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Warum erscheint Maria? (Schauungen & Prophezeiungen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 13.10.2013, 21:41 (vor 2906 Tagen) @ Eyspfeil (21336 Aufrufe)
bearbeitet von Taurec, Freitag, 01.09.2017, 09:32

Hallo!

Von der "Jungfrau Maria" gibt's halt eine ganze Menge Durchsagen, Erscheinungen,
die in Fatima und Garabandal bis in den Themenkomplex Prophetie und Schauungen
hineinragen. Wie veritabel das alles ist, kann ich auch nicht sagen,
da ich nichts dergleichen erlebt habe.
Sicherlich sind einige dieser Erscheinungen nichts als Scharlatanerie.
Aber die Menge macht mich stutzig: Warum gerade die
Gottesmutter (oder auch Königin des Weltalls, je nach Glauben)
und keine Klingonen, Zetas, Wotan oder Tyr?
Es gucken ja rein zahlenmäßig zurzeit wesentlich mehr Leute SciFi im TV,
als sich welche mit Literatur beschäftigen, in der das Leben
von Heiligen oder der Muttergottes beschrieben wird.

=> Da stimmen doch die Relationen von empfangenen Bildern, Assoziation
und daraus resultierender Vision/Erscheinung/Schauung nicht überein.

Maria ist wohl eine Personifikation des weiblichen, mütterlichen Pols in der Schöpfung und geht direkt auf heidnische Religionen zurück, in denen es eine Muttergottheit gab, z. B. Isis in Ägypten. Das ist keine fixe christliche Idee, sondern meines Erachtens eine metaphysische Tatsache, die im Christentum extrem verbrämt wurde.

Interessanterweise galt Isis "als mächtige Zauberin, die alle Geheimnisse und zukünftigen Ereignisse kannte". Ob hier eine Verbindung zu ähnlichen Qualitäten bei Marienerscheinungen besteht?

Spengler schreibt im Untergang des Abendlandes auf Seite 830/831:
"Zwar sollte schon in der altpersischen Apokalyptik der Saoshyant als Heiland der letzten Tage von einer Jungfrau geboren werden; der neue westliche Mythus aber war von ganz anderer Bedeutung und hatte unermeßliche Folgen. Denn nun erhob sich im Gebiet der Pseudomorphose neben Jesus als dem Sohne und weit über ihn hinaus die Gestalt der Gottesmutter, der Mutter Gottes, ebenfalls ein schlichtes Menschenschicksal von so ergreifender Gewalt, daß es all die tausend Jungfrauen und Mütter des Synkretismus, Isis, Tarnt, Kybele, Demeter und alle Mysterien von Geburt und Leiden überragte und zuletzt in sich aufnahm. Nach Irenäus ist sie die Eva einer neuen Menschheit. Origenes verficht ihre dauernde Jungfräulichkeit. Durch die Geburt des Erlösergottes hat eigentlich sie die Welt erlöst. Die Theotokos Maria, die Gottesgebärerin, war das große Ärgernis der Christen jenseits der antiken Grenze, und die aus dieser Vorstellung entwickelten Lehrsätze gaben zuletzt den Anlaß für Monophysiten und Nestorianer, sich abzulösen und die reine Jesusreligion wiederherzustellen. Aber als die faustische Kultur erwachte und eines großen Symbols bedurfte, um ihr Urgefühl für die unendliche Zeit, die Geschichte und die Folge der Geschlechter sinnlich zu fassen, da hat sie die Mater dolorosa und nicht den leidenden Erlöser in die Mitte des germanisch-katholischen Christentums der Gotik gestellt, und durch ganze Jahrhunderte blühender Innerlichkeit ist diese Frauengestalt der eigentliche Inbegriff faustischen Weltgefühls und das Ziel aller Dichtung, Kunst und Frömmigkeit gewesen. Noch heute nimmt im Kult und in den Gebeten der katholischen Kirche und vor allem im Gefühl der Gläubigen Jesus den zweiten Platz nach der Madonna ein."

Das hat Sinn, denn die faustische Kultur ist mit ihrer Dynamik, ihrer Tatkraft, ihrem Drang in die Ferne und grenzenlosen Willen zur Macht extrem männlich. Sie bedarf deswegen eines soliden weiblichen Gegenpols, der sie spirituell erdet und in Verbindung mit den Urkräften des Lebens, der Geburt und des Wachstums nach dem Licht bringt. Wer die Gralsbotschaft kennt, weiß vielleicht, daß von beiden Geschlechtern das weibliche feiner ist und eine Brücke zu unserer geistigen Urheimat bildet. Hingegen ist es Aufgabe der gröberen Männlichkeit, die Weiblichkeit im Diesseits zu schützen und zur vollkommenen Blüte zu bringen, so daß sich dieser Teil der Schöpfung gemäß den Gesetzen entwickelt. Beide bedürfen einander. Fehlt diese Verbindung, führt die blind waltende männliche Energie zu krebsartiger Wucherung und Zerstörung wie in unserer Zivilisation, in der sich echte Weiblichkeit und Männlichkeit gleichermaßen in der Krise befinden. Das ist womöglich der Grund für die Schwere der kommenden Umwälzungen.

Vermutlich hat diese Erhöhung der Himmelskönigin zu einem geistigen Milieu geführt, in dem sie sich leichter manifestieren kann als in jedem anderen Kulturkreis der Erde.
Sie ist in diesem Sinne die persönliche Manifestation einer Kraft, die von den höchsten Kreisen der Schöpfung bis hinunter in unsere äußeren Regionen waltet. Allerdings klebt auf ihr die christliche, von den Heiden kopierte Mythologie wie eine dicke Patina, welche die eigentliche Gestalt nur noch unscharf durchscheinen läßt und die Aussagen der Erscheinungen größtenteils zu einer kaum brauchbaren Spiegelung menschlicher Vorstellungen macht.

Dagegen können Klingonen dennoch nicht anstinken. ;-)

Gruß
Taurec


„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


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