht es empfindlicher für die sanften außersinnlichen Eingaben, die tagsüber erfolgen, man jedoch nie hört.
  • 6. Entwickle Liebe. Sie macht lebendig, bringt Energie und sorgt für das Öffnen gegenüber äußerem Bewusstsein. Man empfängt in der Regel keine Nachrichten fremder Wesen, man empfängt die Wesen selbst, die ein Gesamtbild vermitteln.
    Frage dich täglich, wo ein Mangel an Liebe war.
    Erinnere dich an Dinge, in denen du Wärme in der Brust gespürt hast. Ruf diese Wärme wieder wach.
    Suche Beschäftigungen, Situationen und Menschen, bei denen das Gefühl für Liebe und Wärme gefördert wird. Verrenne dich dabei nicht in einzelne Personen als ausschließlichen Fokus.
    Meide Situationen, in denen Bewusstsein verlorengeht, während die Gedanken sich in emotionaler Aufregung oder Egalität zerstreuen.


Das nur als ein paar Ideen. Würde mir wirklich wünschen, dass mehr in diese Richtung gearbeitet würde. Dann hätten wir mit Sicherheit hier mehr relevanten Diskussionsstoff.


Viele Grüße


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